09. September 2020 / 13:27 Uhr

96-Meinung: Verträge hatten mit dem Leistungsvermögen nicht viel zu tun

96-Meinung: Verträge hatten mit dem Leistungsvermögen nicht viel zu tun

Jonas Freier
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
SPORTBUZZER-Redakteur Jonas Freier meint, dass etliche Profis wie Matthias Ostrzolek künftig mit deutlich geringeren Einkünften rechnen müssen.
SPORTBUZZER-Redakteur Jonas Freier meint, dass etliche Profis wie Matthias Ostrzolek künftig mit deutlich geringeren Einkünften rechnen müssen. © imago images/RHR-Foto
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SPORTBUZZER-Redakteur Jonas Freier ist der Meinung, dass es eher durchschnittliche Spieler, die vor der Corona-Pandemie teilweise überdurchschnittlich gut verdient haben, jetzt besonders hart trifft. Sie werden nicht wieder so gut verdienen wie zuvor. Das gilt auch für einige Ex-Profis von Hannover 96.

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„... Schürrle! Der kommt an! Mach ihn, mach ihn! Er macht iiihn – Mario Götze, das ist doch Wahnsinn!“ Schrie ARD-Kommentator Tom Bartels an jenem 13. Juli 2014, als Götze Deutschland gegen Argentinien in Rio zum vierten WM-Titel schoss. Die Vorlage hatte André Schürrle gegeben.

Heute, mehr als sechs Jahre später, sind die beiden vereinslos. Schürrle wird es auch bleiben, er hat seine Karriere mit nur 29 Jahren beendet. Er bewegte mehr als 90 Millionen Euro an Ablöse und verdiente in seiner besten Zeit 6 Millionen Euro jährlich. „Ich brauche keinen Beifall mehr“, sagte Schürrle beim Abschied von der großen Fußballbühne – Geld wohl auch nicht mehr so dringend.

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Ohne Fußballjob ist zurzeit auch der WM-Siegtorschütze Götze. Er wechselte einst für 45 Millionen Euro von Dortmund zu den Bayern und für 22 Millionen zurück. Aber in der Bundesliga ist jetzt kein Platz mehr für den inzwischen 28-Jährigen. Vielleicht greift ja AS Monaco mit Trainer Niko Kovac zu. Finanziell muss sich Götze natürlich auch keine Sorgen machen.

Die Krise reguliert den Markt

Da trifft es die Durchschnittsspieler, die vor Corona teilweise überdurchschnittlich gut verdient haben, wesentlich härter. Als Paradebeispiel fällt uns Matthias Ostrzolek ein. Zweifelsohne ein engagierter Profi. Aber limitiert. Eine Vergütung wie in Hannover wird er wohl nie wieder bekommen. Was auch beweist: Vor Corona wurden Verträge geschlossen, die mit der Realität, also dem Leistungsvermögen der Spieler, nicht viel zu tun hatten.

Die Krise reguliert den Markt und nimmt dabei auf sportliche Einzelschicksale keine Rücksicht. Das Signal ist: Die Allerbesten haben nach wie vor ausgesorgt, die nicht so Guten nicht mehr. Wie wir diese neue Realität finden? Einfach nur logisch.