03. August 2020 / 06:57 Uhr

"Fühle mich mit beiden sehr wohl": Hendrik Weydandt über die Torwartdebatte bei 96

"Fühle mich mit beiden sehr wohl": Hendrik Weydandt über die Torwartdebatte bei 96

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hendrik Weydandt (links) pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zum ausgebooteten Torhüter Ron-Robert Zieler.
Hendrik Weydandt (links) pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zum ausgebooteten Torhüter Ron-Robert Zieler. © imago images/Team 2
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Nachdem Hendrik Weydandt seinen Vertrag bei Hannover 96 verlängert hat, sind die Roten ganz vorn gut aufgestellt. Auch im Tor herrscht bei 96 keine Personalnot, und doch wird über diese Position diskutiert. Im Interview mit dem SPORTBUZZER bezieht der Stürmer auch Stellung zur Torwartdebatte.

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Der Vater von Ron-Robert Zieler hat sich nun zu Wort gemeldet. Raimunt Zieler bezeichnet das 96-Verhalten seinem Sohn gegenüber als „schäbig“. Würde sich Ihr Vater auch so vor Sie werfen?

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Zweifelsohne. Ich denke, es ist in einem gesunden Vater-Sohn-Verhältnis normal, dass man füreinander Partei ergreift. Für mich ist das aber nicht der richtige Zeitpunkt, auf ein Vater-Sohn-Verhältnis eines Mitspielers näher einzugehen. Zur Wortwahl möchte ich auch nichts sagen. Es geht mich auch nichts an. Ich kann nur sagen: Mein Vater hat einen Beschützerinstinkt. Aber welcher Vater hat das nicht?

Michael Esser ist zurück, Ron-Robert Zieler noch da, der Mannschaftsrat steht komplett auf dem Prüfstand. Wie ist die Stimmung in der Kabine denn gerade?

Das wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. Nach den zwei negativen Corona-Tests dürfen wir uns hier jetzt erst alle zusammen treffen. Da kann man zur Stimmung in der Kabine leider noch gar nichts sagen, aber ich erwarte sie rundum positiv. Außerdem gibt es noch andere Dinge außer Fußball, über die man sich unterhalten kann.

Ich freue mich jedenfalls, dass Bruno (Michael Esser, Anm. d. Red.) zurück ist. Und ich freue mich, dass ich Ron wiedersehe, weil ich eine tolle Freundschaft zu ihm aufgebaut habe. Freundschaftlich kann ich sagen: Ich fühle mich mit beiden sehr wohl – und sportlich ist es nicht meine Entscheidung.

Zum ersten Teil des Interviews

Wie ist denn der sportliche Plan bei 96?

Was der Trainer in den letzten Spielen gepredigt hat, ist Kontinuität, und ich sehe das genauso. In den letzten Spielen haben wir Automatismen drin gehabt. Ich sehe, dass wir eine Mannschaftsidentität und eine Erfolgsgier entwickelt haben. Das als Team zu haben, ist die Kunst – auch die Kunst eines Trainers.

Von Anfang an wollen wir oben mitspielen. Das ist uns im letzten Jahr nicht gelungen. Da haben wir angefangen, auf Abstände nach oben zu gucken, später auf die Abstände nach unten. Da ist man dann nicht auf die eigentliche Aufgabe konzentriert. Aber genau weiß man es natürlich nie. Es wird sowieso eine andere Saison.

Warum?

Viele Vereine sind durch die Corona-Krise gebeutelt und haben Probleme, die sie im letzten Sommer nicht hatten. Das verändert ein wenig den Fokus auf das Spiel. Ich glaube, wir haben im Fußball ein Stück weit eine neue Zeitrechnung. Und ich glaube, die Voraussetzungen für uns sind sehr gut.

Das sind die Rückennummern der Spieler von Hannover 96

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1 Martin Hansen ©

Fühlen Sie sich in der Corona-Zeit als Spielball der Gesellschaft?

Wir müssen uns dafür bedanken, dass wir spielen durften und spielen dürfen.

Sollen Fans wieder ins Stadion? Auch Schritt für Schritt?

Wann das sein wird, sollen die Experten entscheiden. Ich würde mich freuen, wenn die Fans zurückkommen, wenn es sein muss, Schritt für Schritt. Man sollte aber auf den richtigen Zeitpunkt warten.

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Welchen Schritt machen Sie in der nächsten Saison? Läuft da eine Wette mit Marvin Ducksch?

Ich wäre ja blöd, wenn ich von einer Wette mit Duckschi erzählen würde. Wie sieht das denn aus, wenn ich verliere? (lacht)

Haben Sie eine Treffermarke, die Sie sich setzen?

Das ergibt keinen Sinn. Das macht doch nur unnötig Druck in einer Situation, in der es nur darum geht, den Ball sauber reinzuschießen. Natürlich geht es für einen Stürmer um Tore. Ich möchte immer mehr machen, mehr als in den letzten Jahren. Aber: Wer will das nicht?