30. März 2021 / 07:11 Uhr

"Uns sind Hände gebunden": 96-Sechser Bijol bleibt länger bei Nationalteam als vereinbart

"Uns sind Hände gebunden": 96-Sechser Bijol bleibt länger bei Nationalteam als vereinbart

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jaka Bijol (rechts, im Zweikampf mit Kroatiens Mateo Kovacic) ist bei der slowenischen Nationalmannschaft geblieben - zum Unmut von 96-Coach Kenan Kocak (eingeklinkt).
Jaka Bijol (rechts, im Zweikampf mit Kroatiens Mateo Kovacic) ist bei der slowenischen Nationalmannschaft geblieben - zum Unmut von 96-Coach Kenan Kocak (eingeklinkt). © IMAGO/Pixsell/Florian Petrow
Anzeige

Der Einsatz gegen den HSV ist in Gefahr: Jaka Bijol bleibt länger bei der slowenischen Nationalmannschaft als vereinbart. Der 96-Sechser steht auch für das Qualispiel auf Zypern im Kader. "Wir können nichts machen, uns sind die Hände gebunden", sagt Trainer Kenan Kocak, bedient, aber machtlos.

Anzeige

Da hatte Hannover 96 einen anderen Deal ... Eigentlich hätte Nationalspieler Jaka Bijol schon zurück sein sollen in Hannover. Doch statt etwas Regeneration in der Leihheimat steht für ihn am Dienstag (18 Uhr) noch ein weiteres Länderspiel an. Und das ausgerechnet im stark coronageplagten Zypern. Sloweniens Verband pfeift auf die Absprache mit 96 und lässt den Sechser auch beim dritten WM-Quali-Spiel innerhalb einer Woche im Kader.

Anzeige

Raus aus der Corona-Quarantäne, rein in den Flieger – so lief’s für Bijol vergangene Woche. Nach dem vorzeitigen Ende des 96-„Hausarrests“ musste der Slowene als einziger Länderspieler bei 96 zu seiner Nationalmannschaft reisen. Die Hannover-Kollegen bekamen frei von ihren Verbänden. Kein Wunder wegen des Trainingsrückstandes.

Mehr über Hannover 96

Für Bijol konnte 96 immerhin eine Absprache mit dem Verband treffen: Der 22-Jährige sollte nur bei zwei der drei Qualipartien dabei sein und dann vorzeitig zurück nach Hannover. Doch daraus wird nun nichts, Bijol bleibt beim Nationalteam, flog mit nach Zypern. „Wir können nichts machen, uns sind die Hände gebunden“, sagt Kenan Kocak. Der 96-Coach ist bedient, aber machtlos.

Für 96 besteht weiterhin Abstellungspflicht

Das Auswärtige Amt stuft Zypern zwar als „Hochinzidenzgebiet“ ein, aber weil Bijol nach dem Länderspiel erst mal nach Slowenien fliegt und erst von dort aus weiter nach Hannover reist, muss er nicht für 14 Tage in Quarantäne. Grund ist eine neue Lockerung zwischen Slowenien und Zypern bei Ein- und Ausreisen. Wegen dieser Ausnahmeregel besteht für 96 auch weiter Abstellungspflicht.

„Wenn die Verbände ihre Nationalspieler berufen, haben wir das zu akzeptieren“, betont 96-Coach Kocak. „Die Nationaltrainer denken so, die Vereine anders. Die Verbände wollen ihre Qualis spielen und sich qualifizieren, aber die Vereine müssen die Spieler bezahlen. Jede Seite hat ihre Argumente.“

Für Bijol war der Flug nach Zypern der dritte innerhalb weniger Tage, und es wird das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen: Vergangenen Mittwoch in Slowenien ging es gegen Kroatien (1:0, Bijol spielte 69 Minuten), am Samstag in Russland weiter (1:2, 62), nun nach Zypern. Schon die Reisebelastungen sind immens, dazu kommen die intensiven Spielminuten. Die Belastungssteuerung bleibt dann an 96 hängen ...

Mehr über Hannover 96

In Hannover wartet ein ähnliches Termintempo mit englischen Wochen auf Bijol, im Hammer-April gibt es sieben Ligaspiele in 21 Tagen. Der Slowenen-Sechser guckt dabei vorerst nur zu. Nach der Dreifachbelastung mit dem Nationalteam ist ein 96-Einsatz am Ostersonntag gegen den Hamburger SV ziemlich ausgeschlossen. Regenerations- und Trainingszeit viel zu kurz.

„Mein Infostand ist, dass er am Mittwoch zurückfliegt und am Donnerstag bei uns ist“, sagt Kocak und hofft noch: „Wir müssen abwarten, wie das Spiel gegen Zypern abläuft.“ Auch die üblichen Corona-Tests muss Bijol danach erst noch bestehen – und dann mal durchatmen. Kein Wunder, dass 96 sich das anders vorgestellt hatte.