04. Mai 2021 / 13:20 Uhr

96-Meinung: Der HSV ist bei der parallelen Planung schon weiter als Hannover

96-Meinung: Der HSV ist bei der parallelen Planung schon weiter als Hannover

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind (links) in Hannover und Jonas Boldt in Hamburg sind zwei Personen, die aktuell gut zu tun haben.
Martin Kind (links) in Hannover und Jonas Boldt in Hamburg sind zwei Personen, die aktuell gut zu tun haben. © IMAGO/Noah Wedel
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Beide wollen zurück in die Bundesliga, beide suchen einen neuen Trainer, beide müssen sparen - und doch: Der HSV ist Hannover 96 bei der parallelen Planung einen Schritt voraus, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt. Denn die Hamburger wissen, wer (weiterhin) ihr Sportchef ist.

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Natürlich muss man sich erst mal fragen, warum der HSV bis Montag gewartet hat mit der Entlassung von Trainer Daniel Thioune. Drei Spiele haben die Hamburger nun nur noch bis zum Saisonende, der als alternativlos erklärte Aufstieg ist nach menschlichem Ermessen nicht mehr zu schaffen – das Wunder, das Interimstrainer Horst Hrubesch vollbringen müsste, ist viele Nummern zu groß und setzt eben voraus, dass Holstein Kiel in den drei Corona-Nachholspielen gegen Sandhausen, Regensburg und Hannover jeweils einen punktlosen Blackout erleidet.

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Damit starten mit großer Wahrscheinlichkeit die beiden HSV im kommenden Juli den nächsten Versuch, zurück in die Bundesliga zu kommen, die Voraussetzungen sind dabei ähnlich. Die Hamburger, die bislang unverdrossen wie ein Erstligist planten und zahlten, werden ihren Etat im vierten Jahr der Zweitligazugehörigkeit tüchtig runterfahren müssen – auch in Hannover, die laufende Saison brachte wiederum rund 10 Millionen Euro Miese, muss weiter gespart werden. Gehälter werden gedeckelt, Großverdiener wenn möglich verabschiedet und größere Ablösen vermieden.

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Beide Klubs suchen für die schwierige Mission nun auch gleichzeitig einen neuen Trainer, aktuell finden Hamburg und Hannover sogar denselben Kandidaten begehrenswert. Steffen Baumgart, der sich bald aus Paderborn verabschiedet, passt ins Anforderungsprofil – finanziell nicht verwöhnt, pfleglich im Umgang mit dem wichtigen Teamgeist, kenntnisreich in der 2. Liga und nachgewiesen aufstiegserfahren.

96-Boss Martin Kind muss sich also beeilen mit dem Vorstellungsgespräch, er sollte nicht allzu knauserig sein und auf Nachfrage auch beantworten können, wer denn künftig der Manager an der Seite des neuen Trainers sein soll. Da ist der Hamburger SV schon weiter, sie werden ihren Sportvorstand Jonas Boldt wohl einfach behalten.