12. November 2019 / 09:06 Uhr

Hannover 96 bildet keine Einheit für die zweite Liga: "Jedes Spiel ist knüppelhart"

Hannover 96 bildet keine Einheit für die zweite Liga: "Jedes Spiel ist knüppelhart"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marvin Bakalorz (von links), Waldemar Anton, Hendrik Weydandt, Marvin Ducksch und Josip Elez verlassen frustriert den Rasen in Heidenheim.
Marvin Bakalorz (von links), Waldemar Anton, Hendrik Weydandt, Marvin Ducksch und Josip Elez verlassen frustriert den Rasen in Heidenheim. © imago images/Sven Simon
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Es wirkt so, als wäre Hannover 96 immer noch nicht in der zweiten Liga angekommen. Das findet auch Kapitän Marvin Bakalorz. Es fehlt dem Team an vielen Dingen - doch am auffälligsten ist, dass die Mannschaft keine Mannschaft ist.

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Was ist in der 2. Liga gefragt? Nach dem 13. Spieltag, dem 0:4 in Heidenheim, gab der Kapitän zu, dass die Mannschaft darauf noch immer keine Antwort hat. „Mein Empfinden ist, dass wir die 2. Liga noch nicht angenommen haben“, erklärte Marvin Bakalorz. „Jedes Spiel ist knüppelhart, und das ist uns heute bewusst geworden.“

Torwart Ron-Robert Zieler hatte sich gewünscht, „dass wir das Ding als Mannschaft auf dem Platz regeln“. Aber die Spieler scheinen die Regeln der 2. Liga nicht zu kennen. Angefangen bei Miiko Albornoz, der defensive Zweikämpfe abschenkt. Weiter zu den Nebenleuten, die nur halbherzig helfen. Dass Julian Korb sich vor dem 0:1 vom Ball wegduckt, ist bezeichnend für den Gesamtauftritt.

Spieler verstecken sich wie Emil Hansson, der nur brav seine Position hielt. Dabei müsste sich gerade Hansson mehr zeigen. Bei Korb und Albornoz lässt sich immerhin sagen, dass sie offensiv etwas versucht haben. In der Defensive bilden beide ein Risiko.

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</b>Ron-Robert Zieler:</b> Ihm fliegen die Bälle aus naher Distanz um die Ohren. Verhindern kann er das kaum. Wirft sich in die Otto-Chance, damit stoppt auch die Heidenheimer Chancen-Flut, das hilft am Ende aber nicht. Verhindert, dass es noch schlimmer wird. Note: 4. Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Ihm fliegen die Bälle aus naher Distanz um die Ohren. Verhindern kann er das kaum. Wirft sich in die Otto-Chance, damit stoppt auch die Heidenheimer Chancen-Flut, das hilft am Ende aber nicht. Verhindert, dass es noch schlimmer wird. Note: 4. ©
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Viele Probleme in der Offensive

Im Sturm soll Hendrik Weydandt Verantwortung übernehmen. Dabei ist er erst seit knapp über einem Jahr Profi. Zielspieler Weydandt wurde mit Flanken versorgt, die seine zwei langen Heidenheimer Gegenspieler wieder entsorgten. Nach sechs rausgeköpften Flanken folgte auch noch die siebte von Genki Haraguchi. Die Spieler sind nicht in der Lage, auf Stärken oder Schwächen des Gegners zu reagieren – Heidenheim machte es vor.

Neben Weydandt schwankt Marvin Ducksch von mal starker zu schwacher Tagesform wie in Heidenheim. Er sieht sich zwar als teamfähigen Spieler (vier Tore, vier Torvorlagen), bremst Nebenleute mit Abwinken und Augenrollen aus. Dass er bei seiner Auswechslung beim Stand von 0:3 lachte, kann viele Gründe haben. Das Signal der TV-Bilder war gewesen: Jetzt lacht der Stürmer auch noch. Und wo war Cedric Teuchert? Bot sich im Vorfeld trotz hoher Fähigkeiten gar nicht erst für den Einsatz in Heidenheim an. Ähnlicher Fall: Der potenzielle „Zehner“ Florent Muslija versteckt sich hinter seiner Jugend, als wolle er keine Verantwortung tragen.

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Den Spielern fehlt die Wucht

Die Mannschaft besitzt durchaus geeichte Zweitliga-Typen wie Bakalorz oder Marcel Franke. Der Kapitän pusht die Mitspieler, steckt aber in einem Leistungsloch und kann die Mannschaft nicht aus eigener Kraft mitziehen. Franke schubste sich mit der Roten Karte selbst raus. Waldemar Anton, vom Kapitänsamt enthoben und wechselwillig im Sommer, ragt heraus – aber die vielen Instagram-Stories deuten an, dass er vor allem am eigenen Profil interessiert ist. Die Instagram-Generation strahlt digitalen Glanz aus, für bodenständigen Zusammenhalt steht sie nicht.

Mit Ausnahme von Franke, Weydandt und Anton wirken die Spieler dem Zweitliga-Kampf körperlich nicht gewappnet. Es fehlt den Spielern Wucht, Durchsetzungskraft und vor allem: Zusammenspiel. So wurschtelt jeder aus der 96-Mannschaft weiter vor sich hin – mit einer Truppe, die nicht wirkt, als bilde sie eine Einheit für die 2. Liga.

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