12. Februar 2022 / 10:59 Uhr

96-Coach Dabrowski vor Darmstadt-Aufgabe zuversichtlich: "Sie sind verwundbar"

96-Coach Dabrowski vor Darmstadt-Aufgabe zuversichtlich: "Sie sind verwundbar"

Jonas Szemkus und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Christoph Dabrowski hofft, dass seine Mannschaft gegen zuletzt schwache Darmstädter ihre Qualitäten wieder aufs Feld kriegt.
Christoph Dabrowski hofft, dass seine Mannschaft gegen zuletzt schwache Darmstädter ihre Qualitäten wieder aufs Feld kriegt. © Florian Petrow / IMAGO/Jan Huebner
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Topteam Darmstadt kommt, doch bange ist Christoph Dabrowski trotz der zuletzt schwachen Vorstellung seiner Mannschaft nicht. Denn auch die Lilien patzten. Das 0:5 gegen den HSV habe "auf jeden Fall gezeigt, dass sie verwundbar sind", so der 96-Coach.

Wer nur das jeweilige Spiel vom vergangenen Wochenende betrachtet, könnte meinen, dass bei 96 und Darmstadt die Lage ähnlich sei. Doch die Gemeinsamkeiten hören schnell auf, ein Blick auf die Tabelle zeigt die Realität. Denn obwohl die Lilien mit 0:5 gegen den Hamburger SV verloren, bleiben sie Teil der Tabellenspitze. 96 indes muss nach dem chancenlosen 1:3 in Heidenheim aufpassen, nicht wieder in den Abstiegssog zu geraten.

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Was sich gleicht ist noch, dass beide Trainer ausreichend Gründe hätten, für die Partie am Sonntag (13.30 Uhr) in der HDI-Arena auf mehreren Positionen zu rotieren. „Direkt nach dem Spiel bin ich davon ausgegangen, elf neue Spieler zu bringen“, schildert Darmstadt Torsten Lieberknecht nur halb im Spaß, „Mitte der Woche waren es schon weniger. Jetzt bin ich noch in der Findungsphase.“

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In der ist auch 96-Trainer Christoph Dabrowski noch – und wird wohl beim einen oder anderen eher Gnade vor Recht ergehen lassen. Egal, ob aus Mangel an Alternativen oder Vertrauen in die eigentliche Qualität. Immerhin habe das Darmstädter 0:5 auch „auf jeden Fall gezeigt, dass sie verwundbar sind“, sagt Hannovers Trainer. Das hat aber auch die 96-Pleite gezeigt, das will Manager Marcus Mann nicht schönreden. „Es geht für beide Mannschaften darum, es besser zu machen. Das Ziel muss sein, die Punkte hierzubehalten. “

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An Qualität mangelt es 96 ja zumindest auf dem Papier nicht, das weiß auch Lieberknecht: „Wenn man den Kader sieht, ist 96 in dieser Liga eigentlich ganz anders anzusiedeln.“ Darmstadts Trainer warnt zum Beispiel vor Umschaltspiel und dem Tempo von Linton Maina und Maxi Beier. Und Winterzugang Mark Diemers sei „ein Topspieler“, schwärmt Lieberknecht. Doch sogar der ist nach dem Heidenheim-Spiel nicht gesetzt.

Manager Mann freut sich über personelle Möglichkeiten

Manager Mann will das aber lieber als Stärke verstanden wissen. Ob Diemers, Ernst oder Kerk im Mittelfeld, ob vorne mit Teuchert, Weydandt oder Hinterseer – „es ist gut, dass wir viele Möglichkeiten haben“, sagt Mann. „Wir werden alle Spieler brauchen, man kann ein Spiel auch von der Bank entscheiden.“

Ist ja letztlich egal wer, solange 96 endlich auch mal ein paar Tore schießt. Da sind sie wieder, die unterschiedliche Ausgangslagen: Denn während Hannover mit 16 Treffern in 21 Spielen die schlechteste Torstatistik der Liga hat, hat Darmstadt die beste. Ein Duo schoss die Hälfte der 45 Saisontore: Phillip Tietz traf zwölfmal, Kollege Luca Pfeiffer elfmal.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

96-Manager Mann, der von 2006 bis 2007 in der Regionalliga selbst mal für Darmstadt spielte, kennt besonders Pfeiffer gut. „Ich wollte ihn mal nach Saarbrücken holen“, erinnert er sich. Doch der Stürmer wollte die Stuttgarter Kickers im Winter 2018 nicht sofort verlassen. Im Sommer wechselte er dann nach Paderborn, jetzt schießt er Darmstadt in Richtung 1. Liga. Und 96 in die Krise?

Bei Darmstadts Hinspielsieg am 5. Spieltag schoss Pfeiffer das erste von vier Toren und 96 auf den vorletzten Tabellenplatz. Hannover hat sich nie ganz freigeschwommen aus diesem Abstiegssog, auch wenn unter Dabrowski spielerisch ein Aufwärtstrend zu erkennen ist. Der soll trotz der schlechten Leistung in Heidenheim nicht verpuffen. Der Coach weiß deshalb: „Fakt ist, dass wir Punkte holen müssen.“ Egal, wie die Ausgangslage sein mag.