13. Oktober 2021 / 19:06 Uhr

Clever oder Abzocke? Jan Schlaudraff steht auf dem Sprung von 96 nach St. Pölten

Clever oder Abzocke? Jan Schlaudraff steht auf dem Sprung von 96 nach St. Pölten

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke (links) im Gespräch mit Jan Schlaudraff.
VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke (links) im Gespräch mit Jan Schlaudraff. © imago images/regios24
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Kurz nach der Einigung vor dem Arbeitsgericht scheint Jan Schlaudraff schon den nächsten Job antreten zu können. Der Ex-Manager von Hannover 96 soll Sportchef beim österreichischen Zweitligisten St. Pölten werden.

Die kurzfristige Einigung vor dem Landesarbeitsgericht mit 96 am vergangenen Montag hatte von Jan Schlaudraffs Seite offenbar einen Grund: Die Vertragsauflösung war notwendig, damit der Ex-Manager den nächsten Job antreten kann. Der 38-Jährige soll nämlich Sportchef beim österreichischen Zweitligisten St. Pölten werden, berichtet der Kicker.

Der Klub ist seit Sommer Kooperationspartner des Bundesligisten aus Wolfsburg. Talente des VfL sollen sich in Österreich entwickeln und Spielpraxis erhalten. Und da kommt eine alte Verbindung wieder zum Tragen – Schlaudraff gilt seit vielen Jahren als enger Vertrauter des VfL-Geschäftsführers Jörg Schmadtke.

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Die beiden beobachteten immer mal wieder zusammen Spiele. Schlaudraff wurde zuletzt auch bei Partien der U19 gesehen. Da spielen die Kandidaten für eine Leihe nach Österreich. Drei Wolfsburger (Lino Kasten, Ulysses Llanez und Yoon-Sang Hong) kicken bereits in St. Pölten.

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Schlaudraff scheint damit vor einem Neuanfang in verantwortlicher Position zu stehen. In Hannover war er nach nur einem halben Jahr freigestellt worden. Es ist ihm aber gelungen, 96 über den Tisch zu ziehen.

96 hätte sich die Abfindung wohl sparen können

Das hat Schlaudraff wohl bei Horst Heldt gelernt. Der Ex-Manager hatte nach seiner Freistellung bei 96 sein Gehalt weiterbekommen, dann aber plötzlich auf eine Auflösung gedrängt, eine Abfindung kassiert – und kurz darauf beim 1. FC Köln angefangen. Da ist Heldt mittlerweile aber auch schon wieder rausgeflogen. Aus neutraler Position kann man sich fragen: Ist das clever von Schlaudraff/Heldt – oder Abzocke? 

Bei 96 haben sie jedenfalls nichts von Schlaudraffs Plänen gewusst. Hätten sie, dann hätten sie anders verhandelt und sich die Abfindung wohl sparen können.