07. Mai 2019 / 08:55 Uhr

Kein neuer Vertrag für Felipe: 96-(Leidens)zeit des Pechvogels endet tragisch

Kein neuer Vertrag für Felipe: 96-(Leidens)zeit des Pechvogels endet tragisch

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Da wurde es emotional: Felipes Mittelfußbruch in München bedeutete gleichzeitig das Ende seiner 96-Zeit.
Da wurde es emotional: Felipes Mittelfußbruch in München bedeutete gleichzeitig das Ende seiner 96-Zeit. © imago images / DeFodi
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Den Kampf gegen seinen Körper konnte er fast nicht gewinnen, wenn er aber mal fit war, zeigte Felipe bei Hannover 96 fast immer seine Klasse. Nun endet seine 96-Zeit ebenso bezeichnend wie tragisch: Nach seinem Mittelfußbruch in München bekommt der Brasilianer aller Voraussicht nach keinen neuen Vertrag.

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Es ist traurig, aber anders konnte es irgendwie nicht enden bei Felipe. Im Dienst, bei einer Rettungsaktion gegen Thomas Müller, brach sich der Brasilianer den Mittelfuß. Nach der Diagnose ist klar: Felipe wird nicht mehr für Hannover 96 spielen. In dieser Saison nicht und ziemlich sicher auch danach nicht mehr.

Felipe steht nicht auf der Liste der Spieler – wie beispielsweise Edgar Prib –, deren auslaufende Verträge verlängert werden sollen. Sollte nicht jemand doch noch auf die Idee kommen, ihm ein leistungsbezogenes Papier vorzulegen, wird der dienstälteste 96-Profi nach sieben Jahren aus seiner Hannover-Zeit humpeln.

Felipe: Seine Zeit bei Hannover 96

Felipe: Seit 2012 bei Hannover 96. Zur Galerie
Felipe: Seit 2012 bei Hannover 96. ©
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Felipe humpelt unter Tränen vom Platz

Er mochte es erst nicht wahrhaben, versuchte es noch einmal. Vergebens. Dann wurde es ihm bewusst und er hockte sich niedergeschlagen auf den Rasen. „Felipe, wir kennen ihn alle“, sagte Thomas Doll nachher, „bevor er sich hinsetzt, muss es richtig schmerzen, ein richtig harter Brocken.“

Mit einem Kern, der unter Tränen schmolz. Miiko Albornoz, Waldemar Anton, Oliver Sorg, Wa­lace – alle standen um ihn herum, als Felipe dort saß und das Gesicht in die Armbeuge vergrub.

Das ist die Krankenakte von 96-Verteidiger Felipe:

Oft verletzte sich der eigentlich starke Felipe. Aber wenn er spielt, zeigt er, wie wichtig er ist. Zur Galerie
Oft verletzte sich der eigentlich starke Felipe. Aber wenn er spielt, zeigt er, wie wichtig er ist. ©

Auch für Hannover 96 schwerer Verlust

Das ist nicht allein für den 31-Jährigen Abwehrmann, sondern auch für 96 bitter. Felipe gilt und galt als der härteste, technisch sauberste und torgefährlichste Innenverteidiger. Hüftprobleme, ein gebrochener Fuß, Knochenödeme, Knieweh, ein halbes Jahr Adduktorenschmerzen, Bauchmuskelzerrungen, ein Sehnenriss, nebenbei immer wieder Muskelfaserrisse, ein kleines Wunder ist es, dass Felipe überhaupt noch Fußballprofi ist.

Hätten die vielen Verwundungen ihn nicht getroffen, er wäre wohl brasilianischer Nationalspieler geworden. Wahrscheinlich. Denn vermissen wird ihn 96 nicht allein wegen seiner kompromisslosen Abwehrhaltung, sondern auch wegen seiner wilden Performance. Felipe ist der einzige Nichtangreifer bei 96, der zwei Treffer erzielte, einen davon beim nächsten Gegner Freiburg.

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Bezeichnendes Ende für den 96-Kultspieler

Es konnte irgendwie nicht anders enden als in München. Zudem kurios, dass für Felipe ausgerechnet nach jener Saison Schluss sein soll, in der er die meisten Einsätze für 96 hatte (18). 62 Pflichtspiele in sieben Jahren für 96. Nicht gerade viel. Was bleibt, ist die Anerkennung für einen Abwehrspieler, der ein Star hätte werden können, aber als 96-Kultspieler in Erinnerung bleibt.

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Valerien Ismaël: So richtig gut geklappt hat das nicht zwischen Hannover 96 und dem Spieler Valerien Ismaël. In der ersten Halbserie absolvierte der Franzose, der vom FC Bayern zu den Roten gekommen war, noch 14 Partien für seinen neuen Club. Im darauffolgenden Jahr waren es nur noch deren vier. Ein Knochenödem am Knie war letztlich Schuld daran, dass Hannover 96 Ismaëls letzter Profiverein seiner Karriere war. Im Januar 2009 hörte er auf. Und blieb als Sportkoordinator und Trainer der Reserve auch nach seiner Karriere zunächst bei 96. ©

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