02. März 2021 / 10:58 Uhr

96-Meinung: Falette steht beispielhaft für die Transferfehler und Versäumnisse

96-Meinung: Falette steht beispielhaft für die Transferfehler und Versäumnisse

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Trainer Kenan Kocak (links) hatte sich viel von Simon Falette erhofft, doch es sieht alles nach einem weiteren Transferirrtum aus, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt.
96-Trainer Kenan Kocak (links) hatte sich viel von Simon Falette erhofft, doch es sieht alles nach einem weiteren Transferirrtum aus, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt. © Florian Petrow
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Die bei der Verpflichtung von Simon Falette geäußerten frommen Wünsche beider Seiten haben sich nicht erfüllt. Der Innenverteidiger ist aber nicht das einzige personelle Irrtum einer vergeudeten Saison, meint SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt. Er hofft, dass 96 daraus mal wirklich etwas lernt.

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Kaum fünf Monate her, es war Anfang Oktober nach dem ersten Derbysieg gegen Braunschweig, als Simon Falette bei 96 erschien. Dazu gab es hoffnungsvolle Bekundungen, die vom Klub verbreitet wurden: „Mit seinen Fähigkeiten und seinem Charakter fügt er sich super ein in unser Gesamtpuzzle“, das ließ Trainer Kenan Kocak ausrichten.

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„Die Bedingungen hier sind sehr gut für eine Super-Saison. Meine Aufgabe ist klar: Ich muss direkt voll da sein und mich schnell integrieren“, das wurde in Falettes Namen übermittelt. Die frommen Wünsche haben sich allesamt nicht erfüllt, das kann man nach nur 848 überwiegend schwachen Falette-Minuten auf dem Platz, keinem Tor, etlichen entscheidenden Patzern und einer fahrlässig provozierten Gelb-Roten Karte feststellen.

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Falette ist nicht der einzige personelle Irrtum einer vergeudeten 96-Saison, aber er steht beispielhaft für die Transferfehler und die Versäumnisse bei der Entwicklung eines harmonischen Teams. Falettes sportliche Fähigkeiten bei Technik und Cleverness sind überschaubar, der frühere Frankfurter Europastar wirkte oft desorientiert und meistens übermotiviert.

Er ist offenbar auch vom Kopf her untauglich für die 2. Liga, von „integrieren“ und „Charakter“, wie ursprünglich betont, kann keine Rede sein. Trauriger Höhepunkt war kürzlich eine heftige Keilerei mit Trainingskollegen, nach der Falette aus dem Kader flog und nun ausgespielt hat bei 96.

Freiwillig und kostenlos wird der 29-Jährige allerdings nicht gehen, das kennt man aus der endlosen hannoverschen Geschichte von teuren Trennungen. Es wäre diesmal aber schön, wenn 96 aus dem beliebten Begriff „Lehrgeld“ mal wirklich was lernt – und künftig bei der Spielersuche besser aufpasst, mit welchen Typen man sich so einlässt.