23. November 2018 / 08:30 Uhr

Gladbach-Experte Jan Schlaudraff: So kann Hannover 96 beim Tabellenzweiten punkten

Gladbach-Experte Jan Schlaudraff: So kann Hannover 96 beim Tabellenzweiten punkten

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jan Schlaudraff glaubt an eine Chance der 96er in Gladbach.
Jan Schlaudraff glaubt an eine Chance der 96er in Gladbach. © imago/Jan Huebner
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Jan Schlaudraff machte seine ersten Karriere-Schritte bei Borussia Mönchengladbach. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER erklärt er, wie Hannover 96 in Gladbach etwas holen kann. 

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Er lebt in Hannover mit seiner Familie, liebt Fußball und fiebert mit 96. Jan Schlaudraff (35) beendete seine Profi-Karriere vor drei Jahren, arbeitete zwei Jahre als Spielerberater und machte in der Zeit alle Trainerscheine. „Nur der Fußball-Lehrer fehlt mir noch“, sagt er.

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Schlaudraff spielt viel Tennis und ist fast so fit wie früher. Die Karriere begann er als 19 Jahre junges Fohlen bei Borussia Mönchengladbach. Die Borussia traute ihm den Sprung nicht zu und schickte ihn nach Aachen. Anschließend traf er gegen keinen Klub so oft wie Gladbach. Seine Borussia-Bilanz: zwei Tore für Aachen, drei für 96, zwei weitere Torvorlagen für Hannover.

„Das reicht schon, um Experte zu sein?“, sagt Schlaudraff und lacht: „Es lag aber nicht daran, dass sie mich weggeschickt haben. Das war eher Zufall. Aber es war schon irgendwie so, dass ich vor den Spielen gegen Gladbach immer dachte: Da geht heute was.“ Ob am Sonntag für Hannover auch was gehe, fragte der SPORTBUZZER den Gladbach-Experten: Ist bei den Fohlen was zu holen?

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Schlaudraff glaubt an Chance für 96

„Schwierig, aber ja“, glaubt er, „Gladbach steht als Dortmund-Jäger Nummer eins unter Druck, weil jeder von einem Heimsieg ausgeht. 96 ist defensiv stabiler ge­worden. Über eine kompakte Defensive kann 96 über schnelle Konter zu Möglichkeiten kommen.“

Auch Schlaudraff sieht einen positiven Trend: Nach dem 1:4-Debakel in Frankfurt Ende September holte Hannover in fünf Spielen immerhin sieben Punkte.

Der Europa-Torjäger sieht die Hoffnungsträger in den eigenen Reihen. Waldemar Anton als zentraler Abwehrmann und vorne die schnellen Linton Maina und Noah Sarenren Bazee – alle kommen aus der 96-Jugend. Schlaudraff war selbst für einige Zeit Sarenrens Berater: „Noah kann mit seinem Tempo jede Abwehr überraschen. Und Linton Maina hat das in seinen Einsätzen sehr gut gemacht.“ Maina erzielte mit einem Volleyschuss das 1:0 gegen Wolfsburg (2:1).

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Bebous Ausfall "ist bitter"

Der schnellste und effektiveste 96-Profi für eine Tempo-Überfalltaktik fällt aber aus. „Ihlas Bebou ist ein starker Verlust, der Ausfall ist bitter“, findet Schlaudraff, der selbst früher bei Kontern übers Tempo kam. „Aber das war dann doch eher in der Aachener Zeit (2005 bis 2007). Später in Hannover dann eher nicht mehr so“, gibt er zu.

Schlaudraffs Herz hängt nicht nur an 96. Mit seinem früheren Kollegen Lars Stindl ist er befreundet, ebenso mit Gladbachs Trainer Dieter Hecking. Die beiden kennen sich aus gemeinsamer Aa­chener und Hannover-Zeit. „Lars hat nochmal eine unglaubliche Entwicklung gemacht“, sagt er, „ich freue mich für ihn, weil ich ihn als Mensch sehr schätze.“ Ähnlich Hecking: „Er hat einen sehr guten Kader, macht aber auch einen fantastischen Job. Da passt in der Saison vieles zusammen.“

Nationalspieler Stindl rät er, „mal an seine Zeit in Hannover zu denken und 96 mindestens einen Punkt zu überlassen“. Selbst auf ein Unentschieden des Drittletzten beim heimstarken Tabellenzweiten würden nicht viele wetten. Der Gladbach-Experte Schlaudraff kann sich aber vorstellen, dass am Sonntag doch was zu holen ist. Er wird es live im Borussia-Park sehen.