26. Mai 2019 / 07:18 Uhr

96-Profi Pirmin Schwegler im Abschieds-Interview (Teil 2): "Dieses Abenteuer hat mich einfach gepackt"

96-Profi Pirmin Schwegler im Abschieds-Interview (Teil 2): "Dieses Abenteuer hat mich einfach gepackt"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Pirmin Schwegler freut sich auf das Abenteurer Australien. Die Hitze, Schlangen und Spinnen schrecken ihn nicht ab.
Pirmin Schwegler freut sich auf das Abenteurer Australien. Die Hitze, Schlangen und Spinnen schrecken ihn nicht ab. © Sascha Priesemann
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Pirmin Schwegler verlässt Hannover 96. Der sympathische Schweizer wird künftig nicht mehr den Ball für die Roten, sondern die Western Sydney Wanderers erobern. Im zweiten Teil des großen Abschieds-Interviews spricht der 32-Jährige über das Abenteuer Australien - und die zu erwartende Hitze dort. 

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Der erste Teil des Interviews

Jetzt geht’s nach Sydney. Ein Traum?

Ja, ein absoluter Lebenstraum! Ich hatte das immer im Kopf: Wenn sich die Chance ergibt, während meiner Karriere meine größte Leidenschaft – das Fußballspielen, das mir immer noch Megaspaß macht – damit zu verbinden, mit anderen Kulturen in Berührung zu kommen, die Sprache zu perfektionieren, zu sehen, wie es anderswo abläuft, das hatte ich unbedingt machen wollen.

Mit 32 Jahren werden langsam die letzten Karrierejahre eingeläutet. Dann kam die Offerte rein. Ich habe zwar mit mir gerungen, weil ich immer gern einen positiven Abschluss habe – es wäre mir leichter gefallen, wenn wir klar in der Liga geblieben wären, und mein Wechsel hat Nullkommanull mit dem Abstieg zu tun –, aber am Ende weißt du nicht, ob diese Chance noch mal kommt. Dieses Abenteuer hat mich einfach gepackt. Mitte Juni fliegen wir rüber.

Die Karriere von Pirmin Schwegler in Bildern

Seine Karriere begann Pirmin Schwegler beim FC Luzern, mit dem er 2006 in einem Testspiel gegen die brasilianische Nationalmannschaft mit Ronaldo antrat. Zur Galerie
Seine Karriere begann Pirmin Schwegler beim FC Luzern, mit dem er 2006 in einem Testspiel gegen die brasilianische Nationalmannschaft mit Ronaldo antrat. ©

Also haben Sie keine Angst vor Schlangen und Spinnen?

(lacht) Angst nicht, nein. Und ich mag Herausforderungen. Das hätte nicht immer Australien sein müssen, aber ich brauche das im Leben. Und jetzt habe ich gespürt, dass so ein großer Schritt richtig ist. Weil ich nicht mag, wenn man im Leben stillsteht. Nach 13 Jahren in Deutschland war Zeit für was ganz Neues.

Waren Sie schon in Australien?

Nee! Das lief über Telefon, Fax und E-Mail. Gesehen habe ich auch noch nichts – aber nur Positives gehört. Ich werde mir selbst ein Bild machen. Aber deshalb habe ich erst mal nur Vertrag für ein Jahr. Es ist weit weg, man weiß nie, was einen erwartet. Aber wenn’s einem gefällt und der Körper mitmacht, kann ich mir das auch länger vorstellen.

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Geht’s dann erst zum Bondi Beach, oder ist die Outback-Tour gebucht?

Es wird ja keine Urlaubsreise werden! Ich werde nie einer sein, der sich nur in den Liegestuhl setzt. Klar weiß man von Australien und Sydney, dass man sicherlich schöne Nebeneffekte hat. Aber Hauptaugenmerk ist schon der Fußball. Wer mich kennt, der weiß auch, dass ich für alles andere zu ehrgeizig bin. Ich bin gespannt, was kommt. Ich gehe da ohne riesige Erwartungen ran. Klar ist nur: Ich werde alles geben.

Sie werden sich an 90 Minuten bei 30 Grad gewöhnen müssen. Oder laufen Sie trotz Ehrgeiz einfach langsamer?

Noch langsamer wird schwer. (lacht) Ich werde berichten, wie das ist. Ein ehemaliger Trainer hat mir vor einigen Jahren mal die körperlichen Voraussetzungen für die Bundesliga abgesprochen – am Ende waren es trotzdem über 250 Spiele. Ich denke schon, ich werde mich auch in Australien durchbeißen!