11. April 2019 / 07:33 Uhr

Heldt-Nachfolger soll zur 96-Philosophie passen - Entscheidung wohl erst "Mitte Mai" 

Heldt-Nachfolger soll zur 96-Philosophie passen - Entscheidung wohl erst "Mitte Mai" 

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind tüftelt aktuell an der idealen Lösung auf der Manager-Position für Hannover 96. 
Martin Kind tüftelt aktuell an der idealen Lösung auf der Manager-Position für Hannover 96.  © imago
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Es sind derzeit turbulente Tage bei Hannover 96. Der Abstieg aus der Bundesliga ist so gut wie sicher, dazu kam jüngst die Trennung von Manager Horst Heldt. Die Suche nach einem Nachfolger könnte einige Zeit in Anspruch nehmen, ließ 96-Chef Martin Kind verkünden. Der neue Sportchef soll schließlich zur Philosophie passen. 

Horst Heldt war kein Transferheld – die 96-Hoffnung ist nach der Freistellung des Managers, dass es der Nachfolger besser machen wird. Der Sportchef bleibt neben dem Trainer der Mann, der über Wohl und Wehe, Erfolg oder Misserfolg eines Vereins entscheidet. Die beste Zeit erlebte 96 nicht zufällig unter Jörg Schmadtke, mit ihm ging es auf Europatour. Der Sportchef holte unter anderen Topstürmer wie Didier Ya Konan, Mo Abdellaoue oder Mame Diouf nach Hannover.

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Kevin Akpoguma (im Team seit 2019): Vertrag <b>läuft am Saisonende aus</b> (ausgeliehen) Zur Galerie
Kevin Akpoguma (im Team seit 2019): Vertrag läuft am Saisonende aus (ausgeliehen) ©

"Wir lassen uns diesmal Zeit"

Das Ziel für den Heldt-Nachfolger wird ein paar Nummern kleiner sein als Europa. Die möglichst sofortige Rückkehr in die Bundesliga strebt der 96-Chef an. Martin Kind plant „den Neuanfang, wir wollen das Paket Bundesliga-Fußball neu strukturieren“, erklärt der 74-Jährige die Vorgabe: „Wir legen die 96-Philosophie fest und suchen danach die Leute aus.“

Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, das weiß auch Kind. „Das ist ein hehrer Anspruch und Versuch, inwieweit das realistisch ist, wird man sehen.“ Denn das Geschäft ist schnelllebig und kaum berechenbar. „Im Laufe der Saison werden Entscheidungen immer unter Druck getroffen.“ Diese Last will Kind minimieren. „Wir lassen uns diesmal Zeit“, sagt er, der Heldt-Nachfolger soll intensiv gescoutet und durchleuchtet werden. „Wir sprechen mit den Leuten, sie können uns ihre Vorstellungen präsentieren.“

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Kandidatenliste ist lang

Namen werden viele gehandelt. „Die Berater machen unglaublichen Druck“, berichtet Kind. „Wenn sie einen Kandidaten haben, fassen sie ausdauernd nach.“ Im Gespräch sind auch Manager, „die in den letzten Jahren in der Bundesliga tätig waren. Es gibt auch Kandidaten, die gültige Verträge haben.“ Markus Krösche ist einer davon. Der 38-Jährige, in Hannover geboren, ist bei Zweitligist Paderborn bis 2022 gebunden. „Wir beschäftigen uns mit ihm“, bestätigt Kind das 96-Interesse.

Auch mit Dietmar Beiersdorfer befasst sich 96, der 55-jährige ehemalige HSV-Vorstand bringt mehr Führungserfahrung mit. Der Ex-Leverkusener Jonas Boldt ist ebenso in der Verlosung. Noch kein Thema ist Gladbach-Trainer Dieter Hecking, das könnte sich erst in den nächsten Jahren ändern. Auch Ex-Werder- und Wolfsburg-Manager Klaus Allofs spielt keine Rolle in den 96-Überlegungen, der Ex-Schalker Christian Heidel ebenfalls nicht.

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Aufsichtsräte führen Gespräche

Die Gespräche mit den Kandidaten führen „zwei Gesellschafter und Vertreter der Gremien“, neben Kind noch Dirk Roßmann und Aufsichtsratschef Gerhard Schröder und andere Aufsichtsräte.


Ihr aller Wunsch ist „eine junge, dynamische, frische Lösung“ zu finden. „Wir haben einige Leute mit diesem Profil in der Vorauswahl. Aber es kann sein, dass das am Ende nicht die Kriterien sind, die die beste Lösung darstellen.“ Für Kind der wichtigste Punkt: „Ich muss Vertrauen haben.“ Womöglich läuft es auf eine Doppellösung hinaus, mit Beiersdorfer als Chef und Krösche als Kaderplaner.

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Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. Zur Galerie
Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. ©

"Bis Mitte Mai werden wir brauchen"

Es wird aber noch dauern, bis der neue Transferheld inthronisiert wird. „Bis Ostern schaffen wir das nicht“, sagt Kind, „bis Mitte Mai werden wir brauchen.“ Das wäre dann etwa zum Saisonende am 18. Mai – oder besser: zum Abstieg.