07. Januar 2022 / 16:12 Uhr

Große Variabilität: Die neue starke Mitte von Hannover 96

Große Variabilität: Die neue starke Mitte von Hannover 96

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mark Diemers (vorn) im Zweikampf mit Dominik Kaiser.
Mark Diemers (vorn) im Zweikampf mit Dominik Kaiser. © Florian Petrow
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Hannover 96 verpflichtete mit Mark Diemers und Cedric Teuchert zwei Spieler, die einen Stammplatz beanspruchen. Während Trainer Christoph Dabrowski nun zwar ein Überangebot für das 96-Zentrum zur Verfügung steht, bleibt Gael Ondoua als alleiniger Abräumer dennoch konkurrenzlos.

Keiner wird noch behaupten können, die Mannschaft stelle sich ja von allein auf. Durch die beiden letzten Transfers kann Hannovers Christoph Dabrowski aus einem Überangebot wählen. Speziell die starke Mitte bietet dem Trainer viele Möglichkeiten. Wie er das alles sortieren will, wird sich erstmals am Samstag beim Testspiel gegen Werder Bremen zeigen.

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Es wird auch der Prüftermin, ob die Verpflichtungen von Cedric Teuchert und Mark Diemers schon ausreichen. „Das gibt eine erste Einschätzung, ob eine Leistungsentwicklung zu erkennen ist“, sagt 96-Chef Martin Kind. Der Hüter der Finanzen hat wenig Interesse, weitere Ausgaben zu genehmigen. Da aber ein Abstieg noch teurer käme, sind weitere Verpflichtungen im Januar nicht ausgeschlossen – im­mer im Vorgriff auf die nächste Zweitligasaison. „Wir wollen abwarten, was passiert“, meint Kind.

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Mann sieht Diemers als Achter oder Zehner

Wie also kann die neue Mitte aussehen? Für Florent Muslija, der kaum gespielt hat und nach Paderborn wechselte, kamen mit Teuchert und Diemers zwei, die Stammplätze beanspruchen. Mit der Leihe des Holländers von Feyenoord Rotterdam eröffnete der 96-Sportchef das Mittelfeld-Lotto. Marcus Mann sieht „Diemers als Achter oder Zehner, er ist nicht der alleinige Zweikämpfer auf der Sechs, obwohl er das schon gespielt hat“.

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Das ist eine gute Nachricht für Gaël Ondoua. Der 26-Jährige hatte zwar vor Weihnachten Ärger mit dem Trainer und kehrte auch erst später aus dem Urlaub zu­rück, hat aber weiter keine Konkurrenz. Trotz des Überangebots im Mittelfeld gibt es außer Ondoua keinen de­fen­si­ven Mittelfeldspieler, der allein auf der Position spielen kann.

Das könnte sich bei einer Verletzung als Fehlplanung herausstellen. Als Ersatzkandidat bliebe nur Tom Trybull, der aber bei Dabrowski noch gar nicht zum Einsatz kam – und auch zuvor unter Jan Zimmermann nicht wichtig war.

Nach der Ausbootung von Ondoua aus disziplinären Gründen und der Krankheit von Trybull ersetzte Mike Frantz zuletzt gegen Bremen die beiden. Wenn Trybull eine Notlösung ist, ist Frantz eine absolute Verlegenheitslösung. Der verletzungsanfällige 35-Jährige dürfte künftig von Dabrowski – wenn überhaupt – nur als Beruhigungstablette für die Mannschaft in den Schlussminuten verabreicht werden.

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Saison 99/00 - Darlington Omodiagbe (LSK Lodz -> Hannover 96, Ablöse: 500.000 Euro) ©

Große Variabilität: Wie plant Dabrowski mit Kerk und Maina?

Philipp Ochs ist auch noch da. Er hat im Pokal schon im offensiven Mittelfeld agiert und auch sonst fast überall gespielt. Doch er ist sicher kein Gewinner der letzten Transfers.

Dominik Kaiser hatte notgedrungen schon mit Sebastian Ernst das Defensivdoppel gebildet – für beide ist es die falsche Po­si­tion. Kaiser ist ein sogenannter Achter – sozusagen der Knotenpunkt zwischen hinterem und vorderem Mittelfeld. Davon gibt es im bisher bevorzugten System (4-3-3) zwei Spieler. Zu er­war­ten ist, dass Diemers der eine wird und Ernst der andere. Dann stellt sich aber die Frage, wohin mit Sebastian Kerk, der meist ebenfalls dort aufgeboten wurde. Dabrowski wird den besten Torschützen kaum auf die Bank setzen. Mögliche Lösung: Kerk wird wie früher in Nürnberg auf die linke of­fen­si­ve Seite in den Angriff versetzt. Teuchert käme von rechts, und Maximilian Beier wäre die Sturmspitze. Dann aber fiele Linton Maina raus.

So viele Varianten sind möglich. Da überrascht es nicht, dass es vom Test ge­gen Werder keine Livebilder geben soll. Die nächsten 96-Gegner sollen rätseln, welche Spieler wo auf sie zu­kom­men werden.