11. April 2021 / 18:05 Uhr

96-Meinung: Sportlicher Lockdown zum 125. Geburtstag

96-Meinung: Sportlicher Lockdown zum 125. Geburtstag

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Was wird aus Kenan Kocak und Gerhard Zuber? SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke hat eine klare Meinung.
Was wird aus Kenan Kocak und Gerhard Zuber? SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke hat eine klare Meinung. © Florian Petrow
Anzeige

Ein Doppel-Rausschmiss zum 125. Geburtstag wäre nicht gerade feierlich. Doch es wäre auch das Eingeständnis und die Erkenntnis, wo Hannover 96 mal wieder steht: vor dem sportlichen Nichts, findet SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke.

Anzeige

Reingefeiert wurde in den Geburtstag nicht, auch wenn 96 heute rüstige 125 Jahre alt wird. Die Mannschaft hat sich beim 1:3 gegen Heidenheim bemüht, die Stimmung auf den Nullpunkt zu senken. Da helfen nicht mal die Jubiläumsdosen, die der Biersponsor auf den Markt gebracht hat. Schmeckt natürlich nicht alt, aber die Mannschaft spielt wie Flasche leer.

Anzeige

Sieben sieglose Spiele in Serie, dazu in vier Tagen die unverzeihliche 1:2-Heimpleite gegen den Tabellenletzten Würzburg und nun auch das 1:3 gegen Heidenheim – da hilft wohl nur noch ein Brückenlockdown, wie es Politiker empfehlen würden.

Die Roten in Noten: So waren die 96-Profis im Heimspiel gegen Heidenheim in Form

Michael Esser – Note 5:  Erste Unsicherheit im Strafraum, da passiert nichts. Dann klopft Busch an aus 30 Metern, denn kann er an guten Tagen halten. Aber bei 96 hatte keiner einen guten Tag. Beim 1:3 nicht ganz schuldlos.   
Zur Galerie
Michael Esser – Note 5: Erste Unsicherheit im Strafraum, da passiert nichts. Dann klopft Busch an aus 30 Metern, denn kann er an guten Tagen halten. Aber bei 96 hatte keiner einen guten Tag. Beim 1:3 nicht ganz schuldlos.   ©

Abschiedsgipfel statt Planungsgipfel?

Die Pfeiler wackeln kräftig, auf denen die sportliche Planung fußt. 96 versinkt im Mittelmaß, vieles ist in Fluss geraten. Der Weg in eine bessere Zukunft könnte über einen Lockdown bei Trainer Kenan Kocak und Sportchef Gerhard Zuber führen.

96-Chef Martin Kind empfängt heute beide. Eigentlich als gemeinsamer Planungsgipfel geplant, könnte es auch ein Abschiedsgipfel werden. Bei genauer Betrachtung spricht gerade nicht viel fürs Weitermachen der beiden.

Das Duo hat die Leistungen zu verantworten

Der Versuch, einen Expertenrat für Transfers einzurichten, ist bereits ein Misstrauensvotum für Zuber und Kocak. Ein berechtigtes, das hat das Spiel gegen Heidenheim wieder gezeigt.

Patrick Twumasi, Simon Falette, Jaka Bijol – die angeblich wichtigsten Spieler sind die größten Transfer-Flops – und von Zuber sowie Kocak zu verantworten. Aber auch bei Hendrik Weydandt muss man sich fragen, womit er den gut bezahlten Vertrag verdient hat.

Mehr zu #H96FCH

96 steht vor dem sportlichen Nichts

Welche Brücke wird Kind wohin bauen? Es laufen lassen, weil 96 noch nicht in akuter Abstiegsgefahr ist – es fehlen ja nur noch drei oder vier Punkte? Soll Kocak bis Saisonende weitermachen, bekommt er einen neuen Sportchef an die Seite? Oder andersherum? Geld ist in Corona-Geisterspielzeiten auch nicht vorhanden, Trennungen mit Abfindungen sind kaum finanzierbar. 

Ein Doppel-Rausschmiss zum 125. Geburtstag wäre nicht gerade feierlich. Doch es wäre auch das Eingeständnis und die Erkenntnis, wo 96 mal wieder steht: vor dem sportlichen Nichts.