06. Januar 2019 / 13:55 Uhr

96-Shootingstar Weydandt im Interview: "Die Phase des Feierns war schnell vorbei" (Teil 1)

96-Shootingstar Weydandt im Interview: "Die Phase des Feierns war schnell vorbei" (Teil 1)

Dirk Tietenberg
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Hendrik Weydandt nahm eine starke Entwicklung bei Hannover 96.
Hendrik Weydandt nahm eine starke Entwicklung bei Hannover 96. © Maike Lobback
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Er war die positive Überraschung bei Hannover 96 in der Hinrunde: Hendrik Weydandt spielte sich aus der Regionalliga-Reserve in die Startelf. Der Stürmer spricht im ersten Teil des Interviews über die körperliche Belastung in der Bundesliga, seine Rolle als Newcomer im Team und die Schwächen der gegnerischen Verteidiger.

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Hendrik Weydandt, der Trainer sagte, es gebe ein Problem mit dem Fuß wegen hoher Belastung. Wie sieht‘s aus?

Am 2. Januar hatte ich ein MRT, als Vorsichtsmaßnahme. Ich wollte das gerne nochmal machen, weil ich dachte: Das stimmt was nicht. Aber es ist alles okay, es ist nichts kaputt. Es war ein bisschen überlastet, aber das haben wir mit dem Funktionsteam und dem Doc gut in den Griff bekommen.

Aber die Belastung in der ersten Profi-Hinrunde hat Ihnen schon zu schaffen gemacht?

Das ist ja klar. Im Laufe der Saison habe ich ja auch immer mehr gespielt. Da ist es doch mehr als verständlich, dass ich mal an meine Grenze komme, die ich aber jetzt weiter ausbaue. Ich mach mir da keinen Kopf.

Hannover 96: Bilder vom Trainingslager in Marbella (5. Januar)

Bilder aus dem Trainingslager in Marbella vom Vormittagstraining am 05. Januar 2019 Zur Galerie
Bilder aus dem Trainingslager in Marbella vom Vormittagstraining am 05. Januar 2019 ©
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Der Trainer hatte Sie zu Beginn der Saison etwas gebremst. Haben Sie sich einen Kopf gemacht nach dem ersten Tor in Bremen?

Er hat doch alles richtig gemacht. Ich hatte ein Wahnsinnsjahr 2018, ich hatte so gut wie keine Rückschläge. Wer weiß, vielleicht hätte ich mich im zweiten Spiel verletzt, wenn ich mit der Belastung nicht klargekommen wäre. Dann hätten wir jetzt den Salat. Natürlich habe ich mal über die Dinge nachgedacht, wenn ich nicht im Kader stand. Aber wie sagt man so schön: Wenn du anfängst zu denken, hast du verloren.

"Man muss sich auf seine Stärken besinnen"

Haben Sie in Groß Munzel eigentlich mal gegen den Abstieg gespielt?

Nein, aber in der Regionalliga in Egestorf hatten wir nach der Hinrunde 16 Punkte, die Rückrunde war dann ziemlich gut und wir sind nicht abgestiegen. Man muss sich einfach auf seine Stärken besinnen, jeder muss das. Der Trainer hat es gesagt: Was passiert ist, ist vergessen. An 2018 rührt keiner mehr was, das sollte man so stehen lassen, wie es ist.

Hier lesen: 96-Shootingstar Weydandt im Interview: "Ich wohne noch in der WG" (Teil 2)

Hendrik Weydandts Fußballkarriere in Bildern:

Hendrik Weydandt (rechts) begann seine Fußballkarriere beim TSV Groß Munzel. Zur Galerie
Hendrik Weydandt (rechts) begann seine Fußballkarriere beim TSV Groß Munzel. ©

Wie schwierig ist das in einer Mannschaft, als gefeierter Newcomer, wenn es schlecht läuft?

Ich habe mich wie ein kleines Stück vom Kuchen gefühlt. Die Phase des Feierns, als ich mich in den ersten Wochen gut präsentieren konnte, war schnell vorbei. Der Erfolg der Mannschaft zählt, das ist vorrangig. Das ist ein Mannschaftssport und deshalb mag ich diesen Sport auch so.

Sonst könnte man ja Tennis spielen.

Das hab ich mal gemacht, bis ich 15 Jahre alt war. Aber ich habe mich für Fußball entschieden und ich weiß auch, warum.

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Welcher Verteidiger der Liga ist denn der härteste?

Gegen Frankfurt habe ich schon gedacht: Puh, das sind aber gute Kanten da hinten. Die Verteidiger nehmen sich aber insgesamt wenig. Sie sind alle zweikampfstark und schnell mittlerweile. Da hilfst es dir nicht mehr so viel, dass du ein robuster Stürmer bist, weil die alle gegenhalten können.

"Auch Bundesliga-Verteidiger haben Schwächen"

Die Umstellung war für mich ähnlich wie der Schritt von der Kreisliga in die Regionalliga. Aber auch Bundesliga-Verteidiger offenbaren Schwächen, die man eben ausnutzen muss. Je häufiger man gegen sie spielt, desto mehr bekommt man ein Gefühl dafür.

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Hannover reist ins Trainingslager nach Marbella an die Costa del Sol. Zur Galerie
Hannover reist ins Trainingslager nach Marbella an die Costa del Sol. ©

96 hatte wenige Torchancen in der Hinrunde. Was wird in der Rückrunde besser?

Am sinnvollsten ist es, das erste Spiel in Bremen mit dem letzten in Düsseldorf zu vergleichen. Wenn wir gegen Bremen Torchancen erarbeiten können, dann können wir das auf dem Papier auch gegen Düsseldorf. Es liegt immer zu einem großen Teil an der Form. Die Qualität ist da.

Jetzt geht es darum, wieder eine positive Energie reinzubringen. Man muss das Selbstbewusstsein haben, ins Eins-gegen-Eins zu gehen, davon überzeugt sein, das Eins-gegen-Eins auch zu gewinnen. Man muss auch mal wieder Hop-oder-Top gehen. Dann gibt es auch wieder Torchancen. Risiko gehört dazu, und wenn wir bereit sind, auch mal auf Risiko zu gehen, kommen die Torchancen auch wieder.

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