20. Januar 2020 / 09:41 Uhr

Erst der Schock, dann die Trainernote "sehr gut": So lief das 96-Debüt von John Guidetti

Erst der Schock, dann die Trainernote "sehr gut": So lief das 96-Debüt von John Guidetti

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fußball, Testspiel, VfL Wolfsburg - Hannover 96
Sofort mittendrin im Geschehen: 96-Neuzugang John Guidetti fügte sich gut ein. © Roland Hermstein
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Ein Treffer gelang 96-Neuzugang beim Testspiel in Wolfsburg nicht, dennoch überzeugte der Stürmer mit vielen starken Aktionen. "Mit seiner Art bringt er uns voran", lobte Kocak den Schweden nach dem Spiel. Dabei hätte sein Debüt schon nach 26 Minuten vorbei sein können...

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Nach 26 Mi­nu­ten hätte das Hohelied auf den neuen 96-Stürmer am Sonntag vorüber sein können. Der neue Wolfsburger Verteidiger Marin Pongracic trat John Guidetti beim Pressschlag auf den Spann. Guidetti musste raus, zog Schuh und Socke aus für die Behandlung.

Physio Jens Vergers zeigte an: Auswechseln! „Da gehen einem die schlimmsten Dinge durch den Kopf“. gestand 96-Trainer Kenan Kocak. Aber dann: Alles paletti bei Guidetti. Der Schweden-Star setzte seinen Auftritt fort. Sein Testdebüt endete 1:2 bei einer verstärkten B-Elf des Bundesligisten.

Bilder vom Testspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Hannover 96

Der VfL Wolfsburg gewann das Testspiel gegen Hannover 96 mit 2:1. Zur Galerie
Der VfL Wolfsburg gewann das Testspiel gegen Hannover 96 mit 2:1. ©
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Guidetti bereitet spektakulär vor

Der Klassenunterschied ließ sich an den Namen und Zahlen festmachen. Pongracic kam gerade für 10 Millionen Euro aus Salzburg nach Wolfsburg, Guidetti wurde geliehen aus dem spanischen Alaves mit Kaufoption über 1,5 Millionen Euro.

Guidetti bot im nicht öffentlichen Test mehr spektakuläre Szenen fürs Geld als Pongracic. 96 stellte ohnehin eine Stunde lang die aggressivere und gefährlichere Mannschaft.

Die Dreierkette in der Abwehr stand bis auf Felipes Sekundenschläfchen (1:1) gut, 96 eroberte viele Bälle und schaltete recht flott um auf Attacke. Schon Guidettis erste Hackentrickvorlage für Cedric Teuchert hätte drin sein müssen. Aber Teuchert versprang der Ball – nicht nur in dieser Szene. „Wir hätte in den ersten zehn Minuten drei Tore machen müssen“, fand auch Kocak.

Wandervogel und Exzentriker: Die Karriere von 96-Stürmer John Guidetti in Bildern

Nachdem er fünf Jahre seiner Kindheit in Kenia verbracht hat, kehrte John Guidetti 2007 zu seinem schwedischen Heimatverein IF Brommapojkarna zurück - und debütierte mit zarten 15 Jahren in der ersten Mannschaft. Kurz darauf holte ihn Sevn-Göran Eriksson zu Manchester City. Von dort aus startete eine Leih-Odyssee für das Talent... Zur Galerie
Nachdem er fünf Jahre seiner Kindheit in Kenia verbracht hat, kehrte John Guidetti 2007 zu seinem schwedischen Heimatverein IF Brommapojkarna zurück - und debütierte mit zarten 15 Jahren in der ersten Mannschaft. Kurz darauf holte ihn Sevn-Göran Eriksson zu Manchester City. Von dort aus startete eine Leih-Odyssee für das Talent... ©
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"Er hat gezeigt, dass er uns ungemein guttut"

Guidetti durchfurchte den Angriff, störte früh, zwang Wolfsburg zu Fehlern, leitete aber auch zwei gefährliche Gegenzüge des Gegners ein. Er hob entschuldigend die Hand: Sorry Leute, kommt nicht mehr vor! Guidetti zeigte an, dass er mit seinen neuen Kollegen etwas erreichen will. Ein Treffer gelang ihm nicht, seine größte Chance verschoss er nach eigenem Ballgewinn (60. Minute).

Kocak lobte von außen: „Gut, John!“ Der Trainer wollte ihn und plant mit ihm, was wiederum problematisch für die Stürmer-Rivalen Hendrik Weydandt und Marvin Ducksch werden könnte.

„Wir wollten John ein bisschen akklimatisieren in unser Spiel“, sagte Kocak. Die Trainernote? „Sehr gut, er hat sich gut bewegt, er hat gezeigt, dass er uns ungemein guttut. Er ist sehr ballsicher vorne drin, mit seiner Art bringt er uns voran, ich bin sehr zufrieden mit ihm.“

Bilder vom Testspiel zwischen Hannover 96 und Viktoria Berlin

Florent Muslija (Mitte) schießt einen Freistoß aus kurzer Distanz. Zur Galerie
Florent Muslija (Mitte) schießt einen Freistoß aus kurzer Distanz. ©

Ein typisches Felipe-Testspiel

Guidetti holte den Freistoß raus, den Genki Haraguchi auf den Kopf von Felipe zirkelte – 1:0 (20.). Es wurde ein typisches Felipe-Festspiel im Zentrum der Dreierkette. Nach einer taktischen Notbremse sah er Gelb, er verletzte sich am Auge, spielte weiter, patzte vor dem 1:1 von Renato Steffen (41.), am Ende verursachte er einen Elfer nach einer felipschen Grätsche gegen Victor.

Admir Mehemedi gelang zuvor das 2:1 (81.), als 96 immer zurückwich. Ron-Robert Zieler parierte einen Elfer von Mehmedi (85.), Teuchert vergab den Elfmeter in der letzten Minute. „Der Höhepunkt“, fand Kocak. Er meinte es ironisch. Den halb guten Guidetti-Test in Wolfsburg hätte der Trainer gerne nicht verloren.

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