19. November 2021 / 15:35 Uhr

Kommentar: Warum die Stürmer nicht treffen? 96 fehlen die Dribbler

Kommentar: Warum die Stürmer nicht treffen? 96 fehlen die Dribbler

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Einer der wenigen 96-Offensiven, die mal mutig ins Dribbling gehen: Maximilian Beier (rechts).
Einer der wenigen 96-Offensiven, die mal mutig ins Dribbling gehen: Maximilian Beier (rechts). © Florian Petrow
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Mehr Mut zum Dribbeln! Das fordert Trainerlegende Herrmann Gerland. Dann treffen auch Mittelstürmer häufiger. Auch bei Hannover 96 sind fehlende Eins-gegen-Eins-Spieler ein Problem, findet SPORTBUZZER-Redakteur Dirk Tietenberg. 

Früher hatte Hannover 96 noch Mittelstürmer. Moa Abdellaoue, um den elegantesten zu nennen. Oder Didier Ya Konan, den zielstrebigsten, oder Fredi Bobic, den Vollstrecker, oder Mame Diouf, über den die Physios mal sagten, er habe als Kind mit Löwen gespielt.

Keiner der vier schoss Tore am Fließband wie Robert Lewandowski, aber sie schossen regelmäßig welche. Warum? Weil sie von den Kollegen in Szene gesetzt wurden. Das erklärte ausnahmsweise mal nicht 96-Sturmikone Dieter Schatzschneider, sondern der Tiger-Trainer Hermann Gerland.

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"Dribbel, dribbel, dribbel": Gerland fordert Umdenken

Der 67-Jährige, aktuell bei der deutschen U21, forderte zum Umdenken auf, vor allem, was Mittelstürmer betrifft. 96 hat ja eigentlich zwei klassische Sturmkanten: Lukas Hinterseer und Hendrik Weydandt. Beide Mittelstürmer, beide erfolglos.

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Nun sagt Gerland, was die beiden wieder besser macht: „Dafür brauchen wir auf den Flügeln auch Dribbler .... Ich muss sagen, wenn sie in der gegnerischen Hälfte sind: ‚Dribbel, dribbel, dribbel. Und wenn du den Ball verlierst, dribbel beim nächsten Mal wieder.“ Dribbler hat 96 offenbar nicht genug. Immerhin Maximilian Beier zeigt den Mut, mit Ball den Gegner nasszumachen.

Risiko wird belohnt - siehe Paderborn

Die Angst vor Fehlern ist ein Faktor, der 96 bis vor die Abstiegszone der 2. Liga runtergezogen hat und dazu führte, dass nun Trainer, Spieler und überhaupt das einst so stolze Konstrukt infrage gestellt werden. Paderborn ist ein gutes Beispiel dafür, dass Risiko mit Toren belohnt wird. 96 bleibt heute also eigentlich nichts übrig, als den Druck mit dem Mute der Verzweiflung wegzudribbeln.