23. April 2018 / 21:30 Uhr

Hannover 96: Kind fordert von Heldt ein sofortiges "klares Bekenntnis zu 96"

Hannover 96: Kind fordert von Heldt ein sofortiges "klares Bekenntnis zu 96"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trotz der Blumen: Das Verhältnis zwischen Präsident Martin Kind und Manager Horst Heldt ist angespannt.
Trotz der Blumen: Das Verhältnis zwischen Präsident Martin Kind und Manager Horst Heldt ist angespannt. © imago
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96-Chef Martin Kind hat genug von der Hängepartie mit Manager Horst Heldt. Wird er nun Geschäftsführer oder ist er bald in Wolfsburg? „Heldt muss jetzt ein klares Bekenntnis zu 96 abgeben“, fordert Kind. Falls Horst Heldt tatsächlich geht, sollte 96 noch fünf Millionen Euro Ablöse für ihn und Gerhard Zuber bekommen - und Aufsichtsrat Martin Andermatt könnte ihn kurzfristig ersetzen.

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Am Ende der Saison, die mit der Aufstiegsparty begann, hat 96 einen Kater. Probleme gibt’s auf vielen Ebenen, im Zentrum steht die Managerfrage: Ist das nun Horst, der Super-Heldt – oder der Anti-Heldt? Gibt es überhaupt noch ein zurück nach den erneuten Flirt mit einem anderen Club? Lässt sich das Vertrauen noch mal aufbauen – oder ist es irreparabel zerstört?

„Ja, natürlich lässt sich das Vertrauen aufbauen, ich bin da schmerzfrei“, sagt 96-Chef Martin Kind. „Heldt muss jetzt aber ein klares Bekenntnis zu 96 abgeben.“

Die Manager von Hannover 96 seit 1996:

<b>Franz Gerber:</b> Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. Zur Galerie
Franz Gerber: Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. ©

​Heldt lässt Termin verstreichen

Das macht Kind an Heldts Unterschrift unter den Geschäftsführer-Vertrag fest. „Im letzten Gespräch ist vereinbart worden, dass Heldt Anfang der Woche unterschreibt“, erklärt Kind. Das sollte schon passiert sein, doch Heldt hat sich noch nicht wie verabredet beim Aufsichtsratchef Thomas Fischer gemeldet.

Heldt erklärte nach dem Bayern-Spiel, er habe in dieser Woche keine Zeit. Der Manager ist bei Transfergesprächen unterwegs. Ein Telefonat sollte trotzdem möglich sein.

Knackpunkt für den Manager: Heldt bekommt nicht die alleinige Entscheidungshoheit über Transfers. „Er muss die Aufgabenverteilung akzeptieren“, sagt Kind nach schlechten Erfahrungen beim Jonathas-Transfer für fast zehn Millionen Euro. Auch beim Kauf von Josip Elez gab’s Probleme.

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​Andermatt als Heldt-Alternative

Dazu gehört, dass Aufsichtsrat Martin Andermatt eingebunden werden muss. „Heldt muss sich abstimmen“, sagt Kind. „Für Verträge brauchen wir auch weiter zwei Unterschriften.“ In Wolfsburg könnte Heldt dagegen freier entscheiden und dazu über mehr Geld verfügen, als es 96 je haben wird. Sein Gehalt dagegen kann kein Problem sein – es würde sich als 96-Geschäftsführer auf etwa 1,6 Millionen Euro verdoppeln. Es soll etwa so hoch sein, wie Heldts damaliges Kölner Angebot.

96 braucht in der Planungsphase jedenfalls schnell Klarheit auf dem Managerposten. Sollte es nicht mehr weitergehen mit Heldt, wäre Andermatt eine schnelle Lösung. Der Ex-Trainer und Ex-Sportdirektor könnte die Transfers-Gespräche übernehmen.

Wolfsburg will jedenfalls Heldt als Geschäftsführer, das ist verbürgt. Der VfL-Aufsichtsrat hat sich mit ihm getroffen. Auch der ehemalige OSV-Spieler Frank Witter, jetzt Vorsitzender des Gremiums, war dabei.

Diese Spieler spielten für Hannover 96 und den VfL Wolfsburg:

<b>André Breitenreiter</b> kam zwar über die eigene Jugend in den Profibereich von Hannover 96 und ist mittlerweile Trainer bei den „Roten“. In der Saison 1997/98 lief er für eine Spielzeit aber auch für den VfL Wolfsburg auf.  Zur Galerie
André Breitenreiter kam zwar über die eigene Jugend in den Profibereich von Hannover 96 und ist mittlerweile Trainer bei den „Roten“. In der Saison 1997/98 lief er für eine Spielzeit aber auch für den VfL Wolfsburg auf.  ©

​Heldt und Zuber sollten schon fünf Millionen bringen

Heldt hat allerdings einen Vertrag bis Juni 2020 in Hannover. „Das wäre alles nur möglich, wenn wir zustimmen“, sagt der 96-Chef. Martin Kind hat vor einem halben Jahr Heldts Wechselwunsch zu seinem Herzensclub in Köln verhindert. „Wir sind mit seiner Arbeit hochzufrieden. Deshalb war es für uns unwiderruflich ausgeschlossen, dass Horst Heldt den Verein verlässt“, sagte Kind da noch. Bei der wenig heldtenhaften Wiederholung klingt der 96-Chef weniger klar. „Da muss man neu nachdenken.“

Vor allem wird Heldt nur gehen dürfen, wenn eine Ablöse fließt, auch für den Sportlichen Leiter Gerhard Zuber, den Heldt mitnehmen will. Fünf Millionen Euro sollen es für beide schon sein.

Was Kind ärgert: Heldt hat in Wolfsburg vorgesprochen, ohne den 96-Chef vorab zu informieren, so wie es im Köln-Fall war. Kind erlaubte die Gespräche.

Viel hält Kind von André Breitenreiter, trotz der Gerüchte um das Frankfurter Interesse. „Er macht einen stabilen und zufriedenen Eindruck“, sagt Kind und will den noch ein Jahr laufenden Vertrag des Trainers verlängern. „Nach Saisonende wollen wir das angehen.“

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