22. April 2020 / 17:14 Uhr

96-Meinung: Harmonie ist die neue Währung in der sportlichen Führung

96-Meinung: Harmonie ist die neue Währung in der sportlichen Führung

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sind sie die langfristige Teamlösung für Hannover 96? Kenan Kocak (links) und Gerhard Zuber sollen mit wenig Geld viel erreichen.
Sind sie die langfristige Teamlösung für Hannover 96? Kenan Kocak (links) und Gerhard Zuber sollen mit wenig Geld viel erreichen. © Florian Petrow
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Martin Kind baut auf ein neues Modell in der Führung: Kenan Kocak und Gerhard Zuber sind die Teamlösung. Das Duo hat eine knifflige Aufgabe bei den Roten vor der Brust, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke: Mit weniger Geld als in all den Jahren zuvor ein besseres 96 bauen.

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Schwer genug, jetzt überhaupt Verträge abzuschließen. Wer weiß schon, wann wieder Fußballspiele angepfiffen werden, wie wir sie kannten? Es wird ganz sicher viel weniger Geld im Kreislauf sein, womöglich wird es Zusammenbrüche geben, bei denen auch der Defibrillator vom TV nicht zur Wiederbelebung ausreicht. Wer in dieser Krise die Führungskräfte mit Langzeitverträgen ausstattet, der muss von ihnen überzeugt sein.

Jeweils drei Jahre bindet Profichef Martin Kind den Sportchef Gerhard Zuber und Trainer Kenan Kocak an 96 – bis Juni 2023 sollen sie es besser machen als die meisten Vorgänger. Kind setzt dabei auch auf ein neues Modell in der Führung – Kocak und Zuber sind die Teamlösung. Nicht zufällig gelten ihre Verträge auch gleich lang.

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Jörg Schmadtke – immer noch die Bezugsgröße als bester 96-Manager aller Zeiten – rieb sich so lange mit Trainer Mirko Slomka, bis es brannte. Horst Heldt musste erkennen, dass André Breitenreiter seinen Trumpf als Local Hero ausspielte. Und der Lehrling Jan Schlaudraff war trotz aller zur Schau getragenen Autorität dem alten Hasen Slomka nicht gewachsen.

Nun aber ist Harmonie die neue Währung in der sportlichen Führung. Kind hofft damit auch zwei Typen eingekauft zu haben, die wissen, was sie tun – und was sie zur Verfügung haben. Mit weniger Geld als in all den Jahren zuvor ein besseres 96 bauen – das ist die heikle Aufgabe, mit der das Team Kocak/Zuber an den Start geht.