23. September 2021 / 10:43 Uhr

96-Linksverteidiger Hult über auslaufenden Vertrag: "Gab noch keine Gespräche"

96-Linksverteidiger Hult über auslaufenden Vertrag: "Gab noch keine Gespräche"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Niklas Hult hat sich bei 96 auf Anhieb als Stammspieler etabliert.
Niklas Hult hat sich bei 96 auf Anhieb als Stammspieler etabliert. © Florian Petrow
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Seit seinem Wechsel im August 2020 ist Niklas Hult unumstrittene Stammkraft bei 96. Nach der Saison läuft sein Vertrag aus. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER verrät der Schwede unter anderem, dass "es noch keine Gespräche mit dem Manager gab". Nach Schweden will er aber noch nicht zurück.

Niklas Hult ist im August 2020 von AEK Athen ablösefrei nach Hannover gewechselt. Der schwedische Ex-Nationalspieler zählt seither zu den konstantesten 96-Profis. Der 31-Jährige sprach mit dem SPORTBUZZER über …

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… seine Extraläufe nach dem Vormittagstraining am Mittwoch:

"Der Doc hat entschieden, dass ich nur eine der beiden Einheiten mitmachen soll. Also habe ich den Coach gefragt, ob es für ihn okay ist, wenn ich ein bisschen was extra mache. Wir hatten ja zwei Tage frei – und das mag ich gar nicht so gern. Ich mache gern viel, bleibe in Bewegung. Das ist manchmal auch mein Problem. Ich kann mein Alter nicht immer akzeptieren. (lacht) Aber es wird besser, ich werde schlauer und vorsichtiger mit meinem Körper."

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… die Verletzung, wegen der er zwei Spiele gefehlt hatte:

"Es ist etwas am Meniskus, ganz genau weiß ich es ehrlich gesagt auch nicht. (lacht) Wenn ich trainiere, habe ich noch leichte Schmerzen. Der Doc hat das Ziel angesetzt, in vier Wochen komplett schmerzfrei zu sein. Das 'Gute' an der Verletzung ist, dass ich damit problemlos trainieren kann. Bei den Spielen bin ich 100-prozentig fit, da ist man so fokussiert und spürt sowieso keinen Schmerz. Beim Training sind wir eben ein bisschen vorsichtig. Zweimal am Tag zu trainieren könnte noch ein bisschen zu viel sein. Aber es ist keine große Sache, wird von Woche zu Woche besser."

… den Umbruch bei 96:

"Wir hatten jetzt zwei gute Spiele, aber das soll noch lange nicht das Ende sein. Wir haben so viel geändert im Vergleich zur Vorsaison, das ist immer ein Prozess. Und der läuft auch noch. Unsere Gruppe, unser Team, die Trainer – wir sind alle hungrig, arbeiten in jedem Training hart. Gegen St. Pauli und Kiel haben wir jeweils eine gute erste Halbzeit gespielt, in der zweiten aber nicht so. Dafür haben wir Charakter gezeigt, gekämpft, sind viel gelaufen. Wir sind auf dem richtigen Weg."

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… neue Qualitäten:

"Wir hatten letztes Jahr auch einen ordentlichen Teamspirit, aber jetzt ist er noch besser, denke ich. Wir haben nicht nur gute Fußballer im Team, sondern einfach tolle Menschen. Wir helfen uns gegenseitig. Bei den Neuen hat es sich nach zwei Tagen schon angefühlt, als seien sie viel länger da. Wir sind Freunde, fast wie eine Familie. Und wir haben einfach in allen Bereichen einen guten Mix – junge und ältere Spieler, schnelle und starke."

… Druck und Ziele:

"Vergangene Saison war von Beginn an viel Druck zu spüren, man konnte aber schon früh absehen, dass es mit dem Aufstieg wahrscheinlich nichts wird. Natürlich wirkt sich das aus, da fühlt sich alles negativer an. Das hat sich angefühlt wie ein verschenktes Jahr. Das hat man am Ende der Saison auch gesehen, dass es schwierig war, noch auf 100 Prozent zu kommen, weil man die eigenen Ziele nicht mehr erreichen konnte. In diesem Jahr haben wir auch nicht so toll angefangen, aber wir hatten trotzdem irgendwie immer ein gutes Gefühl. Es fühlt sich alles viel positiver an. Das hat natürlich auch etwas mit dem Trainer zu tun."


… Jan Zimmermann:

"Er ist ein guter Typ, authentisch. Auf der einen Seite kann er hart sein, charakterstark – wenn wir auf dem Feld sind, konzentriert sein müssen, Videostudium betreiben. Und fünf Sekunden später macht er wieder Witze mit uns oder man trinkt einen Kaffee mit ihm. Viele Trainer sagen, man solle zu ihnen kommen, wenn was sei und man sprechen wolle. Aber nicht alle meinen das wirklich so. Jan meint es wirklich so, egal ob’s um Fußball geht oder das Leben."

… den auslaufenden Vertrag:

"Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl in Hannover, ich lächele jeden Tag, wenn ich zur Arbeit komme, mein Sohn ist hier geboren. Es ist immer ein bisschen komisch, wenn man ins letzte Vertragsjahr geht. Ich will nicht zu viel darüber nachdenken, aber klar weiß man, dass es meine letzte Saison hier sein könnte. Noch gab es aber keine Gespräche mit dem Manager. Ansonsten fragt der Präsident meines ehemaligen Klubs Elfsborg immer wieder mal, wann ich denn zurückkomme. (lacht) Aber noch will ich nicht zurück nach Schweden, vielleicht später mal. Wenn du dahin gehst, ist das der letzte Schritt der Karriere. Und daran denke ich noch nicht."

… Pläne nach dem Karriereende:

"Ich habe mal überlegt, Trainer zu werden – aber nicht ganz oben. Ich will den Druck nicht mehr haben, den ich seit 20 Jahren kenne. Aber vielleicht Kinder oder Jugendliche trainieren. Ich entwickele mich selbst gern immer weiter, deshalb könnte ich ein guter Coach sein."