10. Oktober 2020 / 18:37 Uhr

Bokake und Becker besonders im Fokus: 96-Talente überzeugen Kenan Kocak 

Bokake und Becker besonders im Fokus: 96-Talente überzeugen Kenan Kocak 

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Aus dem Weg: Der 16 Jahre junge Adrian „Adi“ Becker fährt 
Slalom mit den Unionern Marius Bülter (rechts) und Tim 
Maciejewski. 
Aus dem Weg: Der 16 Jahre junge Adrian „Adi“ Becker fährt Slalom mit den Unionern Marius Bülter (rechts) und Tim Maciejewski.  © Lars Kaletta
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Bei der Testspielniederlage von Hannover 96 bei Union Berlin (1:4) kamen gleich sechs Nachwuchstalente zum Einsatz: Grace Bokake (18), Adrian Becker (16), Lawrence Ennali (18), Nicolo Tresoldi (16), Noah de Waal (17) und Jan-Erik Eichhorn (18). Trainer Kenan Kocak lobte die Youngsters für die Zeit bei den Profis ausdrücklich - vor allem Becker und Bokake machten auf sich aufmerksam. Zur nächsten Länderspielpause sollen sie wohl erneut eingeladen werden. 

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Da fummelt der 16-jährige Adrian Becker, der gerade mal so lang ist wie Altin Lala, im Mittelfeld herum. Erst drängt er den 1,88 Meter langen Bundesliga-Profi Marius Bülter (27) zur Seite und tunnelt mit dem nächsten Schritt Union Berlins Tim Maciejewski (19). Der 18 Jahre junge Angreifer Grace Bokake hatte schon im ­96-Training mit den Profis zwei Schüsse in den Torwinkel abgefeuert. Wie frech sind die denn? Richtig frech, findet 96-Trainer Kenan Kocak – positiv frech.

„Sehr gut“, lobte Kocak die Talente, trotz eines 1:4 bei Union Berlin. Sechs Teenager waren es gewesen: Bokake, Becker, Lawrence Ennali (18), Nicolo Tresoldi (16), Noah de Waal (17) und Jan-Erik Eichhorn (18). „Für die Jungs war es eine gute Erfahrung, sie haben es gut gemacht.“ Viel wichtiger noch als der relativ kurze Einsatz bei Union Berlin: „Sie haben es rundum gut gemacht. Ich bin mit den Trainingseinheiten sehr zufrieden.“

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Tempo, Technik, Torgefahr

Bokake und Becker taten sich dabei hervor – sie bleiben bei Kocak besonders im Fokus. Becker spielt seit sechs Jahren schon für Hannover 96 – nach seiner Fußballkinderzeit bei Victoria Lauenau und beim VfL Bückeburg. Der 16 Jahre junge zentrale Mittelfeldspieler ist extrem selbstbewusst für sein Alter.

Körperlich wirkt Bokake trotz seiner Jugend bereits erwachsen. Er kann mit den Männern mithalten, hat Tempo, eine gute Technik und einen extrem gefährlichen Abschluss. Um Bokake hatte der Hamburger SV, wo er ebenfalls spielte, gekämpft, ehe er zu Stephan Schmidt in die U 19 zu 96 kam. Bokake wohnt in der 96-Akademie und wurde in seinem zweiten A-Junioren-Jahr Kapitän. Bokake ist außerdem vielseitig: Mittelfeld, zen­tral, auf dem Flügel oder auch als Stürmer – gespielt hat er überall.

"Die beiden haben das wirklich gut gemacht, aber die anderen auch. Es sind alles interessante Spieler, sie alle haben gezeigt, dass sie Potenzial haben."

96-Sportdirektor Gerhard Zuber lobt Bokake und Becker nach einer Woche Training bei den Profis: „Die beiden haben das wirklich gut gemacht, aber die anderen auch.“ Deshalb wird Kocak die Talente zur nächsten Länderspielpause wohl erneut einladen. „Es sind alles interessante Spieler“, findet Zuber, „sie alle haben gezeigt, dass sie Potenzial haben.“

Der junge Stürmer Tresoldi beispielsweise ist so gut, dass er seine vielversprechende Tenniskarriere für den Fußball auf Eis legte. In der ersten Ausbildungswoche bei den Profis hatten sich aber vor allem Bokake und Becker hervorgetan, die nächste Chance wird kommen. Wahrscheinlich werden alle sechs Talente später in hohen Ligen spielen. Die Frage ist nur noch: Geht es sogar bis ganz nach oben?