12. Juli 2019 / 08:11 Uhr

96-Stürmer Weydandt im Exklusiv-Interview: "Habe mich über Anfragen gefreut"

96-Stürmer Weydandt im Exklusiv-Interview: "Habe mich über Anfragen gefreut"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hendrik Weydandt hat gut lachen: Bei 96-Coach Mirko Slomka steht er hoch im Kurs.
Hendrik Weydandt hat gut lachen: Bei 96-Coach Mirko Slomka steht er hoch im Kurs. © imago images / Joachim Sielski
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Hendrik Weydandt hat sich erstaunlich schnell als feste Größe bei Hannover 96 etabliert. Im exklusiven SPORTBUZZER-Interview verrät er, warum er sich trotzdem noch nicht im Mannschaftsrat sieht, was das Klavierspielen für ihn bedeutet und wie ihn Anfragen anderer Klubs freuten.

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Hendrik Weydandt, vor einem Jahr waren Sie das erste Mal bei den Profis, ein Jahr später sind Sie plötzlich einer, der Verantwortung übernimmt. Wie sehen Sie Ihre Rolle?

In einer relativ neu zusammengestellten Mannschaft müssen auch neue Rollen und Führungspersönlichkeiten gefunden werden, weil auch Führungsspieler weggegangen sind. Das sind Löcher, in die zwangsläufig andere Spieler schlüpfen. Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen, und fühle mich sehr gut in so einer Rolle.

"Der Mannschaftsrat ist sehr, sehr klug zusammengestellt"

Mirko Slomka hat mit Ihnen gesprochen, nachdem der Mannschaftsrat ernannt wurde. Sie waren – durchaus etwas überraschend – nicht dabei. Waren Sie traurig?

Ich war auf keinen Fall enttäuscht oder traurig. Ich will da sicherlich irgendwann hin. Aber ich glaube trotzdem, dass es vielleicht nach einem Profijahr einfach noch nicht der Zeitpunkt ist. Der Trainer denkt ähnlich, wir sind da auf einer Wellenlänge. Der Mannschaftsrat ist dieses Jahr sehr, sehr klug zusammengestellt.

Wie übernehmen Sie dann Verantwortung?

Ganz vorneweg natürlich in den Spielen auf dem Platz. Wenn ich dadurch einen Mitspieler mitreißen kann, bin ich mir nicht zu schade, einen Weg mehr zu machen oder auch mal laut zu werden. Ich denke, dass ich auch in schwierigen Phasen eines Spiels einer sein kann, an dem sich die anderen ein Stück weit hochziehen können. Egal ob’s mir scheiße geht oder nicht, ich bin jemand, der immer komplett durchzieht und alles gibt.

Die besten Torschützen von Hannover 96 seit 2000 (jeweils für jeweilige Saison).

Saison 2018/19: Hendrik Weydandt - 6 Tore Zur Galerie
Saison 2018/19: Hendrik Weydandt - 6 Tore ©
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Klavierspielen zur Entspannung

Können Sie den Begriff „Märchenstürmer“ noch hören?

Ich kann das schon noch hören, habe keine Abneigung dagegen entwickelt. Aber man muss ja trotzdem nicht immer den gleichen Kram erzählen. Ich möchte dieses Buch sehr gerne weiterschreiben. Da gehört eben nicht nur eine Einleitung dazu, sondern auch ein Hauptteil.

Welches Titellied gibt’s dazu?

„Hurra“ von Die Ärzte! Das habe ich früher schon gern gehört – und wenn es läuft, kommen sofort schöne Erinnerungen hoch.

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Musikalisch sind Sie ohnehin, spielen gut Klavier. Spielen Sie lieber flotte Songs oder ruhige?

Das hängt von der Stimmungslage ab, ich mag beides. In Hannover habe ich leider kein Klavier, aber zu Hause bei meinen Eltern. Wenn ich da bin und einfach fix und fertig, dann setze ich mich abends ans Klavier und merke, dass es wirklich ein Stressabbau ist. Es ist ein Ausgleich zu einem stressigen Tag oder irgendwelchen Problemen, die man mal hat.

Setzt sich ab und zu gerne mal ans Klavier: 96-Stürmer Hendrik Weydandt.
Setzt sich ab und zu gerne mal ans Klavier: 96-Stürmer Hendrik Weydandt. © Florian Petrow

"Ich will Dinge, die mich früher begeistert haben, nicht verlieren"

Sie wohnen in Hannover immer noch mit zwei früheren Mitspielern aus Egestorfer Tagen zusammen. Warum ist Ihnen das wichtig?

Ich will Dinge, die mich früher begeistert haben, nicht verlieren. Da würde etwas wegbrechen, was mir fehlen würde. Klar wird sich das irgendwann ändern, aber jetzt ist es wie immer und richtig gut.

Was macht die Fußballer-WG in der Freizeit – Playstation und „Fifa“ zocken?

„Fifa“ ist gar nicht so drin in unserer WG, da bin ich nicht so der Typ für. Klar spielen wir mal Playstation, aber oft ist es auch einfach mal auf dem Sofa rumgammeln, mal rausgehen oder eben typisches WG-Leben und es kocht jemand was. Oder richtig oldschool mal ein Gesellschaftsspiel. Vorletzte Woche haben wir „Siedler von Catan“ rausgeholt.

Hendrik Weydandts Fußballkarriere in Bildern:

Hendrik Weydandt (rechts) begann seine Fußballkarriere beim TSV Groß Munzel. Zur Galerie
Hendrik Weydandt (rechts) begann seine Fußballkarriere beim TSV Groß Munzel. ©

Weydandt über Stimmung im Team und über Angebote

Wie gut läuft es bei 96 mit dem Mannschaftsgefüge?

Es ist alles entspannt. Es ist schwierig, das mit letzter Saison zu vergleichen. Aber ich habe das Gefühl, dass wir mehr Personen haben, die ähnlicher sind. Von den Interessen und einfach vom Typ her. Zum Beispiel, wenn wir einen Mannschaftsabend machen, sind viel mehr Jungs mit dabei. Auch die Neuen ziehen alle mit. Da habe ich schon ein gutes Gefühl!

Wollte Sie im Sommer mal jemand aus diesem Team kaufen?

Es gab Anfragen. Ich habe mich gefreut – und zwar aus einem Grund: weil ich nun weiß, dass ich Dinge richtig mache. Das ist ein Feedback von Leuten, die nichts mit Hannover zu tun haben. Da geht es nur um fußballerische Qualitäten – da war ich mir nicht sicher, ob ich in der 1. Liga einen Markt habe. Aber ich habe mich nie ernsthaft damit beschäftigt, in diesem Sommer aus Hannover wegzugehen. Außerdem – und das ist ganz wichtig – bin ich voll davon überzeugt, dass der Verein in naher Zukunft auf jeden Fall wieder Bundesliga spielen wird. Und ich will gern ein Teil dieses Projekts sein.

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