08. April 2020 / 18:53 Uhr

Heute vor 28 Jahren: Als 96 gegen Werder sensationell ins Pokalfinale einzog

Heute vor 28 Jahren: Als 96 gegen Werder sensationell ins Pokalfinale einzog

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannovers Michael Schjönberg (links) will Bremens Stefan Kohn den Ball abluchsen.
Hannovers Michael Schjönberg (links) will Bremens Stefan Kohn den Ball abluchsen. © imago images/Rust
Anzeige

Am 8. April 1992, also exakt vor 28 Jahren, spielte Hannover 96 als Zweitligist im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten Werder Bremen. Die Roten zogen sensationell ins Endspiel ein. Wir haben in Erinnerungen geschwelgt und das Duell für euch in Wort und Bild zusammengefasst.

Anzeige
Anzeige

Die Saison 1991/92 werden Fans von Hannover 96 nie vergessen. Als bisher einziger Zweitligist gewannen die Roten am 23. Mai 1992 sensationell den DFB-Pokal. Im Endspiel besiegte 96 Borussia Mönchengladbach mit 4:3 nach Elfmeterschießen. Aber um dieses Spiel soll es an dieser Stelle nicht gehen.

Es geht um das Spiel, das sich heute, am 8. April 2020, zum 28. Mal jährt. Das Spiel, bei dem 96-Keeper Jörg Sievers endgültig zur Vereinslegende aufstieg. Das Spiel, das ganz Fußball-Deutschland begeisterte. Das Spiel, das Hannover 96 nach Berlin zum Pokalendspiel brachte. Es geht um das Halbfinale gegen den SV Werder Bremen.

57.000 im Niedersachsenstadion

Über die Stationen NSC Marathon, VfL Bochum, Borussia Dortmund, Bayer 05 Uerdingen und Karlsruher SC war 96 in die Runde der letzten vier eingezogen. Mit Werder Bremen empfing man nun den amtierenden Pokalsieger. Das Niedersachsenstadion war mit 57.000 Zuschauern restlos ausverkauft und die Hoffnung auf die nächste Überraschung war groß.

Bilder vom DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Hannover 96 und dem SV Werder Bremen am 8. April 1992

Bremens Trainer Otto Rehhagel (rechts) und sein Assistent Karl-Heinz Kamp ahnen wohl Böses. Zur Galerie
Bremens Trainer Otto Rehhagel (rechts) und sein Assistent Karl-Heinz Kamp ahnen wohl Böses. ©

96 wurde damals von Michael Lorkowski trainiert, der in jenem Spiel Vereinslegenden wie Jörg Sievers oder Karsten Surmann aufbot. Auch Ex-96-Coach André Breitenreiter stand in der Startelf. Bei Werder Bremen, das von Otto Rehhagel trainiert wurde, liefen unter anderem Thomas Schaaf und Marco Bode auf.

Ausgerechnet in der 96. Minute

In einer kampfbetonten Partie stand es nach 90 Minuten 0:0 und es ging in die Verlängerung. Der erste Teilerfolg für 96 war also bereits geschafft. Ausgerechnet in der 96. Minute sollte es dann noch besser kommen: Nach einem Zuspiel von Milos Djelmas traf Michael Koch per Flachschuss zur Führung. Das Niedersachsenstadion explodierte geradezu. Plötzlich war der Einzug ins Finale zum Greifen nahe.

Doch allzu leicht gab sich der Titelverteidiger nicht geschlagen. Nur zwei Minuten nach der 96-Führung schlug Werder zurück und kam nach einem Rempler im Fünf-Meter-Raum gegen Keeper Jörg Sievers durch Rune Bratseth zum Ausgleich. Spannung pur.

Mehr Erinnerungen an Hannover 96

Ein weiterer Treffer in der Verlängerung gelang keiner Mannschaft mehr. So musste das Elfmeterschießen entscheiden, bei dem Legenden geboren wurden. Nach fünf Schützen auf beiden Seiten stand es 4:4 - Djelmas, Wójcicki, Sirocks und Freund trafen für die Roten, Surmann verschoss. Es folgte Michael Schjönberg, der souverän verwandelte - doch Bremens Thomas Wolter konnte erneut ausgleichen.

Jörg Sievers wird zur Legende

Als siebter Schütze erklärte sich 96-Torwart Jörg Sievers bereit. Die Vereinslegende traf platziert ins linke untere Eck und überwand sein Gegenüber Jürgen Rollmann. Damit war klar, dass Marco Bode für die Bremer treffen musste. Der spätere Nationalspieler trat an - und scheiterte an Sievers. 96 hatte die Sensation perfekt gemacht und zog als Zweitligist ins Endspiel ein!

Zum Helden war natürlich Jörg Sievers avanciert, der das Spiel mit seinem verwandelten sowie gehaltenen Strafstoß binnen kürzester Zeit entschieden hatte. Im Finale wartete Borussia Mönchengladbach. In Berlin konnte 96 dann den nächsten Favoriten bezwingen und den DFB-Pokal als bis heute einziger Zweitligist in den Nachthimmel stemmen.