14. November 2021 / 17:56 Uhr

Kurve gekriegt: 96-Reserve feiert 5:1-Kantersieg im Stadtderby beim HSC

Kurve gekriegt: 96-Reserve feiert 5:1-Kantersieg im Stadtderby beim HSC

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der sitzt: Rene Rüther erhöht für 96 II auf 3:1.
Der sitzt: Rene Rüther erhöht für 96 II auf 3:1. © Florian Petrow
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Nach fünf Spielen am Stück ohne Sieg hat die 96-Reserve mal wieder einen Dreier eingefahren - und das ausgerechnet im Derby beim HSC. "Wir waren in der zweiten Hälfte zielstrebiger, konsequenter und präziser in allen Bereichen", lobte Coach Christoph Dabrowski.

Einmal wird es hitzig und es kommt so etwas wie Derbystimmung auf: Igor Antunovic schießt, nach links abgedrängt, zu mittig aufs Tor der 96-Reserve, wird dabei allerdings auch vom grätschenden Pascal Schmedebach unglücklich erwischt. Der HSC-Spieler bleibt am Boden liegen, die Gäste treiben den Ball schnell nach vorn. Jan-Erik Eichhorn hat viel Platz, wird von seinem aufgesprungenen Trainer Christoph Dabrowski mehrfach zu mehr Tempo aufgefordert.

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Die HSC-Bank springt auf, fordert Eichhorn auf, den Ball doch ins Aus zu schießen, damit Antunovic behandelt werden kann, was das 96-Talent schließlich auch tut. Es kommt es zu hitzigen Wortgefechten. „Wir sind doch hier nicht beim Mädchenfußball. Gleich steht er wieder auf und spielt weiter, als wenn nichts passiert wäre“, sagt die 96-Bank. „Halt’s Maul“, kommt von der Gegenseite.

Bilder vom Spiel der Regionalliga Nord zwischen dem HSC Hannover und Hannover 96 II

Reichlich Fußballerfahrung auf der 96-Bank: Michael Tarnat (von links), Christoph Dabrowski und Christian Schulz. Zur Galerie
Reichlich Fußballerfahrung auf der 96-Bank: Michael Tarnat (von links), Christoph Dabrowski und Christian Schulz. ©

Die Emotionen mussten raus, das Stadtderby der Regionalliga Nord war kurz danach entschieden. Die 96-Reserve setzte sich nach fünf sieglosen Spielen am Ende deutlich mit 5:1 (1:1) beim HSC durch und sammelte damit eminent wichtige Punkte im Kampf um Platz fünf und die damit verbundene Qualifikation für die Aufstiegsrunde.

Eine Stunde lang war das Derby offen, hätte durchaus in beide Seiten kippen können. Die erste Torannäherung gelang dem HSC, das erste Tor 96. Ein Querschläger von Niko Vukancic landete bei Thilo Töpken, der aus 17 Metern trocken ins rechte Eck abschloss (8. Minute). Die Gastgeber zeigten sich keinesfalls beeindruckt, gefährlicher blieben die 96-Talente. Töpken hätte wenig später das 2:0 nachlegen müssen: Nach klugem Pass von Mick Gudra umkurvte die einzige Spitze Leon Frelke, schoss aber neben das Tor (19.). Bei Gudras 18-Meter-Schuss sowie beim Nachschuss von Lawrence Ennali war der HSC-Keeper zur Stelle (20.).

Kokott lässt nach vorn abklatschen, Wiederholt staubt ab

Nach schönem Spielzug über die rechte Seite glich der HSC schließlich aus. Marko Ilic passte von der Grundlinie in den Rückraum, Gürkan Öneys Schuss ließ 96-Torwart Pascal Kokott nur nach vorne abklatschen, Martin Wiederhold stand goldrichtig und staubte ab (25.).

Das Spiel kippte kurz nach Wiederanpfiff und dann immer mehr – begünstigt durch einen Ball, den Frelke mittig klärte. Marin Popovic zog auf links zur Grundlinie, flankte, Frelke klärte nicht entscheidend und Profi-Leihgabe Lawrence Ennali schloss eiskalt zur erneuten Führung ab (52.). 96 kontrollierte nun das Spiel, ließ Ball und Gegner laufen. Kurz nach beschriebenem Wortgefecht schoss abermals Frelke einen Ball unkontrolliert aus dem Strafraum – Rene Rüther fing ihn ab und schlenzte ihn wundervoll zum 3:1 ins lange Eck (68.).


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„Das 2:1 und 3:1“, sagte HSC-Trainer Martin Polomka, „sind individuelle Fehler. Klar, blöd, darf man nicht machen, aber der Junge ist selbst mit Sicherheit am meisten enttäuscht. Da mache ich ihm keinen Vorwurf. Danach war das Spiel natürlich entschieden war.“ Und hätte nach den weiteren Toren von Töpken (74.) und Popovic (84.) auch noch deutlicher ausfallen können. „In der zweiten Hälfte waren wir schon zielstrebiger, konsequenter und präziser in allen Bereichen, weswegen der Sieg auch in der Höhe nicht unverdient ist“, sagte Dabrowski.

Die Emotionen mussten kurz vor dem Ende offensichtlich auch bei zwei Bankdrückern des HSC raus. Mit Folgen: Yannick Bahls hat Polomka suspendiert, Ebrahim Fahranak soll in die Reserve strafversetzt werden. „Sie haben sich draußen nicht korrekt verhalten, wie es sich gehört als Mannschaft. Ärger und Frust darf man ja haben, aber in einem gewissen Rahmen“, sagte Polomka.