31. Oktober 2021 / 17:37 Uhr

Hannover 96: Börners Verletzung bringt die Defensive aus dem Gleichgewicht

Hannover 96: Börners Verletzung bringt die Defensive aus dem Gleichgewicht

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Er muss sich setzen: Torwart Martin Hansen, Gaël Ondoua und Marcel Franke (links) sorgen sich um Julian Börner (Mitte).
Er muss sich setzen: Torwart Martin Hansen, Gaël Ondoua und Marcel Franke (links) sorgen sich um Julian Börner (Mitte). © Florian Petrow
Anzeige

Julian Börner fehlt Hannover 96 auf jeden Fall im nächsten Spiel am kommenden Samstag bei Fortuna Düsseldorf. Und dann wackelt auch noch Kapitän Marcel Franke in der Abwehr.

Mit Börner wär das nicht passiert. Oder doch? Der verlässliche Julian Börner war wegen einer Muskelverletzung längst draußen, als sich die Fehlerkette vorm 1:1 der Auer aufbaute. Es begann beim Abstoß von Torwart Matin Hansen ins Seitenaus, setzte sich fort mit einem Einwurf, dem Kopfballduell, das Niklas Hult verlor und gipfelte in Marcel Frankes Blackout gegen den Torschützen Dmitri Nazarov. „In der 45. Minute das 1:1 nach einem Einwurf, nach einem Stellungsfehler aus dem spitzen Winkel – boah“, seufzte Trainer Jan Zimmermann.

Anzeige

Mit dem Börner-Aus nach 17 Minuten hatte 96 die Abwehrversicherung verloren. Nach einer von den Schiedsrichtern durchgewinkten Abseitssituation hockte sich der gar nicht so heimliche Abwehrchef auf den Boden. Er gab das Zeichen zum Spielertausch. Es ging nichts mehr bei ihm, der hintere linke Oberschenkel machte nicht mehr mit. Wie lange Börner ausfällt, soll sich heute herausstellen. 96 befürchtet einen Muskelfaserriss. Davon war auszugehen, wenn man sah, wie Börner in der zweiten Hälfte zum Linienrichter humpelte, um zumindest von der Bank aus mit einer Beschwerde Einfluss auf die Partie zu nehmen.

Mehr über Hannover 96

Jeder im Team nimmt die Börner-Kommandos ernst, weil er die Defensive zusammenhält. Zumindest galt die Abwehrkette bisher selten als größte Baustelle des verkorksten Saisonstarts. Ohne Börner verzerrt sich das Bild, die Abwehrkette ist nicht dicht.

Anzeige

Vor dem 1:1 wäre gewiss Börner derjenige gewesen, der den hoch verlängerten Ball nach dem Einwurf simpel hätte wegschädeln können. Franke hatte sich zwischen Nazarov und Seitenaus platziert, das eigene Tor gar nicht im Blick. Der Aue-Angreifer drängte Franke außen ab und bekam freie Schussbahn Richtung Tor – ein schulmäßiger „Move“ eines Profistürmers.

Einem gestandenen Abwehrmann wie Franke sollte solch ein Fehler nicht unterlaufen. Außerdem ließ sich eine Absicherung durch Börners Ersatz Luka Krajnc weit und breit nicht erkennen.

Der Ausfall des Neuen, auf den Manager Marcus Mann und Zimmermann so lange gewartet hatten, tut dem Gefüge sehr weh. Krajnc, ebenfalls neu gekommen, hatte beim 3:0 in Kiel überzeugt – allerdings an der Seite von Börner. Das Innenverteidiger Duo Franke/Krajnc wird sich in Düsseldorf sehr steigern müssen im Vergleich zum Aue-Spiel. Im Pokal gegen Düsseldorf war Börner ebenfalls einer der besten 96er gewesen.

Es war kein Zufall, dass 96 später weniger Ballgewinne in der Luft verzeichnete. Börner ist ligaweit der zweitstärkste Kopfballspieler. Als Duo mit Franke hat 96 sogar das Abwehrpaar mit den meisten gewonnenen Kopfballduellen (134). Immerhin eine Statistik, in der Hannover oben liegt. Darauf muss 96 in Düsseldorf verzichten. Danach ist Länderspielpause, Zeit genug vielleicht für den Kopf der Abwehr, sich bis zum Heimspiel gegen Paderborn am 19. November zu erholen.