09. September 2020 / 09:06 Uhr

"Bin nicht der Alleinunterhalter": Kapitän Dominik Kaiser über seine neue Rolle bei 96

"Bin nicht der Alleinunterhalter": Kapitän Dominik Kaiser über seine neue Rolle bei 96

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dominik Kaiser (rechts) nimmt mit Hannover 96 erst einmal die kurzfristigen Ziele ins Visier.
Dominik Kaiser (rechts) nimmt mit Hannover 96 erst einmal die kurzfristigen Ziele ins Visier. © Florian Petrow
Anzeige

Dominik Kaiser ist von Trainer Kenan Kocak zum neuen Kapitän bei Hannover 96 ernannt worden. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER äußert sich der 31-Jährige unter anderem zu den Abgängen routinierter Spieler, den Lücken im Kader und seiner eigenen neuen Rolle.

Anzeige

Dominik Kaiser war früher in Leipzig Kapitän, und er ist es jetzt auch bei Hannover 96. Vor dem DFB-Pokalspiel am Montag bei den Würzburger Kickers stellte er sich den Fragen vom SPORTBUZZER. Der 31-Jährige sprach über ...

... den Stand am Ende der Vorbereitung.

"Ich sehe uns auf einem guten Weg. Die letzten Wochen waren geprägt von vielen Trainingseinheiten. Wir wissen auch, dass uns in der Kaderzusammensetzung noch das ein oder andere fehlt. Aber wir haben schon eine gute Mannschaft zusammen, mit der wir das Spiel in Würzburg gewinnen können."

Mehr über Hannover 96

... seinen Wunsch bei Vertragsunterschrift mit 96 bessere Zeiten zu erleben.

"Die Rückrunde war schon ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn da auch nicht alles perfekt lief. Punktetechnisch und auch vom Auftreten wäre mehr möglich gewesen. Wir haben uns aber als Mannschaft nach einer schwächeren Hinrunde stabilisiert. Jetzt gab es wieder einen Umbruch, ich sehe natürlich die Möglichkeit, eine erfolgreiche neue Saison zu spielen."

... die Baustellen im Kader.

"Bei dem für alle sichtbaren Thema Außenverteidigerpositionen haben wir mit Sei Muroya und Niklas Hult schon mal seinen wichtigen Schritt gemacht. Ich bin überzeugt, dass die Verantwortlichen noch die richtigen Entscheidungen treffen und Lösungen haben, damit auf allen Positionen Konkurrenzkampf herrscht. Das ist wichtig, aber zurzeit noch nicht so, wie es sich der Trainer wünscht."

... das Ziel Aufstieg.

"Das haben wir bei uns in der Vorbereitung nicht groß thematisiert. Mit dem DFB-Pokal haben wir gegen einen starken Gegner ein erstes richtungsweisendes Spiel. Ich bin nach Hannover zu einem großen Klub gekommen, der in der zweiten Liga in der letzten Saison zu wenig abgerufen hat. Dementsprechend haben wir hier alle Ziele. Stand jetzt wollen wir erst mal eine Runde weiterkommen, alles andere ist für die Mannschaft für den Moment zweitrangig."

... seinen Einstand als Kapitän.

"Ausgegeben habe ich noch nichts, das hole ich in den nächsten Tagen nach. Ich durfte aber schon singen, das habe ich hinter mich gebracht."

... seine Liedwahl „Über den Wolken“.

"Meine Mama ist großer Reinhard-Mey-Fan. Ich habe das schon zum dritten Mal zum Einstand gesungen, da muss ich nicht so viele Lieder auswendig lernen." (lacht)

... seine Rolle als Kapitän.

"Ich bin nicht der Alleinunterhalter, wir haben viele Spieler, die Verantwortung übernehmen müssen. Ich sehe mich da mit an vorderster Front, das ist auch mein Anspruch. Ich will mit Leistung vorangehen und jetzt in der Umbruchphase das Gefühl in der Mannschaft stärken, in der Kabine einen Teamspirit aufleben lassen. Da sind wir auf einem guten Weg. Was bei uns intern passiert, stimmt mich sehr zuversichtlich."

Bilder vom Training von Hannover 96 (8. September)

Komm schon: Florent Muslija zählt Marvin Ducksch an. Zur Galerie
Komm schon: Florent Muslija zählt Marvin Ducksch an. © Florian Petrow

... die Abgänge von Bakalorz, Prib und Zieler.

"In der Kabine hat sich mit den Abgängen von Spielern wie Marvin, Eddy und Ron natürlich einiges verändert. Jetzt müssen die neuen Jungs das auffangen. Wir müssen als Mannschaft unseren Weg finden, auch auf dem Platz. Das ist das Entscheidende. Wir brauchen eine gute Stimmung auf dem Platz, wir wollen zusammen gewinnen."

... den personellen Vergleich zur Rückrunde.

"Ich kann nicht bewerten, ob wir besser oder schlechter aufgestellt sind. Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Es sind sicher Jungs gegangen, die gezeigt haben, dass sie für den Verein wichtig sein können. Aber der Wechsel gehört zum Fußball. Wir haben neue Jungs dazubekommen, die in Deutschland vielleicht noch nicht alle den Namen haben, aber denen ich zutraue, dass sie uns weiterbringen. Jeder sollte ihnen eine Chance geben."

... seine fehlende Torgefahr.

"Das ist ein großes Thema für mich, aus dem Mittelfeld torgefährlich zu werden. Das ist mir in der Rückrunde kaum gelungen. In Leipzig und Kopenhagen war ich immer für ein Tor gut. Das ist auch mein persönliches Ziel für die kommenden Monate, mehr Gefahr auszustrahlen – und mal mit einem Tor anzufangen."