29. April 2019 / 07:35 Uhr

Hannover 96: Hoffnung währt nur drei Stunden - Abstieg könnte am Samstag feststehen 

Hannover 96: Hoffnung währt nur drei Stunden - Abstieg könnte am Samstag feststehen 

Tobias Manzke und Jonas Szemkus
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Sieg gegen Mainz entfachte neue Hoffnung bei Hannover 96, doch der spätere Erfolg des VfB Stuttgart besiegelte den Abstieg wohl endgültig.
Der Sieg gegen Mainz entfachte neue Hoffnung bei Hannover 96, doch der spätere Erfolg des VfB Stuttgart besiegelte den Abstieg wohl endgültig. © imago images/Eibner/Joachim Sielski
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Die Erleichterung nach dem 1:0-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 war groß. Endlich hatte Hannover 96 wieder ein Bundesligaspiel für sich entscheiden können. Das Aufbäumen dürfte allerdings zu spät kommen, denn auch der VfB Stuttgart gewann am Wochenende. 

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Es war ein frommer Wunsch, den Thomas Doll direkt nach dem Spiel gegen Mainz formulierte. „Ich würde mich freuen, wenn am Ende die Schlagzeile steht: Wir haben es doch noch allen gezeigt. Das wäre großartig“, sagte der 96-Trainer. Sein Wunsch wird wohl nicht in Erfüllung gehen.

Nach dem 1:0-Erfolg gegen die Mainzer, den die 96-Profis mit Tanzeinlagen auf dem Rasen feierten, war die Hoffnung noch da, dem Rettungswunder plötzlich doch ein großes Stück näher gekommen zu sein. Bis auf drei Punkte war 96 durch den Sieg herangerückt an den Relegationsplatz. Leider hielt die Hoffnung nur für drei Stunden.

Abstieg könnte am Samstag feststehen

Am Samstagabend schlug der Tabellen-16. VfB Stuttgart Borussia Mönchengladbach mit 1:0, stellte den Punkteabstand zu Hannover damit wieder auf sechs Zähler – bei nur noch drei ausstehenden Spielen und damit maximal neun zu holenden Punkten. Heißt: Sollte das Team von Trainer Doll am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel in München verlieren und Stuttgart zeitgleich einen Punkt in Berlin holen, wäre 96 abgestiegen.

„Dass jetzt die Bayern kommen, ist sehr ungünstig“, betonte Stürmer Hendrik Weydandt. Die Münchner kämpfen im Fernduell mit Borussia Dortmund noch um den Meistertitel und werden gegen 96 Vollgas geben. Der hannöversche Abschied aus der deutschen Eliteklasse des Fußballs rückt näher, daran kann auch der emotionale Sieg gegen Mainz nichts ändern.

Nach dem 1:0-Sieg: Die Stimmen zum Spiel Hannover 96 gegen Mainz 05

<b>Sandro Schwarz</b>: Wir haben eine gute Leistung abgerufen, waren dominant. Wir hatten genügend Chancen, um dieses Spiel zu gewinnen, haben alles versucht. Hannover war jetzt einfach dran, hatte zuletzt immer Pech mit dem Spielverlauf. Zur Galerie
Sandro Schwarz: "Wir haben eine gute Leistung abgerufen, waren dominant. Wir hatten genügend Chancen, um dieses Spiel zu gewinnen, haben alles versucht. Hannover war jetzt einfach dran, hatte zuletzt immer Pech mit dem Spielverlauf." ©
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96 lieferte Mainz großen Kampf

Zu katastrophal waren die 96-Ergebnisse der letzten Wochen und Monate. Gegen Mainz gab es die ersten drei Punkte nach zuvor neun Spielen am Stück ohne Sieg. „Ich kann es nicht in Worte fassen. Wie lange wir gewartet haben, gekämpft haben, und jetzt ist es endlich so weit! Ich bin unglaublich glücklich“, sagte Kapitän Marvin Bakalorz nach der Partie.

96 hatte einen großen Kampf geliefert, mit dem Sieg und Edgar Prib einen Nachmittag voller Emotionen. Dabei hätte Mainz in der ersten Halbzeit locker in Führung gehen müssen. „Wir hatten genügend Chancen, um dieses Spiel zu gewinnen, haben alles versucht“, sagte FSV-Trainer Sandro Schwarz. Und als der Ball dann wirklich im 96-Netz lag, griff der Videoschiri ein. Zu Recht. Der Mainzer Quaison hatte vor seinem Treffer Pirmin Schwegler einfach weggeschubst, sich so Platz verschafft (28.). „Wir hatten nach 15 Minuten überhaupt keinen Zugriff mehr, hatten Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Aber die Jungs haben sich reingehauen und alles gegeben“, bilanzierte Doll.

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Das Glück kommt zu spät zurück

Wie beim 1:0. Linton Maina gab den Ball nicht auf, spitzelte Mainz-Keeper Florian Müller den Ball überraschend noch vom Körper, legte irgendwie quer. Weydandt schob aus drei Metern ein. „Wir haben es gut verteidigt und insgesamt das nötige Glück gehabt, das wir die letzten Wochen nicht hatten. Vielleicht brauchst du dann auch mal so ein Glückstor“, sagte Doll.

Das Glück kommt aber zu spät zu 96 zurück. 77 Tage lagen zwischen dem zuvor letzten Sieg (2:0 gegen Nürnberg) und dem jetzigen gegen Mainz. Zu viele Tage, um das Projekt Bundesliga auch für die kommende Saison zu sichern – es sei denn, es geschieht noch ein Wunder. Nur dann kann es mit dem Wunsch von Doll doch noch etwas werden.

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