17. April 2020 / 07:19 Uhr

Wunschkandidat Kevin Stöger! Ein Österreicher als neuer Kopf von Hannover 96?

Wunschkandidat Kevin Stöger! Ein Österreicher als neuer Kopf von Hannover 96?

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Lenkt Kevin Stöger künftig das Spiel von Hannover 96?
Lenkt Kevin Stöger künftig das Spiel von Hannover 96? © imago images/Uwe Kraft
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Hannover 96 hat nach Informationen vom SPORTBUZZER Kevin Stöger ins Visier genommen. Der Vertrag des Mittelfeldspieler bei Fortuna Düsseldorf läuft am Saisonende aus, wäre also ablösefrei zu haben. Der Österreicher soll der neue kreative Kopf der Mannschaft von Kenan Kocak werden.

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Er wird sich nicht gern an Hannover 96 erinnern, jedenfalls nicht an dieses letzte Spiel der vergangenen Saison. Fortuna Düsseldorf, seine Mannschaft, war längst gerettet, 96 bereits als neuer Gast der 2. Bundesliga eingebucht. Fortuna gewann zwar mit 2:1, aber Kevin Stöger hatte Riesenpech. Er musste in der 89. Minute, also eine Minute vor dem Saisonende, ausgewechselt werden – mit Folgen weit in die aktuelle Saison hinein. Stöger riss sich das Kreuzband und verpasste die komplette Hinrunde.

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Seit Januar ist er wieder am Ball – aber wenn es nach 96 geht, soll Stöger in der neuen Saison der Unterschiedsspieler in Hannover werden. 96 will ihn nach Informationen vom SPORTBUZZER verpflichten. Allerdings wird sich der Zweitligist auf Konkurrenz aus der Bundesliga einstellen müssen.

Bilder vom Training von Hannover 96 (16. April)

Geburtstagskind Michael Ratajczak ist mit Spaß auf dem Rad unterwegs. Zur Galerie
Geburtstagskind Michael Ratajczak ist mit Spaß auf dem Rad unterwegs. ©

Wer ist nun dieser Kevin Stöger? Der Spiegel nannte ihn mal „den besten Unbekannten der Liga“, das war vor seiner Langzeitverletzung. Sein aktueller Fortuna-Trainer schwärmt von ihm: „Er findet Lösungen, auch wenn man es bei Ballbesitz mal ruhiger angehen lässt“, sagt Uwe Rösler über Stöger, der „ein Spiel in allen Belangen dirigieren kann“.

Ein Sechser, Achter oder Zehner

Der Spielmacher ist laufstark, spielt die Pässe in die Tiefe, die es braucht, um Abwehrreihen zu knacken und schnelle Konter zu fahren. Der 26-Jährige kann – nach den gebräuchlichen Schubladen des Fußballs – auf der Zehner-, Achter-, oder Sechserposition im Mittelfeld spielen.

Das ist auch genau die Zone, in der 96 aufrüsten will. Mit Waldemar Anton droht der Abgang des besten defensiven Mittelfeldspieler in der Bundesliga. Marvin Bakalorz kann ein Spiel nicht lenken, eher schon der im Januar verpflichtete Dominik Kaiser. Stöger soll auf dem Platz der Kopf und Chef des Aufstiegsprojekts werden. Fragt sich nur, ob er auch bei 96 landet.

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Sein Vertrag in Düsseldorf läuft jedenfalls aus, wie bei seinen letzten beiden Vereinswechseln ist Stöger nach zwei Vertragsjahren ablösefrei zu haben. 2016 ging er so von Paderborn nach Bochum, 2018 vom VfL nach Düsseldorf. Im Sommer 2019 wollte die AS Rom die Ausstiegsklausel von vier Millionen Euro ziehen. Die Italiener verzichteten aber nach dem Kreuzbandriss.

Düsseldorf vermasselte dann offenbar die Vertragsverlängerung, Stöger lehnte jedes Angebot ab. Er habe sich „kein Zeitlimit gesetzt, bis ich eine Entscheidung treffe“, sagte er. „Es geht um die sportliche Entwicklung und auch um das Finanzielle. Und dann muss der Vertrag einfach passen.“ Dabei vergaß er auch nicht zu erwähnen, dass er hoch hinaus will. „Natürlich träumt jeder von der Champions League.“

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Jonathas wechselte 2017 für neun Millionen Euro in die Landeshauptstadt. Damit ist er der teuerste Neuzugang, den Hannover 96 je verpflichtet hat. ©

Das wird er mit 96 mindestens in den nächsten zwei Jahren nicht realisieren können, vermutlich sogar nie. Doch unattraktiv dürfte es für den Österreicher nicht sein, das Gehirn des neuen 96-Teams zu werden. Trainer Kenan Kocak und Sportchef Gerhard Zuber – der in Düsseldorf wohnt – versuchen Stöger und seinen Berater Karlheinz Förster jedenfalls davon zu überzeugen. Als Spieler, der den Unterschied macht, würde Stöger auch besser verdienen als andere.

Der Plan von Hannover 96 klingt schon mal gut – ob er sich umsetzen lässt, wird sich zeigen.