25. August 2017 / 10:46 Uhr

"Ich fühle mich richtig fit": Das große Interview mit Kenan Karaman

"Ich fühle mich richtig fit": Das große Interview mit Kenan Karaman

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kenan Karaman freut sich über seinen Treffer im Hinspiel...
Kenan Karaman freut sich über seinen Treffer im Derby gegen Braunschweig © dpa
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Kenan Karaman wurde Jahr für Jahr wichtiger für Hannover 96, inzwischen ist er ein Kandidat für die Startelf. Im großen Interview spricht der Offensivspieler über seine Ziele, den Teamgeist in der Mannschaft und die Rückkehr in die Bundesliga. 

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Kenan Karaman, mit zwölf Kilometern haben Sie die weitesten Wege von allen in Mainz gemacht. Lernen wir den fittesten Karaman aller Zeiten kennen?

Das kann man schon so sagen. Ich fühle mich richtig fit und spritzig.

Ihr Ballgewinn und die Vorlage zu Felix Klaus hätte das erste Tor sein können. Sind Sie jetzt auch Balljäger geworden?

Ballrückeroberung ist etwas, das mir durchaus liegt. Ich bin im ersten Spiel gut in die Zweikämpfe gekommen, wie in dieser einen Szene. Wir sind nicht mehr in jedem Spiel Favorit wie in der zweiten Liga. Es ist wichtig, dass wir uns den Ball holen und schnell umschalten. Eine gute Laufleistung ist da immens wichtig.

​"Ich habe einen guten Draht zu Eddy"

Sie haben Kapitän Edgar Prib ersetzt. Haben Sie mit ihm vor dem Spiel gesprochen?

Ich habe einen guten Draht zu Eddy. Wir sind auch Nachbarn. Wir hatten ein gutes Gespräch. Er hat mir gesagt, dass er sich keine Sorgen macht und ich die Rolle genauso gut ausfüllen kann wie er. Ich habe geantwortet, dass ich einspringen werde – auch für unseren Kapitän. Ich denke, wir haben ein gutes Zeichen gesendet in Mainz, damit sich unser Kapitän entspannt auf seine Reha konzentrieren kann.

Das sind die Transfergerüchte rund um Hannover 96

Ryan Kent: 96 bemüht
 sich um Ryan Kent von Liverpool FC, dem Club von
 Trainer Jürgen Klopp. Der 20-jährige Linksaußen bereitete beim 3:0 gegen Bayern beim Audi-Cup ein Tor vor. Zur Galerie
Ryan Kent: 96 bemüht sich um Ryan Kent von Liverpool FC, dem Club von Trainer Jürgen Klopp. Der 20-jährige Linksaußen bereitete beim 3:0 gegen Bayern beim Audi-Cup ein Tor vor. ©
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Muss man sich um 96 und den Klassenerhalt Sorgen machen?

Es ist für einen Aufsteiger normal, dass man uns als Absteiger Nummer eins sieht. Aber mit uns ist zu rechnen in dieser Saison. Viele Mannschaften werden es schwer gegen uns haben. Das erste Spiel war gut. Das hatten wir auch schon anders.

Was macht den Unterschied zur zweiten Liga aus?

Das Tempo ist viel höher. Der zweite Unterschied ist, dass wir als Underdog in die Spiele gehen. Aber der Trainer hat uns gut vorbereitet; und jeder weiß, was er zu tun hat. Wenn jeder sich daran hält, dann sind wir schwer zu knacken.

Wird Schalke noch schwieriger?

Definitiv. Schalke ist ein großer Club, sie haben es mit dem neuen Trainer gegen Leipzig ganz gut gemacht. Aber wir sind daheim lange ungeschlagen, ich hoffe, dass es so bleibt. Wenn wir unsere Laufleistung bringen und sich jeder an die taktischen Vorgaben hält, dann werden es auch die Schalker nicht leicht haben.

Nerd-Wissen zur Partie Hannover 96 gegen den FC Schalke 04:

Nerd-Wissen zur Partie von Hannover 96 gegen den FC Schalke 04. Zur Galerie
Nerd-Wissen zur Partie von Hannover 96 gegen den FC Schalke 04. ©

Vor dem ersten Heimspiel: Wie ist die Stimmung intern?

Das Gefühl kann ich gar nicht richtig beschreiben, wie weh der Abstieg getan hat. Der Blick auf die Tribüne, wie die Leute gelitten haben, als der Abstieg feststand und wie die Stadt dann wieder zu uns gehalten hat. Wir freuen uns einfach alle auf das erste Spiel nach einem Jahr. Dafür haben wir alle über Monate hart gearbeitet. Es ist einfach ein geiles Gefühl, wieder Bundesliga zu spielen.

​"Wir wissen, dass wir Verstärkung brauchen"

Schalke will noch 50 Millionen Euro ausgeben, 96 macht Rekordtransfers. Wie sehen Sie die Situation und die Diskussion um Verstärkungen?

Wir wissen, dass wir Verstärkungen brauchen. Es kann halt schnell gehen, dass sich jemand verletzt. Das haben wir bei Eddy gesehen. Ich finde es gut, wenn Konkurrenz da ist.

Auch wenn es Ihre Position betrifft?

Auch dann. Das ist ja jedes Jahr so, dass neue Spieler dazukommen.

Wie nimmt die Mannschaft Neue wie Jonathas auf?

Es ist schwer, sich bei uns nicht zu integrieren. Ich denke, Jonathas fühlt sich schon nach den wenigen Tagen sehr wohl. Felipe kümmert sich um ihn, wir gehen auf ihn zu, reden mit ihm und wollen ihm das Gefühl geben, dass er zu uns gehört.

Die Spitznamen der Spieler von Hannover 96

Philipp Tschauner: Spitzname Tschauni. Zur Galerie
Philipp Tschauner: Spitzname "Tschauni". ©

Dass der Teamgeist gut ist, würde jedes Team behaupten. Was zeichnet die Stimmung bei 96 aus?

Das ist meine vierte Saison hier. In der Truppe, die wir jetzt haben, herrscht einfach ein Teamgeist. Das war die Jahre davor nicht so sehr der Fall. Wenn es nicht so läuft, dann muss man auch zusammenhalten. Und das ist uns damals nicht gelungen. Ich denke, mit der jetzigen Truppe passiert uns das nicht. Wir werden zueinanderstehen und vieles überstehen – zusammen.

Wie bekommt man das hin, an die eigene Karriere zu denken und gleichzeitig an die Mannschaft?

Wenn die Mannschaft nicht erfolgreich ist, dann schaut niemand auf dich. Wenn sie erfolgreich ist und du trägst dazu bei, dann sieht das jeder. Die Mannschaft soll über allem stehen. Das ist meine Einstellung. Trotzdem will jeder auf dem Platz stehen. Das ist ein schmaler Grat. Auch wenn die Situation aussichtslos erscheint: Im Fußball kommt immer die nächste Chance. Und dann musst du zupacken. Wenn du dann nicht da bist, bist du selbst schuld.

Haben Sie in Mainz zugepackt?

Ja. Ich finde schon.

Die zehn Spieler mit den meisten Partien für 96

Matthias Kuhlmey - 284 Spiele: Kuhlmey kam 1984 aus der eigenen Jugend von Hannover 96 in den Profikader und stieg mit dem Verein nur ein Jahr später in die Bundesliga auf. 1992 wurde er DFB-Pokalsieger. Zur Galerie
Matthias Kuhlmey - 284 Spiele: Kuhlmey kam 1984 aus der eigenen Jugend von Hannover 96 in den Profikader und stieg mit dem Verein nur ein Jahr später in die Bundesliga auf. 1992 wurde er DFB-Pokalsieger. ©

Wie ist Ihre Rolle im Team neben dem Platz?

Vielleicht können die anderen Spieler das besser beurteilen.

Es ist gerade kein anderer da.

Okay. Dann sage ich es so: Ich kenne mich in Hannover aus und biete neuen Spielern meine Hilfe an. Ich komme mit allen gut aus. Alle wissen, dass sie sich auf mich verlassen können – auf und neben dem Platz.

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