17. Juni 2020 / 14:53 Uhr

Hannover 96: Köln-Chef Wehrle macht den Horn-Transfer schwer

Hannover 96: Köln-Chef Wehrle macht den Horn-Transfer schwer

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jannes Horn hat sich auf der linken Abwehrseite von Hannover festgespielt. Ob er auch fest bei Hannover 96 bleiben darf, ist nicht entschieden.
Jannes Horn hat sich auf der linken Abwehrseite von Hannover festgespielt. Ob er auch fest bei Hannover 96 bleiben darf, ist nicht entschieden. © Pool-Foto
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Hannover 96 möchte den Leihspieler Jannes Horn (23) für die kommende Saison fest verpflichten. 96 und der 1. FC Köln schienen sich einig zu sein. Nun eröffnet Köln-Chef Alexander Wehrle den Poker neu. Platzt der Transfer noch kurz vor Ende der Saison?

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Eigentlich sollte längst alles klar sein. Es sah ja auch gut aus. 96-Sportdirektor Gerhard Zuber verhandelt mit seinem Freund und Förderer Horst Heldt beim 1. FC Köln um die feste Verpflichtung von Jannes Horn. Die festgeschriebene Ablösesumme für den Leihspieler Jannes Horn (2 Millionen) hat 96 verstreichen lassen – so viel hätte wohl kein Klub für den linken Verteidiger aktuell bezahlt.

Deshalb verhandelt Zuber neu über die Ablöse. Die Bild-Zeitung vermutete bereits: „Ausleihe! Horn kann umsonst bleiben“ Danach sah es auch mal aus. Aber nach Informationen des SPORTBUZZER gibt es einen neuen Stand. Alexander Wehrle, der Geschäftsführer in Köln, fängt jetzt erst an, um Horn an zu pokern.

Jannes Horn wurde am 6. Februar 1997 in Braunschweig geboren. 2008 wechselte er von Rot-Weiß Braunschweig in die Nachwuchsabteilung des VfL Wolfsburg.  Zur Galerie
Jannes Horn wurde am 6. Februar 1997 in Braunschweig geboren. 2008 wechselte er von Rot-Weiß Braunschweig in die Nachwuchsabteilung des VfL Wolfsburg.  ©

"Entscheidung ist noch nicht gefallen"

„Leihspieler sind dafür da, dass sich Spieler positiv entwickeln, das ist bei Jannes der Fall“, sagte Wehrle dem Express. Aber: „Hannover 96 ist nicht der einzige Interessent.“ Mehrere Bundesligisten sollen Horn (23) verpflichten wollen. Das sähe dann gar nicht gut aus für 96, gesetzt den Fall, Wehrle möchte nicht nur den Preis hochtreiben. Von „umsonst“ ist aber bisher nicht die Rede. Der linke Verteidiger war 2017 für sieben Millionen Euro von Wolfsburg nach Köln gewechselt. Geholt hatte ihn Jörg Schmadtke, der mittlerweile in Wolfsburg Sportchef ist.

Wehrle erklärte auf Nachfrage: „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.“ Ähnlich äußerte sich auch 96-Sportdirektor Zuber: Es gebe „keine News“ im Fall Horn. Scheitert der Versuch, Horn an Hannover zu binden – sei es durch einen Transfer oder eine erneute Leihe – stünde 96 auf den linken Abwehrseite fast blank da.

Ostrzolek und Albornoz vor dem Aus

Die Verträge der linken Verteidiger Matthias Ostrzolek (30) und Miiko Albornoz (29) laufen zum Juli aus. 96-Trainer Kenan Kocak lobte Ostrzoleks Einstellung. „Ein Musterprofi!“ Aber für den trainingsfleißigsten 96-Profi scheint die Zeit vorbei zu sein, in denen er als linker Verteidiger gesetzt war. Ostrzolek spielte in dieser Saison keine zwei Spiele lang, gerade einmal 145 Minuten. Bei Albornoz hatte man ohnehin zu selten den Eindruck, dass er seine Defensivschwächen beheben kann.

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Nur noch Notlösungen

Bleiben also noch Edgar Prib (30) und Philipp Ochs (23). Der torgefährliche Prib wird aber in der Nähe des gegnerischen Tores gebraucht, Ochs ist auch kein gelernter Verteidiger, eher ein Linksaußen. Zuber bleibt dran bei Horn, der sich in Hannover so wohl fühlt, dass er durchaus gerne bleiben würde. Ob das möglich ist? Hört sich nicht so an, nach dem, was Geschäftsführer Wehrle sagt.