10. Februar 2015 / 10:04 Uhr

Hannover 96: Hooligan-Gruppierung Vulture-Hannover 13 (VH-13) löst sich auf

Hannover 96: Hooligan-Gruppierung Vulture-Hannover 13 (VH-13) löst sich auf

Gerrit Pfennig
Leipziger Volkszeitung
Ein Banner der Gruppe beim Spiel der 96-Reserve.
Ein Banner der Gruppe beim Spiel der 96-Reserve. © Sascha Priesemann (Archiv)
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Mitglieder der Gruppe stehen unter Verdacht, im Oktober eine junge Frau in der Nähe des Hauptbahnhofs brutal zusammengeschlagen zu haben.

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Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Januar, wonach Hooligan-Gruppierungen als kriminelle Vereinigungen eingestuft werden können, zog jetzt offenbar ein Klub aus Hannover die Konsequenzen. Die Gruppe „Vulture Hannover 13“ (VH-13) hat sich aufgelöst.

Bei VH-13 soll es sich um eine Anzahl von 96-Fans im unteren zweistelligen Bereich handeln. Sie traten erst seit kurzem bei den Heimspielen der zweiten Mannschaft auf und machten vor allem mit einem angeblichen Angriff von sich reden. So sollen Mitglieder von VH-13 mehrfach in der Nordstadt linke Aktivisten attackiert haben. In der Nähe des Hauptbahnhofs sollen sie im Oktober dann eine junge Frau so brutal zusammengeschlagen haben, dass sie notoperiert werden musste. Dieser Fall führte im November zu einer Antifa-Demo.

Polizeisprecher Holger Hilgenberg bestätigte auf Anfrage die Auflösung der Gruppe. Wegen des angeblichen Angriffs am Hauptbahnhof habe es jedoch keine Anzeigen gegeben.

Nach dem BGH-Urteil hatten sich bereits mehrere Hooligan-Gruppen in Deutschland aufgelöst – offenbar, um einer drohenden Überwachung als kriminelle Vereinigung aus dem Weg zu gehen. Beim Innenministerium sieht man die Lage jedoch gelassen: „Nach hier vorliegenden Informationen treten Hooligan-Gruppen in Niedersachsen derzeit eher wenig in Erscheinung“, so Sprecher Matthias Eichler.