21. Mai 2020 / 09:54 Uhr

"Fußball wie früher": 96-Torhüter Zieler über Geisterspiele, Torjubel und seinen "Oliba"

"Fußball wie früher": 96-Torhüter Zieler über Geisterspiele, Torjubel und seinen "Oliba"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
In der Jugend waren auch höchstens die Eltern am Spielfeldrand, betont 96-Torhüter Ron-Robert Zieler.
"In der Jugend waren auch höchstens die Eltern am Spielfeldrand", betont 96-Torhüter Ron-Robert Zieler.
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Hannover 96 war auf einem richtigen guten Weg, dann kam das Corona-Virus. Im Interview mit dem SPORTBUZZER spricht Ron-Robert Zieler über aktuellen Themen im Fußball und den Neustart in Osnabrück, aber auch über Privates wie Vaterfreuden und darüber, wie seine Frau zu seinem Oberlippenbart steht.

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Hannover 96 hat den Neustart im Blick, am Samstag (13 Uhr) geht’s an der Bremer Brücke beim VfL Osnabrück zum ersten Mal seit elf Wochen um Punkte. Die Vorfreude bei den Spielern? Riesig, verrät Torwart Ron-Robert Zieler. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER spricht der 31-Jährige über ...

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das erste Fußball-Wochenende nach der Corona-Pause: "Das war definitiv ein ungewohntes Bild. Wir alle lieben den normalen Fußball, die Fans und die Emotionen. Aber es ist im Moment eben keine normale Zeit. Natürlich fehlen mir die Fans, aber wir müssen uns anpassen. Es ist für uns alle jetzt wie Fußball ganz früher: In der Jugend waren auch höchstens die Eltern am Spielfeldrand."

den Neustart in Osnabrück: "Das wird definitiv kein einfaches Spiel. Für alle Mannschaften geht es um was, alle wollen sich absichern. Wir müssen diesen Kampf sofort annehmen. Natürlich fehlt der Rhythmus noch – bei allen. Es ist eine andere Belastung, ob man trainiert oder spielt. Die Fußballpause war für uns schade. Wir waren davor auf einem richtig guten Weg, waren gefestigt – auch bei der Mentalität. Daran müssen wir anknüpfen."

Bilder vom Training von Hannover 96 (20. Mai)

Matthias Ostrzolek (links) versucht, Edgar Prib davonzulaufen. Zur Galerie
Matthias Ostrzolek (links) versucht, Edgar Prib davonzulaufen. ©

die 96-Situation und den Klassenerhalt: "Wir haben Selbstbewusstsein. Unsere Zielsetzung ist, schnell die nötigen Punkte zu holen für die nötige Ruhe."

den Aufenthalt im Quarantänehotel: "Wir nehmen die Situation, wie sie ist, das ist eben Vorgabe der DFL. Und wir haben da wahrscheinlich die schönste Lage aller Bundesligisten mit traumhaft schönem Seeblick auf den Maschsee und kurzen Wegen zu den Trainingsfacilitys. Das sind schon gute Bedingungen."

seinen Corona-Look mit Oberlippenbart ("Oliba"): "Meine Frau findet den Dreitagebart auch ein bisschen schöner. (lacht) Das war eine spontane Entscheidung, eine Konsequenz der Corona-Pause. Ich behalte den erst mal – aber da ist nichts in Stein gemeißelt."

Mehr über Hannover 96

Hygienemaßnah­men im Sport und außerhalb: "Das Thema Hygiene wird uns die nächsten Monate, vielleicht auch Jahre beschäftigen. Man merkt, wie schnell die Menschen sich anpassen können. Das ist ja nicht nur bei uns in der Kabine so, dass ich den Leuten nicht mehr die Hand schüttele. Man gewöhnt sich dran. Der Mundschutz ist natürlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber eben wichtig."

das Kalou-Video und Berlins Torjubel: "Ich war schon erst mal irritiert, als ich das Video gesehen habe. Aber man sollte von Fehlern Einzelner nicht auf alle schließen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die allermeisten sich ganz genau an die Hygienevorgaben halten. Beim Jubel bin ich zwiegespalten. Klar, im DFL-Konzept steht, man soll unnötigen Kontakt vermeiden. Aber gleichzeitig bin ich Fußballer durch und durch: Wenn du in der 94. Minute zum Beispiel den Siegtreffer schießt, kann ich schon verstehen, dass die Emotionen hochkochen. Trotzdem sollten wir umsetzen, was die DFL vorgibt."

Von Rynio bis Zieler: Die Stammtorhüter von Hannover 96 seit 1979

Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) Zur Galerie
Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) ©

die Vertragsverlängerung von 96-Torwarttrainer Rolf Moßmann: "Er ist ein sehr innovativer Trainer und ein guter Typ. Es freut mich, dass er um ein Jahr verlängert hat. Er passt gut hier rein und ins Trainerteam."

Vatervorfreuden in Corona-Zeiten: "Meine Frau und ich können es kaum mehr abwarten, in zwei, drei Monaten ist es so weit. Das wird ein neuer Lebensabschnitt. Wir haben Respekt vor der Situation mit Corona, aber wir gehen nicht ängstlich durch die Welt. Wir freuen uns einfach wahnsinnig darauf, bald Eltern zu werden."