26. Oktober 2020 / 09:50 Uhr

96-Meinung: Auch auswärts müssen jetzt Siege her, wenigstens ab und zu

96-Meinung: Auch auswärts müssen jetzt Siege her, wenigstens ab und zu

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zu Hause haben Marvin Ducksch & Co. bisher Grund zum Jubeln, auswärts läuft es für Timo Hübers und die 96er indes noch nicht.
Zu Hause haben Marvin Ducksch & Co. bisher Grund zum Jubeln, auswärts läuft es für Timo Hübers und die 96er indes noch nicht. © Florian Petrow/dpa/Friso Gentsch
Anzeige

Drei Heimspielen und drei Siegen stehen zwei Niederlagen in den beiden bisherigen Auswärtsspielen gegenüber. Hannover 96 zeigt je nach Spielort ein unterschiedliches Gesicht. Das muss sich ändern, will man dem HSV in der Tabelle folgen, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke.

Anzeige

Die zweite Corona-Welle rollt durchs Land und die LaOla durchs Stadion – wie passt das zusammen? Für viele Menschen eben gar nicht, vor allem nicht als Zeichen an die Gesellschaft. Nicht einfacher zu verstehen wird’s durch den Flickenteppich an Fan-Vorgaben. Nur 300 dürfen in der 80.000er-Arena in Dortmund Schalke verlieren, aber 8900 Hannover 96 siegen sehen. 96 war fanmäßig Spitzenreiter des Wochenendes im deutschen Profifußball.

Anzeige

Das kann man für verantwortungslos halten. Zum ganzen Bild gehört aber, wie ordentlich getrennt und verteilt auf den 49.000 Plätzen die Zuschauer in der HDI-Arena saßen – die Ansteckungsgefahr dürfte im Supermarkt größer sein.

Mehr über Hannover 96

Die Fans schafften zumindest ein bisschen Stimmung, waren jedenfalls lauter, als man bei so einer geringen Auslastung erwarten sollte. Zu feiern gab’s auch was – einen nie gefährdeten Erfolg gegen einen Mitkonkurrenten um den Aufstieg. Zumindest nach rheinischer Frohnatur-Selbsteinschätzung, nicht aber nach der Leistung. Die Fortuna wirkte wie eine lecke Fähre, die nie den Erstligahafen erreichen wird.

Düsseldorf steht das Wasser bis zum Hals, der Trainer in der Kritik. 96 hat dagegen den sich aufschaukelnden Seegang nach dem Einbruch zuletzt in Paderborn wieder beruhigt. Man bleibt oben dran.

Falette und Bijol geben dem Ganzen Struktur

Darüber hinaus entwickelt sich die Mannschaft, sie wirkt stabiler und sicherer im Spielaufbau. Mit den zuletzt verpflichteten Simon Falette in der Abwehr und Jaka Bijol im hinteren Mittelfeld hat 96 deutlich an Qualität gewonnen. Sie können die Säulen werden, die dem Ganzen Struktur geben.

Zwei Untiefen mahnen jedoch zur Vorsicht. Düsseldorf war nicht der erwartet starke Gegner und zudem durch einen Platzverweis dem Untergang geweiht. Zweitens war es auch wieder nur ein Heimspiel, da sind 96-Siege ja normal.

Zu Hause oben surfen, auswärts im Wellental herumdümpeln – mit diesem Muster wird 96 dem HSV in der Tabelle nicht folgen können. Auch auswärts müssen dazu Siege her, wenigstens ab und zu. Der nächste Versuch folgt am Sonntag in Fürth.