13. September 2021 / 09:35 Uhr

"Super Arbeit": 96-Boss Kind sieht "gewisse Zeichen" für erfolgreiche Entwicklung

"Super Arbeit": 96-Boss Kind sieht "gewisse Zeichen" für erfolgreiche Entwicklung

Dirk Tietenberg und Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das hat Spaß gemacht: 96-Boss Martin Kind freut sich über den Heimsieg gegen den FC St. Pauli.
Das hat Spaß gemacht: 96-Boss Martin Kind freut sich über den Heimsieg gegen den FC St. Pauli. © Florian Petrow
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"Die Mannschaft hat gegen einen starken Gegner überzeugt", freute sich Martin Kind nach dem Heimsieg gegen St. Pauli. Der 96-Boss lobte Sportdirektor Mann und Trainer Zimmermann für ihre "super Arbeit", er sieht "gewisse Zeichen" für eine erfolgreiche Entwicklung.

Plötzlich erhob sich Hannover. Die 96-Fans unter den 16 100 Zuschauern standen auf. Klatschten für die Profis, die ihre Anhänger in vergangenen Spielen so verärgert hatten. Diese Euphorie, im positiven Sinne ansteckend, gab es seit dem Derbysieg am 2. Oktober 2020 nicht mehr. Damals vor 7300 Fans.

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Diese Stimmung am Samstag peitschte Stürmer Sebastian Stolze zur Abwehr gegen den Schuss von Daniel-Kofi Kyereh. Ein starker Block, der Spiele ballte die Stolze-Faust Richtung Fanblock und schrie den Siegeswillen heraus, mit dem 96 das starke St. Pauli mit 1:0 besiegt hatte. 96 war endlich wieder ein echter Brüller.

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Torschütze Sebastian Kerk war nach seinem Abstaubertor in die Luft gesprungen, als habe er nachträglich den Klassenerhalt seines Ex-Klubs Osnabrück gesichert. Sein erstes Saisontor für 96. Der oft so flatterhafte Straßenkicker zeigte eine Wucht nach seiner Einwechslung, die eine ganze Mannschaft erfasste.

Der stärkste 96er, Julian Börner, kochte neben Marcel Franke den Supersturm um Guido Burgstaller ab, als hätte 96 nie anders verteidigt. Konsequent nämlich, hart und kompromisslos. Der eher kleinere Jannik Dehm nahm Burgstaller beim Foul derart Maß, dass sich der kräftige „Burgi“ herabließ zu einem Kopf-an-Kopf-Duell mit Dehm. Dehm sah Gelb fürs Foul, Burgstaller sah Gelb, weil er die Nerven verlor.

96 betreibt Wucher mit den Chancen

96 sprengte die zentrale Mittelfeldraute des Gegners auseinander. Gaël Ondoua verhielt sich selbst nach einem taktischen Foul (Gelb) derart geschickt als neuer defensiver Mittelfeldspieler, dass St. Pauli sich nach der Pause zur Umstellung gezwungen sah.

Chancen sahen die Fans bis zur spannenden Schlussphase fast nur bei 96. Der neue Stürmer Lukas Hinterseer erwies sich als spielerisch belebendes Element, während Linton Maina und Maximilian Beier über die Flügel an den Hamburgern vorbeizogen. Dann flankte Niklas Hult, Hinterseer scheiterte im ersten Torschussversuch, Kerk staubte ab. Hult, Maina, Kerk und Beier verpassten die höhere Führung. 96 machte die Action, betrieb allerdings Wucher mit den Chancen.


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Letztlich retteten Stolze, Torwart Ron-Robert Zieler und das witzige Eckballzeitspiel den Sieg. „Zieler, Zieler, Zieler“-Sprechchöre hatte es für den Weltmeister in den vergangenen Jahren nie gegeben. Aber auch seine Leistung passte zu der seiner Mitspieler. 96 hatte einen „unerbittlichen Kampf" gegen St. Pauli gewonnen, sagte Torschütze Kerk – und dazu eine spielstarke und clevere erste Hälfte hingelegt.

Trainer Jan Zimmermann wirkte nachher sehr gelöst. Kein Wunder: Er hatte den Druck zuvor selbst erhöht mit seiner mutigen Ansage, „dass die Mannschaft, die ich jetzt zur Verfügung habe, einen guten und erfolgreichen Fußball spielen wird.“ Gut und erfolgreich? Das ging nun schneller als gedacht. 96-Chef Martin Kind hatte beobachtet, dass es schon „gewisse Zeichen“ gab für eine erfolgreiche Entwicklung.

„Die Mannschaft hat gegen einen starken Gegner überzeugt. In der Spielweise, im Zweikampfverhalten und in der Reaktionsschnelligkeit“, sagte Kind. Die 96-Kurzschlussreaktion auf dem Transfermarkt zahlte sich kurzfristig aus. Kind lobte Manager Marcus Mann und Zimmermann für ihre „super Arbeit“. Auch der Boss ließ sich anstecken vom stimmungsvollen Brüller gegen St. Pauli.