23. November 2017 / 08:18 Uhr

"Erlebnisse, die ich nicht vergessen werde": Zieler im Interview vor Rückkehr nach Hannover

"Erlebnisse, die ich nicht vergessen werde": Zieler im Interview vor Rückkehr nach Hannover

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ron-Robert Zieler.
Ron-Robert Zieler. © Getty
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Vor dem Spiel am Freitagabend von Hannover 96 gegen den VfB Stuttgart spricht Ron-Robert Zieler im Sportbuzzer-Interview über 96, die Stärken des VfB – und verrät, warum beide Clubs in der Bundesliga bleiben.

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Fünfeinhalb Jahre lang stand Ron-Robert Zieler in 185 Erstligaspielen im Tor von Hannover 96 und war die unangefochtene Nummer eins bei den Roten. Mit dem heute 28-Jährigen schaffte Hannover zweimal den Einzug in den Europapokal, Zieler war Leistungsträger, Mister Zuverlässig und ein Garant für den Erfolg. An ihm lag es nicht, als es für die Roten im Frühjahr 2016 in die 2. Liga ging.

Den Weg in die Zweitklassigkeit wollte der Weltmeister jedoch nicht mitgehen. Wer konnte es ihm verdenken, lockte doch ein Angebot des englischen Meisters Leicester. Schon nach einem Jahr kehrte Zieler jedoch wieder in die Bundesliga zum VfB Stuttgart zurück und wird am Freitagabend zum ersten Mal nach seiner Verabschiedung vor gut einem Jahr wieder in die HDI-Arena kommen.

Ron-Robert Zieler: Bilder seiner Karriere

Seine ersten fußballerischen Schritte machte der junge Ron-Robert Zieler in Köln. Zunächst beim damaligen SCB Preußen (heute SCB Viktoria) Köln, später in der Jugend des 1. FC Köln. Zur Galerie
Seine ersten fußballerischen Schritte machte der junge Ron-Robert Zieler in Köln. Zunächst beim damaligen SCB Preußen (heute SCB Viktoria) Köln, später in der Jugend des 1. FC Köln. © imago/
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Hallo, Herr Zieler, Sie spielen mit dem VfB Stuttgart gegen Ihren früheren Club Hannover 96. „Das ist absolut ein besonderes Spiel für mich“, haben Sie nach dem 2:1-Sieg gegen Dortmund gesagt. Was macht Ihre Rückkehr so besonders?

Es sind einige Faktoren, die das Spiel für mich besonders machen. Ich habe dort überwiegend eine super Zeit gehabt – sportlich, aber auch privat. Ich habe in Hannover die Chance bekommen, in der Bundesliga zu spielen. Wir haben tolle Europapokal-Abende erlebt. Ich bin in dieser Zeit Nationalspieler und Weltmeister geworden. Und ich habe abseits des Platzes Freundschaften geschlossen, die über den Tag hinaus Bestand haben. Auch deshalb hat es mich wahnsinnig geschmerzt, dass wir abgestiegen sind. Ein wahnsinnig bitterer Moment. Für ganz 96, aber auch für mich persönlich.

Abendspiel, Flutlicht, die HDI-Arena wird gut gefüllt sein. Kommen da Erinnerungen an die Europa-League-Spiele mit 96 auf oder haben Sie diese Zeit längst abgehakt?

Das sind Erlebnisse, die ich nicht vergessen werde. Auch nicht vergessen will – wie wahrscheinlich jeder, der es mit 96 hält. Das war eine fantastische Zeit.

Im eigenen Stadion ist der VfB extrem stark, auswärts wartet Ihr Team aber noch auf den ersten Punkt. Was sind die Gründe dafür, dass Stuttgart in der Fremde noch schwächelt?

Schwierig zu sagen. Wir waren auch auswärts schon oft nahe dran, etwas zu holen. Selbst beim 0:1 in Leipzig war mehr drin. Manchmal hat ein wenig die Cleverness gefehlt, manchmal das Quäntchen Glück. Aber entscheidend ist, dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind.

Das sind die besonderen Begegnungen zwischen Hannover 96 und VfB Stuttgart:

<b<2016/17:</b> Was bleibt mehr in Erinnerung von dieser Partie am 33. Spieltag der Zweitliga-Spielzeit 2016/17? Der eigene Erfolg über den Tabellenführer aus Schwaben oder der furiose zeitgleich stattfindende 6:0-Kantersieg Arminia Bielefelds über den ungeliebten blaugelben 96-Nachbarn und direkten Konkurrenten um den zweiten Aufstiegsplatz? Wie auch immer, 90 Minuten Gänsehaut wird diese Partie wohl jedem Roten über den Körper gejagt haben. Der Aufstieg eine Woche darauf war nach dem Abpfiff fast nur noch Formsache. Niclas Füllkrug und Charlison Benschop hielten auf dem Nachhauseweg sogar noch an einer Bierbude vor der Arena an und stiegen extra aus ihren Fahrzeugen, um sich feiern zu lassen und Autogramme zu schreiben. Es war der dritte Sieg in Serie gegen den VfB Stuttgart. Zur Galerie
Was bleibt mehr in Erinnerung von dieser Partie am 33. Spieltag der Zweitliga-Spielzeit 2016/17? Der eigene Erfolg über den Tabellenführer aus Schwaben oder der furiose zeitgleich stattfindende 6:0-Kantersieg Arminia Bielefelds über den ungeliebten blaugelben 96-Nachbarn und direkten Konkurrenten um den zweiten Aufstiegsplatz? Wie auch immer, 90 Minuten Gänsehaut wird diese Partie wohl jedem Roten über den Körper gejagt haben. Der Aufstieg eine Woche darauf war nach dem Abpfiff fast nur noch Formsache. Niclas Füllkrug und Charlison Benschop hielten auf dem Nachhauseweg sogar noch an einer Bierbude vor der Arena an und stiegen extra aus ihren Fahrzeugen, um sich feiern zu lassen und Autogramme zu schreiben. Es war der dritte Sieg in Serie gegen den VfB Stuttgart. ©

Als alter 96er: Verraten Sie uns, was die große Stärke des VfB in dieser Saison ist?

Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen Akteuren und jungen, hungrigen Talenten, die von Spiel zu Spiel dazulernen. Dazu stehen wir in den meisten Partien defensiv sehr gut und spielen diszipliniert.

Was unterscheidet den VfB von 96?

Mit solchen Vergleichen tue ich mich schwer. Jeder Club hat ja seine eigene Geschichte, seine eigene Kultur. Aber generell sehe ich eher Gemeinsamkeiten. Beides sind Traditionsclubs mit einer gesunden Basis und einem guten Umfeld.

Was haben Sie bei 96 entdeckt, was der VfB gut gebrauchen könnte?

(Lacht.) Aktuell noch zwei Punkte mehr.

Die zehn Spieler mit den meisten Partien für 96

Matthias Kuhlmey - 284 Spiele: Kuhlmey kam 1984 aus der eigenen Jugend von Hannover 96 in den Profikader und stieg mit dem Verein nur ein Jahr später in die Bundesliga auf. 1992 wurde er DFB-Pokalsieger. Zur Galerie
Matthias Kuhlmey - 284 Spiele: Kuhlmey kam 1984 aus der eigenen Jugend von Hannover 96 in den Profikader und stieg mit dem Verein nur ein Jahr später in die Bundesliga auf. 1992 wurde er DFB-Pokalsieger. ©

Beide Teams schlagen sich als Aufsteiger bislang sehr beachtlich. Schaffen beide auch den Klassenerhalt?

Davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt. Beide Teams haben ja schon nachgewiesen, dass sie in der Lage sind, auch gegen richtig gute Gegner zu bestehen.

Sie waren in Hannover unangefochten die Nummer eins und sind es auch beim VfB. In Leicester saßen Sie hingegen meistens auf der Bank. Trotzdem alles richtig gemacht?

Die Frage fehlt in keinem Interview. (lacht.) Und voller Überzeugung kann ich mit einem Ja antworten. Hätte ich mir gewünscht, dass es in Leicester sportlich anders läuft? Natürlich. Aber war es deshalb ein verlorenes Jahr? Nein, auf keinen Fall. Ich hatte die Chance, zum englischen Meister zu wechseln. Ich habe Champions League, Premier League und im FA Cup gespielt. Und ich glaube, dass ich mich auch als Persönlichkeit weiterentwickelt habe.

Mit welchen 96-Spielern haben Sie noch Kontakt – und läuft für Freitagabend eine Wette?

Ich stehe noch mit einigen Mitspielern von früher im Austausch, aber teilweise spielen sie mittlerweile jetzt ja auch für andere Clubs. Aus der aktuellen Mannschaft habe ich noch regelmäßig zu Philipp Tschauner und Edgar Prib Kontakt. Eine Wette haben wir aber nicht laufen.

Das sind die jüngsten Bundesliga-Debütanten von Hannover 96:

Allan Saint-Maximin. Zur Galerie
Allan Saint-Maximin. ©

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