12. August 2021 / 09:55 Uhr

96-Neuzugang Börner schwärmt vom neuen Team: "Hier entsteht auf jeden Fall was"

96-Neuzugang Börner schwärmt vom neuen Team: "Hier entsteht auf jeden Fall was"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Julian Börner ist schnell bei 96 angekommen - nachdem sich der Transfer schier ewig hingezogen hat.
Julian Börner ist schnell bei 96 angekommen - nachdem sich der Transfer schier ewig hingezogen hat. © Florian Petrow
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"Hier entsteht auf jeden Fall was", sagt Julian Börner, der schließlich doch noch bei 96 gelandet ist. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER schwärmt der 31-jährige Zugang vom neuen Team und spricht unter anderem über seine größte Kritikerin, seine Premiere und eigene Tore.

Innenverteidiger Julian Börner hat beim 4:0 in der 1. Runde des DFB-Pokals bei Regionalligist FC Eintracht Norderstedt erstmals für Hannover 96 gespielt. Mit seiner Frau Kristina (30) hat der 31-Jährige zwei Kinder (Emma, 4, und Emil, 1). Der Neuzugang äußerte sich im Interview mit dem SPORTBUZZER über ...

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... seine "Kaugummiverpflichtung":

"Ich freue mich, dass wir eine Lösung gefunden haben, die für beide Seite gepasst hat. Es hat alles geklappt, auch wenn es ein bisschen länger gedauert hat. Ich freue mich einfach, das 96-Emblem auf der Brust zu haben."

... seine zwei Jahre in England:

"Eine Riesenerfahrung, das hat total Spaß gemacht. In England ist der Fußball geboren, die Bedingungen sind anders, es fühlt sich anders an. Die Stadien, die Fankultur ist auch anders als in Deutschland. Es ist eine andere Mentalität. Es macht mich stolz, dass ich Teil davon sein konnte. Nicht nur als Fußballer, auch als Mensch. Ich kann nur jedem empfehlen, mal ins Ausland zu gehen. Macht’s, das ist Weltklasse!"

... seine Rolle als Führungsspieler bei 96:

"Definitiv ist das so. Um Verantwortung auf dem Platz oder in der Kabine zu übernehmen, brauche ich keine Binde. Ich will vorneweg gehen und das, was ich erlebt habe, weitergeben an die jungen Spieler und die Mannschaft. Eine Mannschaft braucht mehr Häuptlinge als nur den Kapitän. Je mehr Spieler die Funktion ausüben, umso homogener und erfolgreicher wird eine Mannschaft sein."

... die Schwärmerei von 96-Boss Kind:

"Ich bin ein total positiver Mensch, so wurde ich erzogen. Ich blicke immer nach vorne. Klar kannst du mal ein schlechtes Spiel machen, aber rückgängig machen kann man es nicht. Wir sind privilegiert, unser Hobby zum Beruf machen zu können. Ich genieße es jeden Tag."

... seine Frau Kristina, die 2010 deutsche U-20-Weltmeisterin wurde:

"Am Ball ist meine Frau sicher besser, sie ist die klassische Spielmacherin (schmunzelt). Sie hat ihre Karriere aber mittlerweile beendet. Wir haben eine Goldmedaille der Fifa in der Vitrine. Besucher fragen immer scherzhaft, ob das meine ist (lacht). Für mich ist es im Alltag deutlich einfacher, wenn man jemanden hat, der den Fußball versteht. Sie weiß, wie ich nach Spielen ticke. Sie ist auch die größte Kritikerin und sagt, was nicht so gut gelaufen ist. Aber sie ist auch die Erste, die mir auf die Schulter klopft, wenn was gut war."


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Zugänge: Lukas Hinterseer (für 150.000 Euro, kommt von Ulsan Hyundai) ©

... das 6:0 mit Bielefeld gegen Braunschweig 2017:

"An das Spiel erinnere ich mich besonders gern. Wir mussten gewinnen, um nicht abzusteigen, Braunschweig konnte mit einem Sieg quasi aufsteigen. An dem Tag lief alles für uns, ich habe das 2:0 gemacht. Wir haben später Videos aus der HDI-Arena bekommen. 96 hat gegen Stuttgart 1:0 gewonnen, aber irgendwann wurden nur noch unsere Bielefelder Tore von den Fans bejubelt. Das sind Momente, die nicht oft vorkommen. Bei dem Gedanken daran kriege ich direkt wieder Gänsehaut. Es besteht auch eine Fanfreundschaft zwischen Bielefeld und 96. Das hat noch mal einen Extraschub gegeben."

... Interesse am Dart-Sport:

"Im Kabinentrakt hängt ja hier eine Scheibe. Als deutscher Sportinteressierter guckt man zur Weihnachtszeit die Darts-WM. In den Pubs in England ist das noch mal was anderes. Ich war auch mal im Ally Pally. Das ist ein cooler Sport, und die Show drumherum ist einmalig."

... seine 96-Premiere beim 4:0 in Norderstedt:

"Man geht mit einer gewissen Nervosität ins erste Spiel für den neuen Klub. Alle gucken mehr auf dich, als wenn du schon länger da bist. Wir haben wenig anbrennen lassen. Top. Ich bin brutal stolz."

... das Spiel in Dresden:

"Das wird ein Hexenkessel werden, ganz anders als in Norderstedt. Mit Cottbus hatte ich Derbys in Dresden, habe mit Bielefeld da gespielt. Ich bin da noch nie als Verlierer vom Platz gegangen. Nach dem 6:0 gegen Braunschweig hatten wir das letzte Saisonspiel in Dresden. Wir brauchten mindestens einen Punkt und lagen 0:1 zurück. Dann habe ich das 1:1 gemacht. Als Innenverteidiger und Kapitän zwei Tore in den letzten beiden Spielen zu machen – das war ein Megaerlebnis. Danach habe ich gelernt, wie viele Gefühle man auch als Mann zeigen kann (lacht)."

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... seine Torquote, vor allem bei Standards:

"Ich bin immer mal für ein Tor gut. Aber eine Zahl werde ich nicht raushauen."

... seine Ziele mit 96:

"Hier wurde einiges auf links gedreht, es gibt einen Umbruch. Wir wollen was aufbauen, ich bin froh, ein Teil davon zu sein. So etwas braucht Zeit und Geduld. Auch wenn man die im Fußball nicht so hat, wie man es manchmal bräuchte, wollen wir uns nicht unter Druck setzen. Die Truppe ist lernbesessen, der Trainer bringt das mit seinem Team super rüber. Ich bin mir sicher, wenn sich das fortsetzt, was ich schon aufgeschnappt habe – hier entsteht auf jeden Fall was. Wo das tabellenmäßig endet, wird man sehen."