13. Januar 2021 / 16:14 Uhr

96-Meinung: Was Simon Falette von Jiri Stajner lernen kann

96-Meinung: Was Simon Falette von Jiri Stajner lernen kann

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ist aktuell kein Stammspieler bei Hannover 96: Sommerneuzugang Simon Falette.
Ist aktuell kein Stammspieler bei Hannover 96: Sommerneuzugang Simon Falette. © Florian Petrow
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Die Familie von Simon Falette lebt noch nicht in Hannover - natürlich ist das nicht leicht für den 96-Sommerneuzugang. Bei Jiri Stajner war es anfangs genauso, doch mit der Zeit hat er Verein und Stadt lieben gelernt. Vielleicht läuft es mit Falette ja ähnlich? Ein Kommentar.

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Wer sehnt sich gerade eigentlich nicht danach, woanders zu sein. Im Montafon zum Beispiel, auf Mallorca oder in Liberec. Sehnsucht nach der Familie hatte früher auch Jiri Stajner, wenn er nach Spielen im Niedersachsenstadion ohne Umweg mit seinem Porsche Carrera auf die A 2 Richtung Tschechien zu seiner Frau Lenka steuerte. Insofern haben wir Verständnis für die schwierige Situation bei Simon Falette. Familien können Halt geben im Lockdown.

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Aber Lockdowns und Reisewarnungen gibt es nicht erst seit Sommer. Tatsächlich hätte 96 – quasi als guten praktischen Rat – darauf drängen sollen, dass Falette mit seiner Familie an die Leine zieht. Aus den Kaugummiverhandlungen lässt sich außerdem nicht folgern, dass Hannover das Topziel für den Spieler war. Sei’s drum. Nun ist er da, und niemand könnte behaupten, dass Falette sich im Training hängen ließe, wie vor Kurzem der Kollege Patrick Twumasi.

Bilder vom Training von Hannover 96 (13. Januar)

Gekonnt: Kingsley Schindler nimmt den Ball in der Luft an. Zur Galerie
Gekonnt: Kingsley Schindler nimmt den Ball in der Luft an. ©

Eine Liebe auf den zweiten Blick?

96 hat – Stand 15. Spieltag – nach dem wilden Umbruch im Sommer sogar Glück gehabt, dass den internationalen Stammspielern Jaka Bijol, Niklas Hult und Sei Muroya die Decke nicht so heftig auf den Kopf fiel, dass sie den Wechsel bereuen. Die Neuen funktionieren mittlerweile, allerdings mit starker Verzögerung. Am Ende der Saison werden wir vermutlich resümieren: Es hat zu lange gedauert, um aufzusteigen. Wenn nicht? Noch mehr Glück gehabt.

Falette wäre gewiss glücklicher, wenn er einen Stammplatz hätte. Aber das wird kommen, wie auch seine Familie nachkommen wird. War bei Stajner früher auch so. Stajner hat Hannover irgendwann geliebt. Eine Liebe auf den zweiten Blick.