01. September 2021 / 09:34 Uhr

Neuer Hoffnungsträger: Ondoua in Wolfsburg erstmals der Boss im 96-Mittelfeld

Neuer Hoffnungsträger: Ondoua in Wolfsburg erstmals der Boss im 96-Mittelfeld

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Neuer Sechser für 96: Gaël Ondoua wird im Test in Wolfsburg erstmals als auflaufen.
Neuer Sechser für 96: Gaël Ondoua wird im Test in Wolfsburg erstmals als auflaufen. © Florian Petrow
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Wenn 96 am Mittwochmittag in Wolfsburg testet, wirkt auch einer der neuen Hoffnungsträger mit: Gaël Ondoua, ihm ist die Rolle als Boss im Mittelfeld zugedacht. "Er macht von der Fitness einen guten Eindruck. Passt", sagt Trainer Jan Zimmermann über den neuen Sechser.

Es ist so eine Sache mit vertragslosen Spielern. Alle halten sich irgendwie immer fit, mit Personal-Coaches, wie es heißt. Bei Pa­trick Twumasi hatte dieses an­geb­li­che Individualtraining wenig ge­bracht. 96 verpflichtete vor ei­nem Jahr für 800 000 Euro einen „Unterschiedsspieler“, der nicht fit war.

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Gaël Ondoua ist ablösefrei gekommen, seit Mai hat er nicht mehr gespielt. Dennoch soll er fit genug sein, um am Mittwochmittag im Testspiel beim VfL Wolfsburg (12 Uhr, Trainingsplatz A) mitzumischen. „Er macht von der Fitness einen guten Eindruck. Passt“, sagt Trainer Jan Zimmermann.

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Ondoua macht vom ersten Trainingstag den Eindruck, dass er seine Rolle annimmt. Er soll der neue Boss im defensiven Mittelfeld sein. Auf jener Position, wo bisher Dominik Kaiser, Sebastian Ernst oder auch Mike Frantz den Ansprüchen des Postens nicht gerecht werden konnten. Keiner von ihnen hat es gelernt, den riesigen Raum zwischen Abwehr und Angriff in beide Spielrichtungen abzudecken.

On­doua aber, der schon bei Servette Genf als einziger Sechser im 4-3-3-System spielte, scheint wie geschaffen für die Aufgabe. Genf spielte ein System, das auch Zimmermann vorschwebt, mit einem defensiven und zwei offensiveren Mittelfeldspielern. „Wir werden immer drei Mittelfeldspieler haben, da erwarte ich von allen ein bisschen Flexibilität“, sagt Zimmermann.

Es geht wohl bald körperlicher zur Sache

In Tom Trybull, der erst am Donnerstag aus der Quarantäne kommt, holte 96 noch einen zweiten Spieler von dem Format. Sowohl mit On­doua als auch Trybull hat 96 jetzt „andere Spielertypen, die gerade in der Zweikampfführung, Aggressivität und Denkweise eher defensiver ausgerichtet sind“. Dieses neue Denken war auch notwendig gewesen nach zehn Gegentoren in zwei Spielen.

Szenen von Ondoua aus Genf oder Trybull aus Norwich geben genügend Hinweise, dass 96 in Zu­kunft körperlicher zur Sache gehen wird. Genau das erhofft sich Zimmermann. Von den drei Mittelfeldspielern in Darmstadt (Kaiser, Kerk und Ernst) gewann keiner über die Hälfte seiner Zweikämpfe.


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Das Spiel in Wolfsburg soll ein neuer Anfang sein. „Wir nehmen das schon auch noch mal als guten Test für uns, um an unseren Ideen zu arbeiten, wir werden versuchen, unseren Rhythmus zu finden“, sagt der Trainer.

Der Bundesliga-Spitzenreiter ist dabei eine echte Prüfung für den neuen Mittelfeldboss, auch wenn Wolfsburg mit einer durch A-Klasse-Spieler verstärkten B-Elf antreten wird. Luca Waldschmidt soll zum ersten Mal stürmen – die Passwege zu dem Nationalstürmer darf Ondoua effektiv durchkreuzen.