21. Januar 2021 / 11:07 Uhr

"Acht Tage, neun Punkte": Marvin Ducksch will der Liga mit 96 "kleinen Pfeil senden"

"Acht Tage, neun Punkte": Marvin Ducksch will der Liga mit 96 "kleinen Pfeil senden"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gut gelaunt und voller Tatendrang: 96-Stürmer Marvin Ducksch.
Gut gelaunt und voller Tatendrang: 96-Stürmer Marvin Ducksch. © Florian Petrow
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Marvin Ducksch hat im alten Jahr viel einstecken müssen - und im neuen mit zwei Doppelpacks geantwortet. Im doch recht privaten Interview mit dem SPORTBUZZER spricht ein gut aufgelegter Stürmer von Hannover 96 über seinen Jubel, seine Frisur, die WG mit Linton Maina und einiges mehr...

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Die Friseurinnung hat sich über im Lockdown zu gut frisierte Fußballprofis geärgert. Wer schneidet eigentlich Ihre Haare, der Undercut ist verdächtig gut geschnitten.

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Ich habe einen in der Mannschaft, der das macht.

Marvin Ducksch: seine Karriere in Bildern.

Der heute 25-jährige Marvin Ducksch begann seine Fußballkarriere mit vier Jahren beim BSV Fortuna Dortmund 58 und wurde von seinem Vater trainiert. 2002 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund, welche er anschließend vollständig durchlief. Zur Galerie
Der heute 25-jährige Marvin Ducksch begann seine Fußballkarriere mit vier Jahren beim BSV Fortuna Dortmund 58 und wurde von seinem Vater trainiert. 2002 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund, welche er anschließend vollständig durchlief. ©

Wer ist denn der Ducksch-Friseur?

Den verrate ich nicht. (lacht) Er hat von sich behauptet, dass er das kann. Das habe ich gleich mal getestet. Bei mir muss man ja zum Glück nur die Seiten rasieren, so verkehrt kann man das gar nicht machen. Das würden Sie auch noch hinbekommen bei mir.

Sie sind gut vernetzt im Team, hatten zwischendurch auch eine Profi-WG mit Linton Maina. Plaudern Sie mal aus dem Nähkästchen, wie kam das denn?

Ich bin vorübergehend bei ihm eingezogen, weil ich meine Wohnung ge­kün­digt hatte. Meine Ex-Freundin und ich haben uns schon vor fast einem Jahr getrennt, und für mich allein war die ge­mein­sa­me Wohnung zu groß. So konnte ich zu­min­dest ein bisschen auf Linton aufpassen (lacht). Er ist ein Juwel, hoffentlich ist er bald wieder fit. Seit zwei Mo­na­ten wohne ich aber wieder allein. Mein Sohn ist bei der Mutter, wir haben einen vernünftigen Kontakt, und alles ist gut geregelt. Wenn die Zeit es zulässt, fahre ich hin. Der Kleine macht mir immer den Kopf frei, die gemeinsame Zeit pusht mich.

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Zuletzt lief es dann auch wieder vor dem Tor. Nach viel Kritik haben Sie sich stabilisiert und bei den Dop­pel­packs zuletzt einen neuen Jubel ausgepackt – mit Fingern in den Ohren. Warum?

Ich habe einfach versucht, alles um mich he­rum auszublenden. So kam der Jubel zustande: Ohren zu und durch! Ich wollte mich durchkämpfen, durchbeißen. Ich bin ein Kämpfertyp. Es ist viel auf mich eingeprasselt, und natürlich war es hart für mich. Ein bisschen zu hart manchmal. Aber Kritik gehört dazu. Ich habe mir einfach vorgenommen, meinen Stiefel runterzuspielen und mir nicht so den Kopf zu machen. Das ist mir ganz gut gelungen, daran will ich anknüpfen und dem Team helfen.

Kenan Kocak hat verraten, dass er in der schwierigen Phase viel mit Ihnen gesprochen hat. Verraten Sie mal, was er so geraten hat.

Er hat mich unterstützt und mir gesagt, dass es als Stürmer solche Phasen immer gibt. Ich hatte leider auch zwei Spiele, in denen ich sehr viele Torchancen liegenge­las­sen habe. Da habe ich sehr mit mir gehadert, ich hab’s ja nicht mit Absicht gemacht. Aber mir wurde viel Mut zugesprochen – vom Trainerteam und von den Jungs. Das hat mich wieder stark gemacht.

Wie kommt das eigentlich bei Ihnen als Mittelstürmer an, wenn der Verein in der Winterpause recht of­fen­siv um einen neuen Mittelstürmer wirbt? 96 war ja ziemlich heiß auf Serdar Dursun.

Wenn der Verein findet, dass wir einen neuen Stürmer gebrauchen können, muss ich das akzeptieren und respektieren. Jeder, der uns hilft, ist natürlich herzlich willkommen. Fußball lebt durch den Konkurrenzkampf. Ich habe mir einfach gesagt: Soll kommen, wer will, der muss auch erst mal an mir vorbeikommen. Das habe ich versucht mit meinen Leistungen zu zeigen, und das ist mir jetzt eigentlich ganz gut gelungen.

Bilder vom Training von Hannover 96 (20. Januar)

Bilder vom Training von Hannover 96 (20. Januar) Zur Galerie
Bilder vom Training von Hannover 96 (20. Januar) © Florian Petrow

So gut, dass Sie Be­gehrlichkeiten aus der Bundesliga ge­weckt haben sollen. Es gibt Gerüchte, Mainz 05 habe Sie auf dem Zettel. Wie finden Sie das?

Das hab ich noch gar nicht mitbekommen, gut zu wissen! (lacht) Aber ich stehe hier unter Vertrag und bin sehr glücklich. Ich kon­zen­trie­re mich nur auf unsere Aufgaben. Wir haben einiges vor und noch 18 Spiele. Da gibt es noch viele Punkte zu holen.

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Besonders erfolgreich ist 96 gegen die Top­teams der Liga wie Hamburg, Bochum oder Düsseldorf. Gegen die vermeintlich Kleinen läuft’s oft nicht so. Wie erklären Sie sich das?

Wenn wir von der ersten Minute an konzentriert sind, machen wir gute Spiele. Aber das hat manchmal einfach ge­fehlt, so ganz erklären kann ich das auch nicht. Insgesamt haben wir uns im Laufe der Saison aber stabilisiert und sind eigentlich auf ei­nem gu­ten Weg, denke ich. Ge­gen St. Pauli ha­ben wir die erste Hälfte wieder verschlafen, das Spiel war ein Nackenschlag für uns. Das hat schon sehr wehgetan, das hat man jedem Einzelnen von uns angesehen. Aber das ist jetzt abgehakt, wir wollen das in Nürnberg wiedergutmachen.

Apropos abhaken: Martin Kind hat die Aufstiegsgedanken abgehakt – Sie auch?

Das ist sein Recht, das zu sagen. Ich blicke auf die nächste Aufgabe. Am Sonntag geht’s wieder um drei Punkte, und wir wollen einen kleinen Pfeil an die Liga senden. Wir arbeiten unheimlich intensiv, man sieht es in den Gesichtern der Jungs! Jetzt haben wir eine englische Woche vor der Brust. Da kann man in acht Tagen neun Punkte holen – und wir wollen die Höchstzahl.