30. Mai 2021 / 19:00 Uhr

Köln macht das Rennen: Abwehrchef Timo Hübers verlässt 96 ablösefrei

Köln macht das Rennen: Abwehrchef Timo Hübers verlässt 96 ablösefrei

Dirk Tietenberg und Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Timo Hübers verlässt 96 und schließt sich dem 1. FC Köln an, wie er es schon einmal getan hat.
Timo Hübers verlässt 96 und schließt sich dem 1. FC Köln an, wie er es schon einmal getan hat. © Florian Petrow
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Hannover 96 hat das Werben um Timo Hübers verloren. Der Abwehrchef, dessen Vertrag ausläuft, verlässt die Roten ablösefrei und schließt sich nach SPORTBUZZER-Informationen erneut dem 1. FC Köln an, für dessen Reserve er schon in der Saison 2015/16 verteidigte.

Das waren sie dann wohl, die letzten Schritte von Timo Hübers vor der Nordkurve. Der 24-Jährige ging nachdenklich noch einmal ein paar Meter Arenarasen auf und ab. Er berichtete nachher, er habe über sein letztes Mal nachgedacht im Trikot von Hannover 96, sogar mit der Kapitänsbinde am Arm. Nun stehen die Zeichen auf Abschied. Hübers geht nach SPORTBUZZER-Informationen zum 1. FC Köln.

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Die Kölner haben sich in der Relegation durch ein 5:1 mit Kopfballstärke gegen Holstein Kiel gerettet. Der "Effzeh" bleibt also erstklassig – und bekommt einen kopfballstarken Verteidiger dazu. Hübers soll für Montag seinen Abschied von den Fans in Hannover bereits vorbereitet haben.

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„Nach der Logik der Entwicklung gehe ich davon aus, dass er uns verlässt“, sagte 96-Chef Martin Kind am Sonntag. Die Verhandlungen für eine Vertragsverlängerung liefen mal positiv und mal negativ. Das Pendel schlug nun Richtung Erstklassigkeit aus. 

Verständnis für den Wechsel ist da

Hübers wollte sich eigentlich Zeit lassen, allerdings bis zum Trainingsstart des alten oder neuen Klubs Bescheid wissen. Bis zum Schluss beteiligten sich Absteiger Schalke, dazu 96 mit dem neuen Trainer Jan Zimmermann und die Kölner am Werben um den 24-Jährigen. Und wie das in so einem Wettrennen eben ist: Es muss irgendwann schnell gehen. Köln wird das Rennen machen. Hübers kennt die Stadt, vor sechs Jahren hatte er dort bei den Amateuren verteidigt, eher er zu 96 zurückkehrte. 

Nach dem Nürnberg-Spiel war Hübers trotz seines auslaufenden Vertrages nicht verabschiedet worden wie ein halbes Dutzend anderer Profis. Er müsse sich entscheiden, Kopf oder Herz, so nannte er den inneren Zwiespalt. Der Kopf, seine Karriere, der Reiz der Bundesliga schlugen seine emotionale Bindung zu Hannover, seinem Wahlviertel Linden und seinem Lieblingsverein 96. Intern zeigte der Klub Verständnis für den persönlichen Aufstieg in die Bundesliga.

Hannover 96 hätte ihn gern behalten, aber nicht um jeden Preis. Knapp über eine halbe Million Euro hatte man ihm angeboten. Hübers war zwar Abwehrchef und erzielte zwei Kopfballtore. Als er wegen seiner Muskelverletzung acht Spiele ausfiel, schluckte 96 in acht Spielen 20 Gegentore. Ohne Hübers war die Mannschaft anfälliger, aber seine Verletzungsanfälligkeit ist er nicht losgeworden.