03. März 2020 / 13:58 Uhr

96-Trainer Kocak über Schmähplakate in der Nordkurve: "Haben nichts im Sport zu suchen" 

96-Trainer Kocak über Schmähplakate in der Nordkurve: "Haben nichts im Sport zu suchen" 

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 96-Trainer Kenan Kocak äußerst sich zu den Schmähplakaten in der Nordkurve.
96-Trainer Kenan Kocak äußerst sich zu den Schmähplakaten in der Nordkurve. © imago images/Noah Wedel/dpa
Anzeige

Auch beim Spiel zwischen Hannover 96 und Holstein Kiel kam es zu Protesten gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp und Red-Bull-Anteilseigner Dietrich Mateschitz. Nach der Partie äußerte sich 96-Trainer Kenan Kocak zu den Vorkommnissen.

Es hat nicht lange gedauert, dann haben auch 96-Fans ihren Beitrag zu den viel diskutierten Beleidigungen des Wochenendes geliefert. Die bundesligaweiten Schmähungen von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp setzten sich in Hannover fort. Sogar mit einer Steigerung – oder besser – Verschlimmerung.

Anzeige

Banner in der Nordkurve

In der sechsten Minute tauchte im Oberrang der Nordkurve ein Plakat auf, dass Hopp im Fadenkreuz zeigte. Dazu im Unterrang ein Plakat, dass den Leipziger Mäzen und Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz ebenfalls ins Fadenkreuz setzte. Dazu die Banner „Keine Akzeptanz für Red Bull und Hoffenheim“.

Bilder zu den Schmähplakate beim 96-Spiel gegen Kiel

 Vermummte 96-Fans zeigen auf einem Banner in Nordkurve Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp im Fadenkreuz. Zur Galerie
Vermummte 96-Fans zeigen auf einem Banner in Nordkurve Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp im Fadenkreuz. ©

Diejenigen, die die Plakate hoch hielten, waren mit Sturmmasken und teilweise mit weißen Overalls so gekleidet, dass sie schwer zu identifizieren sein dürften. Zudem versteckten sie sich unter großen Fahnen. Es blieb beim einmaligen Auftauchen der Plakate, beim dritten Mal wäre die Partie abgebrochen worden.

Schiedsrichter Stegemann unterbricht das Spiel

Schiedsrichter Sascha Stegemann unterbrach die Partie, der Stadionsprecher fordert die sogenannten Fans auf, ihre Plakate einzupacken – was sie dann auch unter Schmäh-Gesängen gegen den DFB auch taten, lautstark unterstützt von den Kieler Fans. Knapp 2000 waren zur Unterstützung ihres Teams nach Hannover gefahren.

Anzeige
Mehr zum Thema

Hopp und Mateschitz im Fadenkreuz zu zeigen, wird auf jeden Fall strafrechtliche Folgen haben. Bei 96-Spielern und Trainer Kenan Kocak fehlte das Verständnis für derartige Aussetzer. „Solche Dinge haben im Fußball nichts zu suchen“, sagte Philipp Ochs, der aus Hoffenheim zu 96 gewechselt ist. „Ich kenne Dietmar Hopp persönlich, er ist ein Herzensmensch, unterstützt mit viel Freude viele soziale Projekte. Das ist einfach schade, so etwas zu sehen.“

Zuber will "das nicht näher kommentieren"

Während 96-Sportchef Gerhard Zuber, „das nicht näher kommentieren“ wollte und sich einem Statement dazu entzog, indem er behauptete, „ich habe meine Brille nicht aufgehabt und konnte nicht ganz so weit gucken“, positionierte sich Kocak klar: „Ich kenne die beiden Herren, vor allem Dietmar Hopp, aus der Region, aus der ich komme. Er verdient einen riesengroßen Respekt. Er investiert viel in soziale Bereich. Solche Plakate und Hassbekundungen haben nichts im Sport zu suchen.“

Mehr über Hannover 96

Kocak fordert, „wir sollten wegkommen von dieser Hasskultur und das Miteinander stärken. Das ist jeder Einzelne gefragt, damit wir friedlich miteinander leben können. Nur so können wir die Probleme bekämpfen.“ Erstmal wird nun vermutlich der Staatsanwalt ermitteln, wer die Plakate gezeigt hat. Auch DFB und 96 werden sich weitere Schritte gegen die Täter und möglicherweise den Verein vorbehalten.

Bilder zum Spiel von Hannover 96 gegen Holstein Kiel

Hannovers John Guidetti bejubelt sein Tor zum 1:0 gegen Holstein Kiel.  Zur Galerie
Hannovers John Guidetti bejubelt sein Tor zum 1:0 gegen Holstein Kiel.  ©

Andreas Willeke

Anzeige: Erlebe die gesamte Bundesliga mit WOW und DAZN zum Vorteilspreis