14. Juli 2021 / 11:40 Uhr

96-Zugang Sebastian Stolze: "Tun gut daran, wenn wir uns kleinere Ziele stecken"

96-Zugang Sebastian Stolze: "Tun gut daran, wenn wir uns kleinere Ziele stecken"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Selbstkritisch: Sebastian Stolze ist es in den ersten Tests noch nicht ganz so gut gelungen, ins System zu finden.
Selbstkritisch: Sebastian Stolze ist es in den ersten Tests "noch nicht ganz so gut gelungen, ins System zu finden". © Florian Petrow
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Der Start bei Hannover 96 ist Sebastian Stolze geglückt. Der 26-Jährige, der aus Regensburg geholt wurde, sagt im Interview mit dem SPORTBUZZER aber auch, dass es ihm noch nicht ganz so gut gelungen ist, ins System zu finden. Er freut sich auf "eine geile Liga", backt aber lieber erst mal kleinere Brötchen.

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Sebastian Stolze, willkommen in Hannover. Fühlen Sie sich schon angekommen?

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Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen, das sind sehr gute Jungs. Es macht Spaß, mit ihnen auf dem Trainingsplatz zu stehen, aber auch außerhalb Zeit zu verbringen. Ich fühle mich wohl und freue mich sehr darauf, dass es bald losgeht. Von Regensburg nach Hannover, das ist für mich der nächste Schritt.

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Auf den ersten Blick ist es kein großer vom Tabellen-14. zum 13. – warum fühlt sich das nach mehr an?

Wenn man die Ambitionen der Vereine gegenüberstellt und die Geschichte, muss man klar sagen: Regensburg ist ein kleiner Verein, bei dem es jedes Jahr darum geht, den Klassenerhalt zu schaffen. Das machen sie auch gut, aber 96 ist ambitionierter. Dafür habe ich mich bewusst entschieden.

Wie groß sind Ihre Ambitionen im neuen Team? Die Konkurrenz auf den Flügeln ist groß, zum Beispiel mit Linton Maina oder Florent Muslija. Spornt Sie das an?

Klar möchte ich spielen, aber klar ist der Konkurrenzkampf hier bei 96 hoch. Ich versuche, alles aufzusaugen und jeden Tipp anzunehmen. In den ersten ein, zwei Testspielen ist es mir noch nicht ganz so gut gelungen, ins System zu finden, wie es vielleicht mal sein kann. Ich bin sehr gewillt, in jedem Training dazuzulernen, auch bei Mitspielern zu schauen, wie sie sich bewegen und wie ich mich dann bewegen kann.

Ich will mich verbessern, will noch mehr Tore schießen und vorbereiten, will ein kreativer Spieler sein. Ich glaube, das geht noch besser. Klar braucht’s noch ein bisschen, um Routine in die Abläufe zu kriegen. Aber ich glaube, das kann echt cool werden! Und es sind auf jeden Fall Mitspieler hier dabei, von denen ich mir noch was abgucken kann.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Bei wem denn?

Wenn ich zum Beispiel das Eins-gegen-eins von Linton Maina sehe. Der Junge hat einfach sehr viel Qualität, da kann ich mir was abschauen. Genau darum geht es ja, den nächsten Schritt zu gehen. Mal sehen, wie es läuft.

Mit wem aus dem Team sind sie sonst schon besonders vertraut?

Im Trainingslager bin ich mit vielen ins Gespräch gekommen, dafür ist das ja auch da. Nicht nur, um auf dem Platz zu arbeiten, sondern auch im Team zusammenzuwachsen. Außerhalb des Platzes verstehe ich mich zum Beispiel mit Ron (Ron-Robert Zieler, Anm. d. Red.) ziemlich gut, war mit Kerki (Sebastian Kerk, Anm. d. Red.) auf dem Zimmer. Aber eigentlich will ich keinen hervorheben. Die Jungs sind alle super, man kann mit jedem ein gutes Gespräch führen.

Apropos Kerki: Es ist wohl außergewöhnlich, dass alle drei Neue bei 96 Sebastian heißen. Haben Sie ausgeknobelt, wer den Spitznamen „Sebi“ bekommt?

(lacht) Ne, tatsächlich haben Kerki und ich unsere Spitznamen mitgebracht. Da hatte Sebi einfaches Spiel! Sebi Ernst ist Sebi, Sebastian Kerk ist Kerki und ich bin Stolle. So werde ich schon seit der Jugend in Erfurt genannt. Da gab’s damals einen Spieler, der hieß genau wie ich. Auch Sebastian Stolze. Dann musst du wirklich zusehen, dass du die auseinanderhalten kannst. Seitdem habe ich meinen besonderen Spitznamen weg und weiß immer, wann ich auf dem Platz gemeint bin. Nur meine Mutter nennt mich Sebastian.

Vor Ernst, Kerk und Stolze: Das waren die Sebastians bei Hannover 96

<b>Sebastian Kehl (1998-2000):</b> Der erste und der bekannteste Sebastian, der das Trikot der 96-Profis trug. Kehl nutzte die Stationen in Hannover (1998-2000) und Freiburg (2000-2002) als Sprungbrett. Denn 2002 holte ihn Borussia Dortmund. Mit dem BVB wurde er dreimal Meister, einmal Pokalsieger und erreichte 2013 das Champions-League-Finale. Ist dort heute Leiter der Lizenzspielerabteilung und Sportdirektor in spe. Zur Galerie
Sebastian Kehl (1998-2000): Der erste und der bekannteste Sebastian, der das Trikot der 96-Profis trug. Kehl nutzte die Stationen in Hannover (1998-2000) und Freiburg (2000-2002) als Sprungbrett. Denn 2002 holte ihn Borussia Dortmund. Mit dem BVB wurde er dreimal Meister, einmal Pokalsieger und erreichte 2013 das Champions-League-Finale. Ist dort heute Leiter der Lizenzspielerabteilung und Sportdirektor in spe. ©

Sie sind in Thüringen aufgewachsen, haben mal beim VfL Wolfsburg gespielt. War die Nähe ein weiterer Pluspunkt für 96?

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Wolfsburg hat keine Rolle gespielt, aber meine Frau Miriam studiert in Göttingen. Das hat natürlich schon in die Überlegungen mit reingespielt. Meine Eltern kommen aus Nordthüringen, dahin ist es jetzt auch deutlich näher.

Nächster Testgegner ist Hertha. Mit welcher Zielsetzung geht es ins Spiel?

Wir wollen gewinnen, so wie wir uns das in jedem Spiel vornehmen. Außerdem mehr Routine in die Abläufe kriegen, ein gutes Anlaufen und Pressing generieren, um in Umschaltsituationen zu kommen. Berlin ist eine super Mannschaft aus der 1. Liga. Die werden uns alles abverlangen, auch wenn sie in ihrer Vorbereitung vielleicht noch nicht ganz so weit sind wie wir.

Und das Ziel für die Saison?

Allein in so einer namhaften und starken Liga spielen zu können ist schon oberklasse. Das ist einfach eine geile Liga in diesem Jahr! Wir tun gut daran, wenn wir uns da erst mal kleinere Ziele stecken. Ziele, die ambitioniert sind, aber auch bodenständig. Ich fände es echt schwer, wenn man sich bei dieser Liga hinstellt und vom Aufstieg redet. Das können andere machen.