07. April 2020 / 08:37 Uhr

"Brutaler Nachteil für uns": 96-Sportchef Zuber fordert große Lösung der DFL

"Brutaler Nachteil für uns": 96-Sportchef Zuber fordert große Lösung der DFL

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gerhard Zuber beklagt, dass andere Mannschaften trainieren konnten, während Hannover 96 in Quarantäne verharren musste.
Gerhard Zuber beklagt, dass andere Mannschaften trainieren konnten, während Hannover 96 in Quarantäne verharren musste. © imago images
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Das Training der Profis in der HDI-Arena lief noch, die ersten Gruppen waren fertig. Da hat der SPORTBUZZER in einer Whatsapp-Konferenz mit Gerhard Zuber, dem Sportlichen Leiter von Hannover 96, gesprochen - über den Startschuss zur Rückkehr, aber auch einen Wettbewerbsnachteil.

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Gerhard Zuber, andere Klubs trainieren schon länger wieder. Hannover 96 setzt seit vier Wochen aus und hält sich an die Vorgaben der Liga. Hat 96 einen Wettbewerbsnachteil?

Es ist schon ein brutaler Nachteil für uns. Andere haben trainiert, und wir mussten komplett in Quarantäne. Zukünftig gehört es einheitlich geregelt, damit jeder die gleichen Voraussetzungen hat. Da brauchen wir eine große Lösung der DFL. Jeder hat seine Hausaufgaben in den einzelnen Ländern gemacht. Wir müssen mal klar sagen, dass wir Vorreiter sind für andere Berufsgruppen auch.

Inwiefern?

Wir treffen alle Maßnahmen, um die Wirtschaft in Gang zu kriegen und unseren Beruf wieder ausüben zu können. Alle arbeiten professionell und gut. Wir sind untereinander in einem sehr guten Austausch, damit wir wirtschaftspolitischer Vorreiter sind und alles wieder in Gang gesetzt wird.

Bilder vom ersten Training von Hannover 96 nach vier Wochen (6. April 2020)

Erstes Training in der HDI-Arena:
 Marvin Bakalorz mit kurzen Haaren. Zur Galerie
Erstes Training in der HDI-Arena: Marvin Bakalorz mit kurzen Haaren. ©

Andere Sportler begrüßen den Neustart des Profifußballs vielleicht, andere beklagen sich. Bekommt der Fußball eine Extrawurst?

Nein. Ich glaube, dass man alle jene, die andere wirtschaftliche Voraussetzungen haben, als Zugpferd benutzen sollte. Im Fußball kannst du vielleicht ein paar Hebel mehr in Bewegung setzen, mit gutem Beispiel vorangehen, bestimmte Fälle schaffen, damit andere nachziehen können. Das muss Hand in Hand gehen. Man muss solidarisch sein allen Sportlern gegenüber. Einer muss den Anstoß geben.

Unter welchen Voraussetzungen?

Natürlich muss es nach den Richtlinien der Verordnung und des Gesundheitsministeriums laufen. Selbstdisziplin ist da ein großes Thema. Und gerade bei Sportlern ist es so, dass jeder auf seine Gesundheit extrem achtet. Deshalb würde ich es begrüßen, wenn andere Sportarten auf den Zug aufspringen können. Wir tun alles, damit wir vorangehen - um den anderen die Möglichkeit zu geben, nachzuziehen.

Mehr über Hannover 96

Was glauben Sie: Wird die Saison zu Ende gespielt?

Jeder hofft das, damit das normale Leben wieder Fahrt aufnimmt. Ich glaube, das ist überall spürbar. Es würde uns alle freuen, wenn es wieder losgeht.