12. Januar 2022 / 07:14 Uhr

Leihgabe Diemers hat ein gutes Gefühl bei 96: "Vielleicht bleibe ich länger"

Leihgabe Diemers hat ein gutes Gefühl bei 96: "Vielleicht bleibe ich länger"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mark Diemers soll dem Spiel von 96 mehr Struktur verleihen.
Mark Diemers soll dem Spiel von 96 mehr Struktur verleihen. © Florian Petrow
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96 hat den niederländischen Mittelfeldspieler Mark Diemers für vier Monate von Feyenoord ausgeliehen. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER sagt er: "Vielleicht bleibe ich länger." Darüber hinaus gibt der 28-Jährige einige Einblicke in sein Privatleben.

Mark Diemers ge­hört nach dem vielversprechenden Test gegen Bremen (2:2) zu den Hoffnungsträgern in Hannover. 96 hat den Spiel­ma­cher für vier Monate von Feyenoord Rotterdam ausgeliehen. Im ausführlichen Gespräch mit dem SPORTBUZZER stellte sich der 28-jährige Mittelfeldspieler vor und sprach über...

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... den Grund für seinen Wechsel:

In der vergangenen Saison habe ich in meinem ersten Jahr fast jedes Spiel für Feyenoord gemacht (bei Trainer Dick Advocaat, Anm. d. Red.). Als der neue Trainer (Arne Slot, Anm. d. Red.) kam, hat er mir gesagt, dass ich nicht mehr so oft spielen würde wie zuvor. Ich stand kurz davor, woanders zu unterschreiben, es gab auch Möglichkeiten in Deutschland. Dann hatte ich die Knieverletzung, nicht schlimm, aber es musste operiert werden. Dann habe ich ein gutes Spiel in der Conference League gemacht und der Trainer wollte mich als Ersatzspieler halten. Aber dann kam Hannover.

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... die Anfrage von 96:

Wir hatten ein gutes Treffen im Dezember. Die Philosophie des Trainers (Christoph Dabrowski, Anm. d. Red.) war für mich sehr wichtig. Ich bin ein Spieler, der Ballbesitz mag. Wenn der Trainer gesagt hätte, wir wollen nur lange Bälle spielen, wäre ich nicht gekommen. Ich glaube an gutes Positionsspiel, so wie es in den Niederlanden gespielt wird. Bei 96 hatte ich ein gutes Gefühl. Ich bin ein emotionaler Mensch, fühlte mich willkommen. Also habe ich mich für einen Wechsel nach Hannover entschieden.


... das Potenzial der Mannschaft:

Das ist für mich noch schwer zu beurteilen. Ich habe bis jetzt die Mannschaft unter Wettkampfbedingungen nur gegen Bremen im Testspiel kennengelernt. Aber wir haben Qualität, und der neue Trainer hat zwei Siege aus drei Spielen geholt. Ich glaube, das kann ein erfolgreicher Weg werden. Auf die Tabelle gebe ich nicht viel. Ich glaube daran, dass die Mannschaft mehr kann, als Platz 15 zeigt. Für mich war wichtig, dass 96 einen guten Ball spielen will und ich ein gutes Gefühl habe. Und das habe ich.

... den Plan nach der Leihe von Feyenoord:

Ich bin jetzt erst mal vier Monate hier. Aber man weiß nie. Wenn ich mich zeigen kann und alles passt, dann bleibe ich vielleicht länger. Wer kann das im Profifußball schon vorhersagen? Ich will einfach zeigen, was für ein Spieler ich wirklich bin.

... den Vergleich mit Arnold Bruggink:

Ich erinnere mich an seine Tore bei PSV Eindhoven, er hat in Hannover Großartiges geleistet. Wir sind zwar nicht die gleichen Spielertypen. Aber er ist ein netter Typ, und ein guter Analyst im Fernsehen. Ich habe ihm eine Nachricht geschickt, weil ich gehört habe, dass er hier in den Medien gut über mich gesprochen hat. Ich habe mich bedankt und ihm geschrieben, dass ich ihn kontaktiere, wenn ich Fragen über Hannover habe, auch über die Journalisten (lacht).

Die Wintertransfers von Hannover 96 von 2000 bis heute (Stand: 4. Januar 2022)

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Saison 99/00 - Darlington Omodiagbe (LSK Lodz -> Hannover 96, Ablöse: 500.000 Euro) ©

... sein Deutsch:

Ich verstehe 80 Prozent von dem, was der Trainer sagt. Zur Not steht der Co-Trainer hinter mir und übersetzt sofort. Ich hatte in der Schule zwei Jahre Deutsch, aber als Schüler habe ich das nicht so wirklich ernst genommen. Wenn ich damals gewusst hätte, dass ich heute in Deutschland spiele, hätte ich besser aufgepasst.

... seine Familie:

Meine Lebensgefährtin und mein Sohn kommen Anfang Februar nach. So lange lebe ich allein. Aber so ist das manchmal im Leben eines Fußballers. Ich vermisse meinen Sohn Lyo am meisten. Er ist er fast zwei Jahre alt. Es sieht so aus, als ob er Linksfuß ist. Aber er muss kein Fußballer werden. Er liebt auch Autos. Er soll später tun, was ihm liegt. Wenn er Pferde reiten will, werde ich ihn unterstützen. Meine Freundin ist schwanger, am 1. Juli soll der Geburtstermin sein. In dieser Woche finden wir heraus, ob es ein Mädchen wird oder ein Junge.

... das Heiraten:

Daphne und ich sind nun sieben Jahre zusammen. Irgendwann werde ich mal heiraten. Sie möchte es wirklich. Meine Eltern waren zweimal verheiratet und haben sich zweimal getrennt. Wenn man jemanden liebt, muss man nicht verheiratet sein. Aber es wird der Tag kommen, da werde ich sie fragen. Nicht jetzt, in fünf Jahren vielleicht nach meiner Karriere. Ich habe da schon eine Idee, aber mache mir da keinen Druck.

... seine Lieblingsposition als "Zehner":

Wir spielen mit zwei Sechsern. Gaël ist ein kämpferischer Typ, ich bin eher der Spielmacher. Das ist okay für mich. Ich habe auch schon auf dem linken Flügel gespielt.

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... seine Beidfüßigkeit:

Der rechte Fuß ist etwas besser als der linke. Aber ich kann beides.

... seine Standards-Technik:

Ich trainiere das oft. Das habe ich bei Feyenoord und zuvor auch schon gemacht. Ich glaube an diese Stärke. Die kleinen Schritte vorher mache ich, um mich zu konzentrieren, um mich auf die Beine zu fokussieren und Druck aufzubauen. Ich fühle mich wohl damit.

... den niederländischen Rostock-Stürmer John Verhoek:

Zehn Tore hat er schon erzielt. Er macht einen guten Job bei Hansa. Kompliment. Ich werde wohl nach dem Spiel am Freitag mal mit ihm sprechen.

... sein erstes Pflichtspiel:

Am Freitag geht es los, in der Woche geht es im Pokal weiter. Darum bin ich hergekommen, um wichtige Matches zu spielen. Und Freitag wartet mit der Partie in Rostock ein wirklich wichtiges Spiel auf uns.

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... seine Fitness:

Ich habe noch keine 90 Minuten in den Beinen. Wir haben jetzt drei Spiele innerhalb einer Woche und ich werde gewiss nicht dreimal 90 Minuten auf dem Platz sein. Aber aus den 45 Minuten gegen Bremen hätten auch 60 werden können. Fitness dürfte nicht das Problem sein.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

... Käse:

Ich bin ein Dutch-Guy – natürlich mag ich Käse (lacht). Privat bin ich ein Familienmensch. Ich spiele Fußball für meine Familie. Ich mag es, zum Abendessen auszugehen. In den Niederlanden geht das gerade nicht. Aber in Hannover ist das zum Glück möglich. Ich bleibe aber meistens im Hotel. Ich möchte keine Covid-Infektion riskieren. Irgendwann hat sich vielleicht jeder mal angesteckt, aber das sollte mir nicht in der ersten Woche bei Hannover 96 passieren. Ich passe da wirklich auf, esse und trinke allein im Hotel. Mein Privatleben ist zurzeit wirklich ein bisschen langweilig.

... Geisterspiele:

Ich bin das aus den Niederlanden gewohnt. Ich bin froh, am Freitag das erste Mal zu spielen. Ich werde meiner Familie dann nachher davon erzählen. Das ist Mist zurzeit, aber es gibt wichtigere Dinge aktuell im Leben.

... die neuen Teamkollegen:

Alle Spieler und Trainer haben mir einen guten Start in Hannover ermöglicht. Nach zehn Jahren in den Niederlanden ist das ja mein erster Job im Ausland. Die Sprache ist ja auch nicht das Problem.

... seine Idole:

Als ich jung war, war Wesley Sneijder mein Idol. Auch er war Zehner. Aktuell sehe ich James Maddison von Leicester City gerne zu. Iniesta, Xavi, De Bruyne, Özil, von diesen Spielern sehe ich mir gerne Videoclips an.