25. Mai 2020 / 12:03 Uhr

96-Meinung: Der Spuk ist vorbei und die Abstiegsgefahr gebannt

96-Meinung: Der Spuk ist vorbei und die Abstiegsgefahr gebannt

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannover 96 und Genki Haraguchi schreiben derzeit schöne Genesungsgeschichten.
Hannover 96 und Genki Haraguchi schreiben derzeit schöne Genesungsgeschichten. © Guido Kirchner/dpa
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Hannover 96 schreibt in Zeiten des Coronavirus schöne sportliche Genesungsgeschichten. Nicht zuletzt auch dank Doppelpack-Joker Marvin Ducksch gelingt in Osnabrück der nächste Sieg, heißt: Für 96 ist der Spuk vorbei, die Abstiegsgefahr gebannt. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke.

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Elf Wochen sind nicht ohne, auch nicht für die Profis von Hannover 96. Das sind 77 Tage ohne Spiel. Um diese Dimension zu ermessen, könnten Mama und Papa versuchen, den Kids für mehr als zwei Monate die Computerspiele abzuschalten. Das gäbe ein schönes Theater – so etwas Ähnliches mussten alle Fußballprofis mit den vielen Debatten der vergangenen Wochen durchleben. Dürfen sie spielen oder nicht? Corona hat die Fußballwelt verändert – für 96 zumindest sportlich nicht mit negativen Folgen.

Exponentieller Anstieg der Siege

Die Mannschaft hat den ersten Geisterspiel-Test mit einem positiven Ergebnis beendet. Die Spieler konnten an die Vor-Corona-Erfolge anknüpfen. 96 verzeichnet damit einen exponentiellen Anstieg der Siege. Das 4:2 in Osnabrück war der dritte in Serie nach dem 3:1 gegen Kiel und dem 3:0 in Nürnberg.

Die Leistungskurve steigt weiter, was sich im Speziellen in Osnabrück zeigte. Die fehlende Spielpraxis machte sich lange bemerkbar gegenüber dem Gegner, der schon eine Partie hinter sich hatte. Zu fahrig und langsam in den Zweikämpfen – das wurde erst gegen Ende der Partie besser.

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Zudem impfte der Trainer dem Team mit zwei Doppelwechseln neues Leben ein. In Corona-Zeiten sind ja sogar fünf Wechsel erlaubt. Ein entscheidender Eingriff nach Umsetzung der Kenan-Kocak-Ideologie (KKI). Der Trainer hatte den Sozialkontakt mit dem zuvor an Mentalitätsdefiziten krankenden Marvin Ducksch erhöht. Der Stürmer erzielte zwei Tore, besiegte das fiese Virus der schlechten Körpersprache. Nun darf Ducksch doch in Hannover bleiben.

Das sind schöne sportliche Genesungsgeschichten. Nach dem Stand der Daten hat 96 mit 35 Punkten auch den Klassenerhalt im Wesentlichen gesichert. 96 kommt aus dem ersten Geisterspiel mit dem Wissen – die Abstiegsgefahr ist gebannt, der Spuk ist vorbei.