06. März 2019 / 07:56 Uhr

96-Boss Kind plant neue Saison: Spieler verkaufen, Geld für Transfers einsetzen

96-Boss Kind plant neue Saison: Spieler verkaufen, Geld für Transfers einsetzen

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für die neue Saison sollen bei Hannover 96 Spielerverkäufe neue Transfers ermöglichen.
Für die neue Saison sollen bei Hannover 96 Spielerverkäufe neue Transfers ermöglichen. © Lobback/Dröse/Petrow
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Die kommende Saison wird für Hannover 96 wohl eine in der zweiten Liga. Klubchef Kind will allerdings sofort wieder hoch: "Wir wollen Spieler verkaufen und das Geld dann für Transfers einsetzen."

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Noch sind keine Abstiegsfakten geschaffen. „Solange der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist, geben wir nicht auf“, sagt 96-Chef Martin Kind, „so lange werden wir Ruhe bewahren, auch wenn’s schwerfällt.“

Auf der Rückfahrt im Auto nach dem 1:5-Debakel in Stuttgart im Auto war Kind total niedergeschlagen, in der Nacht danach war an Schlaf nicht zu denken: „Ich bin so unglaublich sauer.“

Kind plant bereits die nächste 96-Saison

Im Hintergrund schiebt Kind bereits die Planungen für die neue Saison an – mit hoher Wahrscheinlichkeit für die zweite Liga. „Ich habe mich entschieden, dass wir erneut den direkten Wiederaufstieg erreichen wollen“, erklärt Kind das Ziel für die nächste Zweitliga-Saison – wie nach dem Abstieg 2016, als sofort die alternativlose Rückkehr in die Bundesliga gelang.

Die Hannover-96-Aufstiegsfeier vor dem Rathaus!

Nass gemacht: Auch Coach André Breitenreiter bleibt bei der 96-Aufstiegsfeier von einer Bierdusche nicht verschont. Zur Galerie
Nass gemacht: Auch Coach André Breitenreiter bleibt bei der 96-Aufstiegsfeier von einer Bierdusche nicht verschont. ©
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Damals nahm der Klub ein 17-Millionen-Euro-Minus in Kauf. Diesmal soll der Aufstieg laut dem 96-Chef anders finanziert werden: „Wir wollen Spieler verkaufen und das Geld dann für Transfers einsetzen.“

Allerdings stellt Kind vor Verpflichtungen klar: „Teuer ist nicht gleich gut, wir müssen das Geld effizienter verwenden.“ Das ist die Lehre aus dem 10-Millionen-Fehlkauf von Jonathas.

Walace bei 96 vor dem Abschied

Verkaufskandidaten sind: Ihlas Bebou, der für die zweite Liga auch eine Ausstiegsklausel mit einer Ablöse von 15 Millionen Euro hat. Dazu Walace, der für 30 Millionen Euro gehen kann. „Mit Spielern wie Walace, die offensichtlich nicht bereit sind, alles zu investieren, brauchen wir auch nicht zu planen“, kündigt Kind den Abschied des brasilianischen Nationalspielers an.

Vermutlich wird Manager Horst Heldt mit Trainer Thomas Doll dafür sorgen, dass Walace in den nächsten Spielen ins Schaufenster gestellt wird. Verkaufskandidaten sind weiter Waldemar Anton (Marktwert 15 Millionen Euro) und Niclas Füllkrug, der für 24 Millionen Euro seine Ausstiegsklausel ziehen könnte. Auch Genki Haraguchi kann für acht Millionen Euro gehen.

Hannover 96: Die HDI Arena im Bundesligavergleich

Das Niedersachsenstadion (heute: HDI Arena) wurde bereits 1954 erbaut. Damit ist Hannover 96 in der Baujahr-Tabelle auf Platz sechs in der Bundesliga. Zum Vergleich: Das älteste Stadion steht in Freiburg (Baujahr: 1854), das neueste in Mainz (2011). Zur Galerie
Das Niedersachsenstadion (heute: HDI Arena) wurde bereits 1954 erbaut. Damit ist Hannover 96 in der "Baujahr"-Tabelle auf Platz sechs in der Bundesliga. Zum Vergleich: Das älteste Stadion steht in Freiburg (Baujahr: 1854), das neueste in Mainz (2011). ©

Selbst wenn die in den Klauseln festgelegten Summen nicht erzielt werden können, sollte doch ein hübsches Sümmchen zusammenkommen – so etwa 30 bis 40 Millionen Euro. „Das Geld brauchen wir auch, weil wir eine neue Mannschaft zusammenstellen müssen“, sagt Kind. „Die aktuelle Mannschaft ist kaputt, schlecht zusammengestellt und gescheitert. Und das bei der teuersten Mannschaft, die wir je hatten.“

Kind: "Es hat so viele Fehler gegeben"

Kind kündigt an, die Pannensaison intern zu analysieren. „Es hat so viele Fehler gegeben“, sagt er, „das beginnt bei mir, betrifft die sportliche Leitung, den Trainer und so weiter.“

Kinds Plan: „Wir müssen die Entscheidungen breiter und professioneller aufstellen, Antworten und neue Positionen finden. Dieses Modell ist gescheitert.“

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Erneuten Trainerwechsel soll es nicht geben

Im Zentrum für den sportlichen Neuanfang: „Die Schlüsselfiguren sind der Sportdirektor, der Trainer und die Spieler.“ Neue Spieler werden kommen und wohl auch ein neuer Sportchef und Trainer, auch wenn Kind sich dazu nicht äußern will. Die Saison wird Doll wohl zu Ende machen dürfen. Einen erneuten Trainerwechsel soll es jetzt nicht geben, obwohl Dolls Rettungsmission gescheitert ist: „Stand heute würde ich das ausschließen“, sagt Kind.

Eine gute Nachricht für die anderen Vereinsangestellten hat der 96-Chef auch für den Abstiegsfall: „Es sollen so wenig Mitarbeiter wie möglich entlassen werden. Mein Ziel ist, dass gar keiner gehen muss, aber das kann ich noch nicht versprechen.“

Bilder: Sieben Jahrzehnte Fans von Hannover 96

Bilder aus sieben Jahrzehnten 96-Fans. Zur Galerie
Bilder aus sieben Jahrzehnten 96-Fans. ©
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