07. März 2022 / 11:23 Uhr

Kommentar: Eigentore können Motivation sein

Kommentar: Eigentore können Motivation sein

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kapitän Marcel Franke war schon der fünfte 96er, der in dieser Saison ins eigene Tor traf.
Kapitän Marcel Franke war schon der fünfte 96er, der in dieser Saison ins eigene Tor traf. © IMAGO/Eibner
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Zumindest in dieser Tabelle ist Hannover 96 in der Liga Spitze: Fünf Eigentore neun Spieltage vor Schluss, das ist einmalig in diesem Jahrtausend in der 2. Liga. Wer die Gründe kennt und die Lösungen, den kann die Eigentor-Statistik motivieren, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Dirk Tietenberg.

Zu fast allen Ereignissen auf den Fußballplätzen gibt es Statistiken. Die eine mehr, die andere weniger aufschlussreich. Zum Beispiel Thomas Müller. Hat vor dem vergangenen Samstag noch nie zuvor ein Eigentor geschossen. So weit, so schön das Tor. 96 sammelt Selbsttor-ähnliche Ereignisse. Eckballtor, Eigentor, Eiertor – in Sandhausen war alles dabei. Bleiben wir bei den fünf Eigentoren in dieser Saison – und es sind noch neun Spiele übrig. „Gab es das schon mal?“, fragte ein junger Kollege. Nein, nicht in diesem Jahrtausend in der 2. Liga. Lautern (2018) und Trier (2005) hatten sich in einer kompletten Saison fünfmal abgeschossen und stiegen ab. Stuttgart schaffte es auf erstklassige sieben und ging 2016 in die 2. Liga runter. Das Resultat ist meist, aber nicht immer: Wer so viele Eigentore schießt, steigt ab.

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Kann passieren? Einmal, aber nicht fünfmal

Simon Falette, Luka Krajnc, Niklas Hult, Sebastian Stolze und nun Marcel Franke – schon mal fünf verschiedene Eigentorschützen. Etwas ist noch anders als in der Saison unmittelbar nach dem Tod von Robert Enke. Damals schoss 96 ebenfalls fünf Eigentore in der Bundesliga, weil Kopf und Herz nachvollziehbarerweise einen anderen Fixpunkt hatten als den Leistungssport. In dieser Saison zählt diese Begründung nicht. Es sind schlichtweg Fehler gewesen. Kann passieren? Einmal, aber nicht fünfmal. Alle fünf 96-Schützen verschliefen den entscheidenden Moment. Mangelhafte Vororientierung und Passivität zum Ball sind die Fachbegriffe dafür. Vielleicht sollte Physio Thomas Klopp ab sofort starken Espresso in die Trinkflaschen der Profis gießen.

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Studie zum Motivationsschub

Aber es ist nichts verloren in Hannover, der Abstiegskampf läuft ja noch. Hierzu sei Übungsleitern und Spielern eine Studie des DFB empfohlen: „Eigentor als Motivationsschub?“ Wir spoilern schon mal das Ende: Das Fazit der Studie ist: Ja, das funktioniert! Zumindest statistisch.

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