04. November 2021 / 07:26 Uhr

Abstieg? "Das wird nicht passieren", ist sich 96-Profi Dominik Kaiser sicher

Abstieg? "Das wird nicht passieren", ist sich 96-Profi Dominik Kaiser sicher

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dominik Kaiser gibt sich im SPORTBUZZER-Interview überzeugt, dass er mit 96 nicht absteigen wird.
Dominik Kaiser gibt sich im SPORTBUZZER-Interview überzeugt, dass er mit 96 nicht absteigen wird. © Florian Petrow
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Dominik Kaiser war Kapitän bei 96. Von der Bank ist er jüngst wieder in die Startelf gerutscht. Im Interview mit dem SPORTBUZZER analysiert er die Lage bei den Roten - kritisch und offen. Dass er erstmals in seiner Karriere absteigt, "wird nicht passieren", gibt der 33-Jährige sich überzeugt.

Dominik Kaiser, wie ist bei 96 die Liga-Lage?

Die kann keinen bei 96 zufriedenstellen. Die Tabellensituation ist nicht gut. Die Leistungen der letzten Wochen waren nicht auf dem Level unseres Anspruchs. Es ist eine Unzufriedenheit da, das ist normal. Wichtig ist, am Samstag einen Dreier einzufahren, wir wollen und müssen unsere Lage verbessern.

Sie sind sich der Gefahr und des Abstiegskampfs bewusst?

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Wir brauchen eine bessere Leistung. Es ist auch wichtig, dass uns die Lage bewusst ist.

Fällt das Wort Abstiegskampf in der Kabine?

Natürlich setzen wir uns mit der Situation auseinander. Ob das Wort fällt oder nicht, das ist zweitrangig. Wir brauchen die Punkte. Die Leistung, die wir bisher abrufen, reicht nicht, um Woche für Woche zu gewinnen. Und das ist unser Thema. Wir wissen, dass wir extrem aufpassen müssen. Wir müssen stabiler sein, aber sind es gerade nicht. Ich sehe das jetzt nicht ganz schwarz. Wir haben auch schon gezeigt, dass wir es draufhaben.


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Wie kommt es zu so einer zweiten Hälfte gegen Aue nach dem Gegentor?

Das ist schwer für uns, zu akzeptieren, dass uns so ein Gegentor aus der Bahn wirft. Wir haben gegen Düsseldorf im Pokal eine ordentliche Partie geliefert, gegen Aue einen guten Start gehabt, ohne groß zu glänzen. Darauf folgt dann so eine zweite Halbzeit. Das war ein extremes Negativerlebnis. Da war auch im Stadion vollkommen zu Recht eine negative Stimmung. Wir müssen nun versuchen, übers Training ein positives Gefühl für Düsseldorf zu schaffen. Das zählt jetzt für mich. Dieses Spiel ist sicher sehr wichtig für uns.

Wie erleben Sie den Trainer?

Genau wie für uns Spieler ist das auch für ihn eine schwierige Situation. Wir haben uns alle einen etwas anderen Verlauf des ersten Saisondrittels erhofft, auch er. Wir sitzen aber jetzt alle im gleichen Boot. Wir brauchen das Gefühl, mit Selbstvertrauen Spiele zu gewinnen.

Wir haben vermutet, dass die beste Zeit von Dominik Kaiser vorbei ist. Ärgert Sie das? Wie ist Ihre Rolle?

Was in der Presse steht, lasse ich nicht so sehr an mich heran. Ich wusste ja auch, dass ein solcher Umbruch mit neuem Trainer und neuer Mannschaft eine Veränderung auch für mich bedeuten kann. Wenn man weniger Spielzeit bekommt, macht das natürlich nicht glücklich, es hat mich aber auch nicht runtergezogen.

Ich will eine Option für den Trainer sein und die Leistung auf dem höchstmöglichen Niveau abrufen. Ich versuche, in richtig guter Form zu sein, der Mannschaft zu helfen, ich bin ein Teamspieler. Ich habe sicher nicht brilliert bisher, aber niemand kann mir vorwerfen, dass ich nicht für alle und den Verein Gas geben würde.

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Na ja, die Noten sind mir nicht wichtig. Aber die Tore sind ein Kritikpunkt bei mir. Ich sollte torgefährlicher sein. Ich war oft genug in der Position, um Tore zu machen, um mal die Note 2,5 zu bekommen. Aber: Wir brauchen Punkte und keine Kaiser-Tore. Wir sind im Mittelfeld generell auch gefordert, auf die Kiste zu ballern. Wenn nur Kerki trifft, und es zum Siegen reicht, ist es auch egal.

Sind Sie schon mal abgestiegen?

Nein, und das wird auch nicht passieren. Davon bin ich fest überzeugt.

Träumen zu viele von der 1. Liga?

Das glaube ich nicht. Wir haben genügend Spieler dabei oder neue Spieler, die in der 2. Liga Eckpfeiler waren. Die wissen schon, was man hier abrufen muss.

Warum funktionieren Sebastian Ernst oder Sebastian Kerk oder andere denn nicht so wie bei den anderen Klubs?

Ich denke, für uns alle gilt: Wir haben zuletzt aus meiner Sicht einen typischen Zweitligafußball gespielt, uns beschränkt auf eine Klarheit im Spiel und sind ja in der Regel auch zu Gelegenheiten gekommen. Aber wir haben es verpasst, die Spiele auf unsere Seite zu ziehen, als wir am Drücker waren. Ich glaube, dieser einfache Fußball ist der Weg für die nächsten Wochen, um wieder einen gepflegteren Fußball spielen zu können. Wir müssen mehr Druck machen und das Spiel dann auch ziehen.