14. April 2022 / 17:07 Uhr

Klarheit, „so schnell wie möglich“: Gegen Düsseldorf geht’s für 96 auch um neue Verträge

Klarheit, „so schnell wie möglich“: Gegen Düsseldorf geht’s für 96 auch um neue Verträge

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Schicksalsgemeinschaft: Trainer Christoph Dabrowski und Kapitän Marcel Franke haben beide auslaufende Verträge.
Schicksalsgemeinschaft: Trainer Christoph Dabrowski und Kapitän Marcel Franke haben beide auslaufende Verträge. © picture alliance/dpa
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96 kann sich mit einem Sieg am Samstag gegen Düsseldorf ein bis zu zehn Punkte dickes Polster auf den Relegationsplatz schaffen. Auch Trainer Christoph Dabrowski wünscht sich „so schnell wie möglich“ Klarheit, auch um seine eigene Karriere zu planen.

Karsamstag, 15000 Menschen in der HDI-Arena – das klingt doch zumindest ansatzweise nach einem Fußballfest. Hannover 96 gegen Fortuna Düsseldorf, der deutsche Fußballmeister von 1938 und 1954 gegen den Meister von 1933. Viel Tradition, aber wenig Glanz in dieser Saison. Die Düsseldorfer haben in Daniel Thioune relativ spät einen Trainer gefunden, der bessere Zeiten verspricht.

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Christoph Dabrowski ist noch dabei, sich für einen langfristigen Karriereweg in Hannover zu empfehlen. Im Duell gegen Düsseldorf spielt der 43-Jährige – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – auch um seine Karriere. Oder anders ausgedrückt: Gegen Fortuna geht es um Glück und Geld.

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Im Dezember ging es für den Interimsmann aus der 96-Akademie um den Vertrag bis zum Saisonende. Da hatte er Glück. Durch das 3:1 in Aue ist sein Posten nun auch nicht mehr akut gefährdet. Ein Sieg am Sonnabend gegen Düsseldorf, gleichzeitige Niederlage gegen Dresden gegen Kiel vorausgesetzt, und 96 wäre zehn Punkte weg vom Relegationsplatz. Minimalziel erreicht, Abstieg nach allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit verhindert – also Bahn frei für den neuen Trainervertrag. 

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Theoretisch wäre dies so. Auch Manager Marcus Mann hat angekündigt, er könne „nicht alles ewig schieben.“ Zehn Spielerverträge laufen aus. Priorität haben die Verhandlungen um Maximilian Beier, Mark Diemers (beide Leihspieler), Niklas Hult und Kapitän Marcel Franke. Dass alle noch warten müssen, liegt zum einen am selbst auferlegten Abschlussstopp, solange Abstiegsgefahr droht. „Hätten wir im März drei Spiele gewonnen, wären einige Verträge vielleicht schon verlängert worden“, mutmaßt Julian Börner. Aber er könne leicht reden, er habe schließlich einen Vertrag.

„Es würde die Planung vereinfachen“

Dabrowski nicht. Eine Rückkehr des Fußballlehrers in die 96-Akademie halten alle Beteiligten für ausgeschlossen. Sein Fokus liege bei den Profis, sagte Dabrowski bei der Pressekonferenz vor dem Düsseldorf-Spiel. „Wir standen hier unter Strom“, sagte er, da sei keine Zeit gewesen, sich Gedanken zu machen über die Zukunft des Talenteschuppens. 

Dabrowski sei einfach nur „fokussiert auf das Ziel, Stabilität zu bekommen und die Klasse zu sichern. Marcus Mann, unser Manager, hat dazu alles gesagt, was die Spielerverträge und die Planung für die Zukunft angeht“, erklärte der Trainer. Aber klar: „Es würde die Planung vereinfachen, so schnell wie möglich die Punkte zu holen. “

Die 96-Trainer seit 2002 - und ihr Punkteschnitt in der Liga (Stand: 21. Dezember 2021)

Ralf Rangnick: 91 Spiele (40-22-29) - 142 Punkte (im Schnitt 1,56). Zur Galerie
Ralf Rangnick: 91 Spiele (40-22-29) - 142 Punkte (im Schnitt 1,56). ©

Tatsächlich liefert Dabrowski dem Manager nicht nur Argumente für eine Verlängerung des Trainervertrages. Punkte sind das eine, entscheidende Element für die kurzfristige Planbarkeit. Eine Entwicklung Richtung Stabilität oder Konstanz war unter Dabrowski auch beim Sieg1 in Aue nicht zu erkennen. Der Rucksack, sagte der Trainer, sei aber zu groß gewesen, um die fußballerischen Elemente leicht aussehen zu lassen. 

Mit Leichtigkeit aber, das zeigen die vergangenen beiden Serien, konnte dieser Kader ebenfalls nicht gut umgehen. Im Mai ist es zwei Jahre her, dass 96 mal drei Spiele in Serie gewann. Das gelang auch den Düsseldorfern in dieser Saison nicht. Thioune hat aber eines geschafft: Seit er Trainer ist, verlor die Fortuna nie, achtmal hintereinander immerhin schon.