04. April 2021 / 16:46 Uhr

96-Meinung: Ein erneuter Beleg dafür, dass 96 mit zwei Gesichtern unterwegs ist

96-Meinung: Ein erneuter Beleg dafür, dass 96 mit zwei Gesichtern unterwegs ist

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gerade die ersten 45 Minuten zeigen erneut, dass 96 mit zwei Gesichtern unterwegs ist, meint Andreas Willeke.
Gerade die ersten 45 Minuten zeigen erneut, dass 96 mit zwei Gesichtern unterwegs ist, meint Andreas Willeke. © Getty Images
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Die 96-Profis haben gegen den Hamburger SV wirklich alles versucht, das hat man in der zweiten Hälfte gesehen. Doch gerade die ersten 45 Minuten zeigen erneut, dass 96 mit zwei Gesichtern unterwegs ist, meint SPORTBUZZER-Redaktuer Andreas Willeke.

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Ei, Ei, Ei - sechs Eier im Osternest, das Spektakel wäre ein perfektes Präsent für die Zuschauer gewesen, wenn sie denn hätten dabei sein dürfen. Eine knappe Stunde führt der große HSV den kleinen vor, liegt klar mit 3:0 auf Siegkurs. Aber der Osterspaziergang in Hannover endet dann doch noch so bitter für die Hamburger wie ein Biss in einen ungenießbaren Schokohasen. Sie schenken den für ihre Aufstiegspläne so wichtigen Erfolg doch noch her. Die Enttäuschung war dann auch bei HSV-Trainer Daniel Thioune verständlicherweise „sehr, sehr groß“.

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Das 3:3 kann 96 als Moralpunkt verbuchen - oder auch als erneuten Beleg dafür, mit zwei Gesichtern unterwegs zu sein. In den ersten 50 Minuten sogar mit verbundenen Augen - anders lässt sich kaum erklären, Aaron Hunt dreimal so frei stehend zu seinen Toren einzuladen. Es schien keinem bei 96 aufgefallen zu sein, dass Hunt mitgespielt und welche Qualitäten er hat. Ganz schwach war dabei im defensiven Mittelfeld Kapitän Dominik Kaiser.

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96-Spieler haben alles versucht

Trainer Kenan Kocak griff zur Pause ein, wechselte Jaka Bijol für Kaiser und mit Moussa Doumbouya einen zweiten Stürmer ein, veränderte die Taktik - und wurde belohnt. Allerdings auch nur, weil Bobby Wood so auftrat wie in seiner 96-Saison. Der HSV-Stürmer vergab zwei Großchancen (zum jeweils möglichen 1:4 und 2:4) und öffnete so für 96 die Tür zurück ins Spiel. 

Kocak zeigte sich stolz auf sein Team und führte noch allerlei Widrigkeiten an, die überwunden werden mussten. Wie die vierwöchige Pause, die Quark-Quarantäne, die aber zumindest den falsch positiv getesteten Haraguchi nicht geschadet hat. Den Ausgleich erzielte er sogar im Liegen.

Das beweist auch: Die 96-Spieler haben wirklich alles versucht. Es war Haraguchis zweiter Treffer. Wieder einmal war der Japaner der entscheidende Antreiber. Sollte er 96 verlassen - danach sieht es ja aus - wird 96 den besten Spieler verlieren und das unbedingt kompensieren müssen. Zumindest in der letzten halben Stunde war ordentlich Feuer im 96-Spiel. Die Mannschaft hat mit Leidenschaft einen Punkt erkämpft, der in der Tabelle nicht groß hilft, aber dennoch für frohe Ostergesichter bei 96 sorgt.